Pristimantis altae, auf Englisch unter anderem als Mountain Robber Frog, Coral-spotted Rain Frog oder Coral-spotted Robber Frog bezeichnet, ist eine Art innerhalb der Familie der Strabomantidae und gehört zur Gattung Pristimantis. Im Spanischen wird sie als Sapito De Hojarasca oder rana ladrona coral bezeichnet, im Italienischen als Rana ladrona macchie corallo, im Tschechischen als bezblanka kostarická. Ein etablierter deutscher Name ist nicht bekannt.

Beschreibung Pristimantis altae ist ein kleiner Frosch mit gedrungenem Körperbau und kurzen Gliedmaßen. Männchen erreichen eine Kopf-Rumpf-Länge (SVL) von bis zu 24 mm, Weibchen von bis zu 27 mm.

Der Kopf ist mäßig groß mit einer stumpf abgestutzten Schnauze. Die Haut an Kopf, Rumpf und Gliedmaßen ist überwiegend glatt, mit wenigen verstreuten Tuberkeln; gelegentlich, insbesondere bei Jungtieren, treten erhabene Hautleisten auf. Deutlich vergrößerte Tuberkel auf den Oberlidern, an der Ferse oder an den Gliedmaßen fehlen. Das Trommelfell ist undeutlich, aber äußerlich sichtbar, und wird nicht von einer ausgeprägten supratympanischen Hautfalte begrenzt. Adulte Männchen besitzen einen einzelnen, inneren Schallblasensack.

Finger- und Zehenscheiben sind stark erweitert und rundlich bis stumpf-dreieckig geformt; Hände und Füße sind ohne Schwimmhaut.

Die Rückenfärbung ist bei erwachsenen Tieren überwiegend einheitlich dunkelbraun; die Art ist zu einem gewissen Farbwechsel fähig und erscheint tagsüber häufig deutlich dunkler als nachts. Nach einer weiteren Quelle ist der Rücken mit winzigen Höckern versehen und kann farblich von dunkelgrau bis schwarz variieren, mitunter mit winzigen weißen Sprenkeln; Bauch- und Unterseite sind dabei dunkelbraun gefärbt, die Iris ist kupferfarben.

Ein charakteristisches Merkmal der Art sind kräftige, gelblich-orange bis leuchtend rote Flecken im Leistenbereich sowie auf den verborgenen Innenflächen der Oberschenkel. Nach einer Quelle setzt sich diese leuchtend korallenfarbene Zeichnung der Leistenregion in Form von Punkten auf die Vorderseite des Oberschenkels fort, während sie auf der Oberschenkelrückseite in einem etwas rötlicheren Orangeton als Punkte erscheint.

Jungtiere weisen eine gesprenkelte, cremefarben-braun-orange Zeichnung auf, die an Vogelkot erinnert; dieses Muster dient vermutlich der Tarnung vor Fressfeinden.

Zur Lautäußerung wird berichtet, dass die Art selten gesehen, aber oft rufend gehört wird.

Ähnliche Arten Pristimantis altae kann mit folgenden Arten verwechselt werden:

Pristimantis cruentus: ist größer als P. altae und besitzt einen vergrößerten, spitzen Tuberkel auf jedem Oberlid sowie eine Reihe spitzer Tuberkel am Hinterrand des Unterschenkels. Pristimantis pardalis: ähnelt der Art im Erscheinungsbild, weist jedoch silbrig-weiße Zeichnungen an Oberschenkel und Leiste auf; ein Verbreitungsüberlapp mit P. altae besteht nicht.

Verbreitung Pristimantis altae kommt in Costa Rica und Panama vor. Die Art besiedelt den atlantischen Abhang des nördlichen und zentralen Costa Rica bis in das äußerste nordwestliche Panama.

Die Art kommt im gesamten nördlichen Abschnitt der Cordillera Central von Costa Rica in mittleren Höhenlagen sowie entlang der gesamten östlichen karibischen Küste des Landes vor; an den Hängen der Cordillera de Talamanca reicht ihr Vorkommen bis nahe an die Meereshöhe, von der Nähe der nicaraguanischen Grenze südwärts bis in das nordwestlichste Panama im Internationalen Park La Amistad. Ursprünglich wurde angenommen, dass die Art endemisch für Costa Rica sei.

Zur Höhenverbreitung liegen unterschiedliche Angaben vor: Nach der IUCN-Bewertung sowie Daten von Map of Life reicht das Vorkommen von 40 bis 1.826 m ü.NN (basierend auf Savage 2002, Jaramillo et al. 2010 sowie der Museumssammlung der Universidad de Costa Rica, Stand 2019). In Costa Rica wurde die Art zudem vom Meeresspiegel bis auf 1.250 m nachgewiesen. Die geschätzte Ausdehnung des Vorkommensgebiets (Extent of Occurrence, EOO) beträgt 31.477 km².

