Das Ei ist eine Science-Fiction-Kurzgeschichte des US-amerikanischen Schriftstellers Andy Weir, zuerst veröffentlicht auf seiner Webseite am 15. August 2009. Die Kurzgeschichte erschien ebenfalls in der Sammlung Principles of Uncertainty im Jahr 2016. Die Kurzgeschichte beschreibt, wie ein Mann nach seinem Tod den wahren Sinn des Lebens erfährt. Es ist die mit Abstand bekannteste Kurzgeschichte von Andy Weir mit Übersetzungen in über dreißig Sprachen durch Fans und zahlreichen Adaptionen, unter anderem als Animation von kurzgesagt. Der US-amerikanische Rapper Logic nutzte die Kurzgeschichte zudem als Inspiration für sein Album Everybody im Jahr 2017, in welchem der US-amerikanische Astrophysiker Neil deGrasse Tyson im Song Waiting Room als Gott auftritt.
Handlung
Erzählt wird die Geschichte von einem übermächtigen, gottgleichen Wesen, nämlich Ich: Ein 48-jähriger Mann, nämlich Du, stirbt auf dem Heimweg durch einen Autounfall. Er trifft im Jenseits auf dieses Wesen, erfährt von seinem Tod und äußert daraufhin Sorgen über seine nun zurückbleibende Ehefrau und Kinder, wobei das Wesen dieses Mitgefühl äußerst erfreut zur Kenntnis nimmt. Es beschreibt die zwischenmenschlichen Beziehungen jedoch komplizierter, etwa da die Ehefrau aufgrund ihrer scheiternden Ehe insgeheim sogar erleichtert sein und sich dafür schuldig fühlen wird, während die Kinder sich nur an alles Perfekte erinnern werden. Beängstigt fragt der Mann nun nach seinem eigenen Schicksal, woraufhin das Wesen ihm von seiner bevorstehenden Wiedergeburt erzählt. Als er kommentiert, der Hinduismus hätte also richtig gelegen, meint das Wesen nur, dass alle Religionen auf ihrem eigenen Weg richtig lägen. Es betont, dass, auch wenn der Mann sich aktuell nicht an seine vergangenen Leben erinnern könne, all diese Erfahrungen in ihm stecken, womit seine Seele und sein Bewusstsein noch viel gewaltiger seien, als ihm klar sei. Wiedergeboren werde der Mann nun als chinesisches Bauernmädchen im Jahr 540, da das Wesen nicht an Zeit gebunden ist. Dadurch spekuliert der Mann darüber, sich möglicherweise selbst schon getroffen zu haben und das Wesen bestätigt, es würde sogar andauernd passieren. Tatsächlich schuf es das Universum nur, um ihn wachsen zu lassen und tatsächlich auch nur ihn. Nun wird dem Mann klar, jeder Mensch jemals zu sein. Er war Abraham Lincoln, Adolf Hitler und Jesus Christus, aber wie das Wesen bestätigt, auch John Wilkes Booth, alle Opfer des Holocaust und alle Christen. Sobald der Mann alle Leben gelebt hat, hat er genug Erfahrungen gesammelt, um wirklich geboren zu werden und wie das Wesen selbst zu werden, dessen Kind er sei. Aktuell sei er jedoch noch ein Fötus und das ganze Universum sein Ei. Kurz bevor das Wesen den Mann zu seinem neuen Leben schickt, betont es einige der Erfahrungen: Jedes Mal, wenn du jemanden misshandelst, misshandelst du dich selbst. Jeden Akt der Freundlichkeit hast du dir selbst getan. Jeder glückliche und jeder traurige Moment von jedem Menschen wurde oder wird von dir erlebt werden.
Hintergrund In einem Interview mit dem Craftsman Founder Podcast im Jahr 2015 beschrieb Andy Weir die Hintergründe der Kurzgeschichte. Unter anderem war seine Intention, dass in der Kurzgeschichte das Leben endlich komplett fair sei („wanted to write a story where life was fair after all“) und alle Religionen etwa mit Karma ein Konzept davon hätten, dass Handlungen wieder auf einen selbst zurückfallen („what goes around comes around“). Andy Weir schrieb die ganze Kurzgeschichte an einem Stück innerhalb von vierzig Minuten und lud sie direkt hoch („I banged it out in 40 minutes and posted it, and that was it“), wobei ihn die anschließende Popularität überraschte.
Weblinks
The Egg auf der Webseite von Andy Weir Das Ei auf diezukunft.de
Einzelnachweise
Kategorie:Literarisches Werk Kategorie:Science-Fiction-Literatur Kategorie:Kurzgeschichte Kategorie:Literatur (21. Jahrhundert) Kategorie:Literatur (Englisch) Kategorie:Australische Literatur