Tesekendorf war eine mittelalterliche Siedlung südwestlich von Petzow und südlich von Werder (Havel) am Schwielowsee. Die ehemalige Dorflage wird durch den Flurnamen Tiesendorfer Berg bezeichnet.Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil V: Zauch-Belzig. Erstauflage. Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992. (Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam 2011, ISBN 978-3-941919-82-2, S. 423) Auf der ehemaligen Dorflage soll die Siedlung Mittelbusch gegründet worden sein, die im Landkreis Potsdam-Mittelmark in Brandenburg liegt.

Geschichte Die früheste urkundliche Erwähnung erfolgte 1195 als Priscere, ein Ort, der aufgrund späterer Überlieferungen mit Tesekendorf gleichgesetzt wird. 1204 erscheint er als Tesekendorp cum tribus tractibus sagene in Lacu Swilow, 1217 als Prescele, quod antiquo nomine dicitur Teskendorp. Weitere Nennungen erfolgten 1375 als Tesekendorf, Tesekendorff und Tesekendorp sowie 1683 als Tiesendorff. Der Ortsname leitet sich vermutlich von dem slawischen Personennamen Teschek ab.Reinhard E. Fischer: Die Ortsnamen der Länder Brandenburg und Berlin, Band 13 der Brandenburgischen Historischen Studien im Auftrag der Brandenburgischen Historischen Kommission, be.bra wissenschaft verlag, Berlin-Brandenburg 2005, S. 168, ISBN 3-937233-17-2. Bis 1204 gehörte Tesekendorf dem Kloster Lehnin, das bereits 1195 den Zehnten des Dorfes besaß. Nach der Säkularisation des Klosters gelangte die Feldmark 1542 an das Amt Lehnin. Von 1666 bis vor 1685 gehörte sie zum Amt Potsdam, anschließend bis 1809 erneut zum Amt Lehnin. Von 1809 bis 1845 wurde sie wiederum vom Amt Potsdam verwaltet. Von 1845 bis 1872 befand sich die Feldmark im Besitz der Familie von Kähne auf Petzow.

1195 wird Tesekendorf als Dorf (villa) erwähnt. 1204 wurden zum Dorf außerdem drei Fischzüge (tribus tractibus sagene) im Schwielowsee genannt. Dies bezeichnet vermutlich das Recht, mit einem großen Zugnetz (der Sagene oder Wade) an drei festgelegten Stellen des Schwielowsees zu fischen. Im Landbuch von 1375 wird Tesekendorf als vollständig wüst bezeichnet; selbst die Mönche des Klosters Lehnin kannten die ursprüngliche Zahl der Hufen nicht mehr. Die Feldmark ging später vermutlich in der Gemarkung von Petzow auf. Eine Wiederbesiedlung als eigenständiges Dorf ist nicht bekannt.

Literatur Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil V: Zauch-Belzig. Erstauflage. Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992. (Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam 2011, ISBN 978-3-941919-82-2, S. 423)

Einzelnachweise

Kategorie:Wüstung im Landkreis Potsdam-Mittelmark Kategorie:Ersterwähnung 1195 Kategorie:Schwielowsee (Gemeinde)