Ibrahim Bemba Kébé (* 1996 in Bamako) ist ein malischer Maler, Bildhauer und Installationskünstler. Er verwendet Jute und andere wiederverwertete Alltagsmaterialien für Arbeiten über Identität und Erinnerung.

Leben Kébé wurde 1996 in Bamako geboren und lernte durch seinen als Schweißer tätigen Vater technisches Zeichnen und Metallbearbeitung kennen. Danach eignete er sich Kalligrafie und Siebdruck autodidaktisch an und schuf erste Gemälde. Im Jahr 2016 begann er am Conservatoire des Arts et Métiers Multimédia Balla Fasséké Kouyaté in Bamako ein Kunststudium, das er 2019 mit einer Licence abschloss. 2017 gründete er mit anderen Künstlern das Kollektiv Sanou’Art, dessen Präsident er wurde. Mit dem Maler Famakan Magassa absolvierte er eine dreimonatige Residenz an der Cité Internationale des Arts in Paris. Er lebt und arbeitet in Bamako.

Wirken Ein Ausgangspunkt seiner Arbeit ist die Kultur der Korèdugaw, ritueller Spaßmacher, die traditionell auch Konflikte vermittelten. In frühen Skulpturen formte er aus Metallresten und Kunststoffsäcken zeitgenössische Narrenfiguren. Ausrangierte Telefone, Kunststoffschuhe, Eisen und andere Fundstücke verknüpfte er mit Umweltfragen und dem Ziel einer Übertragung des Wissens der Korèdugaw in die Gegenwart. Spätere Arbeiten kombinieren reliefartige Malerei und textile Installation auf Jute mit Spitze, wiederverwendeten Stoffen, Kaurischnecken, Holz und Pigmenten. Kébé greift dabei auf westafrikanische Kosmologien, Rituale sowie Soninke-, Bambara- und Mandinka-Ikonografien zurück, ohne Tradition als starres oder folkloristisches Erbe zu behandeln. Seine Werke thematisieren die Weitergabe von Erinnerung und Identität, das Verhältnis von Gesellschaft und Tradition sowie die Bedeutung des Sakralen in der Gegenwart. Im Jahr 2024 wurden seine Textilarbeiten auf der Pariser Kunstmesse AKAA hervorgehoben; im selben Jahr nahm er an der 1-54 Contemporary African Art Fair in London teil. 2025 zeigte die Lissabonner Galerie THIS IS NOT A WHITE CUBE mit When the Sky Split Open seine erste Einzelausstellung und sein internationales Debüt mit vierzehn neuen Arbeiten. Auf der ARCOlisboa 2025 war The March of the Heirs zu sehen, das die generationenübergreifende Übermittlung von Erinnerung, Widerstand und Identität behandelt. Von Januar bis März 2026 zeigte das Institut français du Mali in Bamako Les lieux du sacré – Présences silencieuses, worin Kébé sichtbare und unsichtbare Orte des Heiligen sowie dessen Wandel in Körpern, Gesten, Erinnerungen und Ritualen thematisierte.

Einzelnachweise

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