Konkrete Nachweise liegen unter anderem vor aus der Reserva San Ramón (gelegentlich) und Monteverde (sehr häufig) in Costa Rica, vom Vulkan Miravalles (2011), aus der Reserva Biológica Alberto Manuel Brenes (2015), dem Maquenque National Wildlife Refuge (100–1.200 m), dem Parque Nacional Braulio Carrillo sowie der Monteverde Cloud Forest Reserve. In Panama wurde die Art im Río-Teribe-Tal und am Río Bonyic (2014), in Finca Los Platanitos, Rambala, Bocas del Toro (2014/2015), sowie oberhalb der verlassenen Cocuyo-Mine in Santiago de Veraguas (2019) nachgewiesen. Im Nationalpark La Amistad ist die Art sowohl auf costa-ricanischer als auch auf panamaischer Seite vertreten.

Lebensweise Pristimantis altae besiedelt feuchte Tiefland-, Vorgebirgs- und Bergwälder beziehungsweise Regenwälder. Geeignete Landbedeckungstypen umfassen unter anderem immergrünen und laubwerfenden Baumbestand (geschlossen bis offen) sowie verschiedene Baum-Strauch- und Baum-Kulturland-Mosaike, bei einer Baumdeckung von 75 bis 100 %.

Die Art ist nachtaktiv und hält sich nachts auf niedriger Vegetation auf. Tagsüber zieht sie sich in die Laubstreu des Waldbodens oder in Bromelien zurück.

Zur Ernährung liegt lediglich eine Untersuchung vor: Bei der Sezierung eines einzelnen Individuums (Toft, 1981) wurden im Mageninhalt wenige kleine Arthropoden festgestellt.

Die Art passt sich nicht gut an veränderte Habitate an. Aufgrund zu weniger Datensätze besteht keine klare Vorstellung über Populationstrends und Schutzbedarf der Art; da sie ungestörte Waldhabitate bewohnt, ist sie wahrscheinlich negativ von Habitatveränderung und Entwaldung betroffen. Aufgrund ihrer Tieflandverbreitung könnte die Art zudem weniger stark von Chytridpilz-Erregern betroffen sein, die insbesondere höher gelegene Arten bedrohen.

Fortpflanzung Wie andere Vertreter der Gattung Pristimantis weist auch P. altae vermutlich eine direkte Entwicklung auf, bei der Jungtiere ohne freies Kaulquappenstadium aus den Eiern schlüpfen; die Eier werden möglicherweise auf feuchtem, terrestrischem Substrat oder auf Vegetation abgelegt. Dies gilt für die Art selbst allerdings als nicht bestätigt.

Gefährdung Pristimantis altae wird von der IUCN auf der Roten Liste der gefährdeten Arten als nicht gefährdete Art (Least Concern, LC) geführt. Die Bewertung wurde am 11. September 2019 durchgeführt und 2020 veröffentlicht. Begründet wird diese Einstufung mit der verhältnismäßig weiten Verbreitung und der angenommenen großen Population. In früheren Bewertungen von 2008 und 2004 war die Art jeweils als Near Threatened (NT) gefährdete Art eingestuft worden.

Die Art ist naturgemäß selten, wird aber regelmäßig anhand ihrer Rufe registriert. In Costa Rica tritt sie weiterhin gelegentlich bei Erhebungen in der Reserva Biológica Manuel Alberto Brenes bei San Ramón auf und ist im Biologischen Reservat Monteverde sehr häufig. Als Hauptbedrohungen gelten fortschreitender Lebensraumverlust durch kleinbäuerliche und agrarindustrielle Landwirtschaft, Viehzucht sowie Holzeinschlag; dies betrifft vor allem die Teilpopulationen in Panama. In Costa Rica bestehen dagegen keine größeren Bedrohungen, da die Art überwiegend in gut verwalteten Schutzgebieten vorkommt.

Die Art ist in mehreren Schutzgebieten nachgewiesen. In Costa Rica zählen dazu der Parque Nacional Braulio Carrillo, der Parque Nacional Volcán Tenorio, die Reserva Biológica Alberto Manuel Brenes, die Zona Protectora Arenal-Monteverde, die Zona Protectora Cuenca del Río Banano sowie die Zona Protectora La Selva. In Panama wurde sie im Parque Internacional La Amistad sowie vermutlich im Bosque Protector Palo Seco nachgewiesen.

