Die Familie Caldora (auf Französisch Candole oder Candolle genannt, manchmal mit der Präposition „de“ oder „De“A. de Candolle (1885), S. 9–13Galiffe et al. (1830) versehen und auf Latein CandolaCandida Gonzaga (1875), Vol 1, S. 150 oder CandolOder auch Caudola oder Caudol.) war eine italienischeEnciclopedia Italiana (1930) und französischeEnciclopedia Italiana (1931) Adelsfamilie. Sie gehörte zu den sieben großen Adelsgeschlechtern des Königreichs Neapel.Aldimari (1691), S. 3 mini|160px|Wappen der Caldora
Geschichte mini|Jacopo/Giacomo I. Caldora war der berühmteste der Familie Caldora
Die Familie Caldora galt als altes, ritterliches Adelsgeschlecht, das ursprünglich aus der Provence stammte, einer Region im Südosten Frankreichs-Candolle (1555)Galiffe et al. (1830) Ihr Name leitete sich vom Lehen Chaudol (heute ein Ortsteil der französischen Gemeinde La Javie) ab, das im Bezirk Digne-les-Bains in der Grafschaft Provence lag und sich in ihrem Besitz befand-Guerard et al. (1857), S. 83–84 u. 852–853 Der Stammvater der Familie war Ponzio Caldora (Pons Candole), der 1184 Baron von Peynier war und eine Dame aus dem Geschlecht der d’Andalusia heiratete, deren Name nicht überliefert ist. Damit begründete er seine eigene Nachkommenschaft. Ab der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts spaltete sich die Familie in zwei Zweige auf: den französischen Zweig, der in der Provence blieb, und den italienischen Zweig, der bekanntere der beiden. Letzterer zog im Gefolge von König Karl I. von Anjou, mit dem er verwandt war,Campanile (1680) nach Italien, um an der Eroberung des Königreichs beider Sizilien teilzunehmen.Candolle (1555) Aus diesem letzten Zweig gingen während der Herrschaft von Neapel tapfere Feldherren und Söldnerführer hervor, darunter Jacopo/Giacomo I. CaldoraItalyheritage.com, der berühmteste Vertreter der Dynastie. Der italienische Zweig erlosch im Jahr 1552 mit dem Tod von Berlingiero III. Caldora, der ohne Erben blieb. Er starb bei der Überquerung des Flusses Stura di Demonte. Bis zum Ende des 17. Jahrhunderts überlebte der Seitenzweig der Malandrino, zu dem die Barone von Carpineto Sinello, Morcone und Santa Croce di Magliano gehörten. Er wurde um 1410 von Domenico Caldora gegründet, der wiederum von seinem Cousin Jacopo Caldora enterbt wurde, da er in den Mord an einem seiner Verwandten verwickelt war. Dieses Verhalten brachte ihm seinen Beinamen ein.Ciarlanti (1644) Was den ersten Zweig, den französischen, betrifft, so hatte dessen erstes Mitglied, Pietro II. Caldora (Pierre II. Candole), ebenfalls König Karl I. von Anjou auf dessen Feldzug nach Italien begleitet und war anschließend nach Frankreich zurückgekehrt.
Er brachte verschiedene Mitglieder hervor, die wichtige Ämter in der Justiz von Marseille und in der französischen Marine bekleideten. Aus diesem Zweig ging der Schweizer Seitenzweig hervor, der so genannt wurde, weil seine Mitglieder aus religiösen Gründen auswanderten und ausschließlich in Genf in der Schweiz lebten.DSS Unter den Mitgliedern dieses Seitenzweigs zeichnete sich während der Restauration Augustin Pyrame de CandolleDe Candolle, auf Sapere.it aus, der ein bedeutender Botaniker und Mykologe war.Treccani.it Der französische Zweig und sein Genfer Seitenzweig starben jeweils gegen Ende des 19. Jahrhunderts bzw. um 1950 aus.
Wappen und Motto Das Wappen der Familie Caldora bestand aus einem alten französischen Schild, der geviertelt war: das 1. und 4. Feld waren goldfarben, das 2. und 3. Feld azurblau. Später wurde das Wappen in eine moderne französische Form umgestaltet, wobei die innere Gliederung unverändert blieb. Das Motto der Familie Caldora bestand ursprünglich aus einem französischen Ausruf: „Aide Dieu au bon chevalier!“, was übersetzt so viel bedeutet wie „Gott stehe dem guten Ritter bei!“. Später führte Jacopo Caldora, das berühmteste Mitglied der Dynastie, ein eigenes Motto ein, das auch von seinen Nachkommen übernommen wurde und aus einem berühmten Bibelvers Davids bestand: „Coelum coeli Domino, terram autem dedit filiis hominum“, was übersetzt bedeutet: „Der Himmel gehört dem Herrn des Himmels, aber die Erde wurde den Menschenkindern gegeben“, womit er sagen wollte, dass „das Land dem zuteil wurde, der es am besten beherrschen konnte“ und dass „die Welt dem gehört, der die stärkere Hand hat“. Dieses Motto spiegelte den Inhalt seines Wappens wider: Gold symbolisierte die Sonne und damit Adel, Pracht, Reichtum, Macht, Würde, Fröhlichkeit, Jugend, Weisheit, Besonnenheit und Glauben, während Blau den Planeten Jupiter symbolisierte und damit Luft, Keuschheit, Heiligkeit, Frömmigkeit, Eifersucht und Gerechtigkeit.Mantegna (1672), S 371 Dieses Motto ließ er auf die Rüstungen und das Geschirr seiner Pferde gravieren.
Lehen Die Familie besaß insgesamt über 56 Lehen, die größtenteils in den Abruzzen und in Molise lagen und sich in Herzogtümer, Markgrafschaften, Grafschaften und Baronien unterteilten.Senatore e Storti (2011)
Residenzen mini|Castello Caldora in Pacentro, Hauptwohnsitz der Familie Caldora Dm Folgenden befindet sich eine unvollständige Liste der Wohnsitze der Familie CaldoraQuellen sind im Verzeichnis aufgeführt.: Castello Aragonese in Ortona; Castello Caldora in Carpinone; Castello Caldora in Civitaluparella; Castello Caldora in Pacentro; Castello Caldoresco in VastoRomanelli (1805 u. 1809), Vol. 1, S. 264–265; CastelloNicht mehr vorhanden, da in die Kirche San Nicola (Castel del Giudice) integriert in Castel del Giudice; Castello Ducale di Palena; Castello Ducale in Trivento; Chiesa del Gesù NuovoFrüher stand in Neapel genau an der Stelle, an der heute die Kirche „Gesù Nuovo“ steht, ein Palast, der zu verschiedenen Zeiten im Besitz der Familien Caldora, Orsini und Sanseverino war. Nachdem die Jesuiten Giuseppe Valeriano und Pietro Provedi den Palast erworben hatten, ließen sie ihn in ein religiöses Gebäude umbauen. in NeapelDe Pietri (1634), S. 81Romanelli (1805 u. 1809) Vol. 1, S. 274; Palazzo d’Avalos in Vasto; Palazzo del Castello in Campo di Giove; Palazzo La Petite Pierrière in Pregny-ChambésyA. P. de Candolle (1862), S. 445; Torre di Bassano und die anderen vier städtischen Türme von Vasto.
Literatur
Weblinks
Einzelnachweise Anmerkungen
Referenzen
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