Die IUCN empfiehlt weitere Forschung zu Verbreitung, Populationsgröße und -trends der Art.

Systematik und Taxonomie Die Art wurde 1942 von Emmett Reid Dunn als Eleutherodactylus altae erstbeschrieben. Der Holotyp (ANSP 23815) stammt vom atlantischen Abhang Costa Ricas, von der Passhöhe zwischen Barva und Irazú, unterhalb der Wasserscheide und oberhalb der Finca von Felix Delgado, in etwa 2860 m Höhe, Cantón de El Guarco, Provincia de Cartago, Costa Rica. Savage (1974) kommentierte die Typuslokalität.

Die Art wurde ursprünglich der Eleutherodactylus cruentus-Gruppe zugeordnet (Savage, 1980; Savage & DeWeese, 1981), die als Teilmenge der E. unistrigatus-Gruppe galt. Lynch (1996) stellte sie in das Subgenus Eleutherodactylus; Lynch und Duellman (1997) ordneten sie der E. unistrigatus-Gruppe innerhalb der E. (Eleutherodactylus) martinicensis-Serie zu. Savage (2002) stellte die Art in seine neu definierte E. cruentatus-Gruppe der E. martinicensis-Serie. Hedges, Duellman und Heinicke (2008) ordneten sie dem Subgenus Hypodictyon und der Pristimantis (Hypodictyon) ridens-Serie zu. Padial, Grant und Frost (2014) empfahlen schließlich, die Art keiner Artengruppe mehr zuzuordnen.

Köhler veröffentlichte einen Bestimmungsschlüssel für die Gattungen und Arten der Überfamilie Brachycephaloidea in Mittelamerika und stellte dabei auch Karten und Fotografien dieser Art bereit. Die Rufe der Art wurden detailliert beschrieben. Es handelt sich um eine Folge von 1–4 kurzen, hohen Klickgeräuschen, die ähnlich klingen, wie wenn zwei Steine gegeneinander geschlagen werden. Erst nach einer Pause von einigen Minuten wird die Folge wiederholt.John O. Cossel Jr, Jonathan E. Twining, Austin S. Reich und Kelsey Roberts: Vocalizations of Pristimantis altae. South American Journal of Herpetology, 28, 1, 2023, S. 55–63. . Mônico und Kollegen ordneten die Art auf molekularer Grundlage (mtDNA- und nuDNA-Gene) der Pristimantis chalceus-Klade innerhalb der Pristimantis unistrigatus-Gruppe zu.Alexander Tamanini Mônico, Esteban Diego Koch, Miquéias Ferrão, Igor Yuri Fernandes, Giselle Moura Guimarães Marques, Juan Carlos Chaparro, Miguel Trefaut Rodrigues, Albertina Pimentel Lima und Antoine Fouquet: The small and inconspicuous majority: Revealing the megadiversity and historical biogeography of the Pristimantis unistrigatus species group (Anura, Strabomantidae). Molecular Phylogenetics and Evolution, 201, 2023, 108203.

Die Datenbank Amphibian Species of the World ordnet die Art abweichend der Familie Craugastoridae, Unterfamilie Pristimantinae, zu. Dieser Einordnung wird hier nicht gefolgt; stattdessen wird der Art, wie bei IUCN & Animal Diversity Web (ADW), die Familie Strabomantidae zugewiesen.

Folgende Synonyme sind bekannt: Eleutherodactylus altae Dunn, 1942 (Basionym) Eleutherodactylus (Eleutherodactylus) altae Pristimantis (Hypodictyon) altae

Einzelnachweise Pristimantis altae Amphibian Species of the World 6.2, an Online Reference. Abgerufen am 5. Juli 2026. Pristimantis altae Twan Leenders: Amphibians of Costa Rica. A Field Guide. Comstock Publishing Associates, Cornell University Press, Ithaca und London 2016, S. 491–492. Abgerufen am 5. Juli 2026. Pristimantis altae bei AmphibiaWeb, University of California, Berkeley. Abgerufen am 6. Juli 2026. Pristimantis altae bei Animal Diversity Web, University of Michigan. Abgerufen am 6. Juli 2026. Pristimantis altae bei Map of Life. Abgerufen am 6. Juli 2026. Pristimantis altae bei GBIF – Global Biodiversity Information Facility. Abgerufen am 6. Juli 2026.

Weblinks

Pristimantis altae bei AmphibiaWeb, University of California, Berkeley. Pristimantis altae bei Amphibian Species of the World, American Museum of Natural History. Pristimantis altae bei Map of Life. Pristimantis altae bei Animal Diversity Web. Pristimantis altae bei GBIF. Pristimantis altae bei iNaturalist.

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