Rhynchosia ledermannii ist eine möglicherweise ausgestorbene Pflanzenart aus der Unterfamilie der Schmetterlingsblütler (Fabaceae). Sie war in Kamerun endemisch. Das Artepitheton ehrt den Schweizer Botaniker und Hortikulturisten Carl Ludwig Ledermann (1875–1958).

Merkmale Rhynchosia ledermannii war wahrscheinlich eine Kletterpflanze. Die Stängel waren mehr oder weniger dicht mit abstehenden Haaren bedeckt. Die waren Blätter gestielt und dreizählig. Die behaarten Blattstiele waren 2–5 cm lang. Die kurze, behaarte Blattrhachis zwischen den seitlichen und den endständigen Blättchen war 4–8 mm lang. Die Blättchen hatten sehr kurze, 2–3 mm lange Stielchen, die dicht zottig behaart waren. Sie waren entweder oval, verkehrt eiförmig oder annähernd rautenförmig, an der Basis stumpf oder gerundet, häufig mit kurzer Ausrandung. Die Spitze war stumpf oder schwach zugespitzt, seltener kurz zugespitzt oder lediglich mit einer kleinen Stachelspitze versehen. Die Oberseite war weich behaart, die Unterseite war sehr dicht, weich, anliegend und seidig-zottig behaart (die Behaarung hell oder leicht grau). Das Venennetz auf der Unterseite war deutlich hervortretend, auf der Oberseite meist leicht eingesenkt. Die Fiederblättchen waren 2,5–5,5 cm lang und 1,5–4 cm breit.

Die gelben Blütenstände waren achselständig, vielblütig, gelegentlich rispig verzweigt, behaart und klebrig. Die Blütenstandsachse war etwa 4–11 cm lang. Die kurz behaarten Blütenstiele waren 2–3 mm oder bis 4 mm lang. Der tiefe, behaarte Blütenkelch war bis etwa zur Mitte geteilt. Die Kelchzähne waren lanzettlich und zugespitzt. Der unterste Kelchzahn war länger als die übrigen, nahezu doppelt so lang wie die Kelchröhre. Die seitlichen Kelchzähne waren kürzer, bei einer 8 mm langen Kelchröhre; die beiden oberen waren bis etwa zur Mitte miteinander verwachsen und mit gemeinsamer Röhre etwa 7 mm lang.

Die Blütenkrone war kahl. Die Fahne hatte einen schmalen Basalteil. Die etwa 12 mm lange Fahnenplatte war verkehrt eiförmig, gerundet und an der Basis geöhrt. Der Fruchtknoten war kurz, mit zwei Samenanlagen und mit seidig-zottiger Behaarung. Der Griffel war oberhalb der behaarten Basis kahl. Die Narbe klein.

Die Hülsenfrucht war länglich-eiförmig oder länglich-lanzettlich, meist leicht gebogen, zugespitzt, dicht behaart, 2–3 cm lang und hatte 1 bis 2 Samen.

Lebensraum Rhynchosia ledermannii wuchs vermutlich in submontanen Wäldern, möglicherweise am Waldrand. Sie wurde in einer Höhe von etwa 1500 m entdeckt.

Status Diese Art wurde in der Bearbeitung der Hülsenfrüchtler im Standardwerk Flora of West Tropical Africa nicht berücksichtigt, vermutlich weil kein Exemplar erhalten ist. Edmund Gilbert Baker erkannte die Art 1929 an, doch das einzige Exemplar (ein Unikat im Berliner Herbarium), das im Dezember 1908 von Carl Ludwig Ledermann am Ufer eines Baches bei Babadjou in der Grassavanne Kameruns gesammelt wurde, ist verloren gegangen und kann daher nicht untersucht werden. Die Gattung bedarf einer modernen Revision. Rhynchosia ledermannii wird in der IUCN Red List als „vom Aussterben bedroht“ (CR(PE) „möglicherweise ausgestorben“) eingestuft, da nur ein einziger Standort mit einer Fläche von 4 m² bekannt ist und bekannt ist, dass ein Großteil des Lebensraums in diesem Gebiet durch Holzeinschlag und die Ausweitung der Landwirtschaft gerodet wurde.

Das Hochland von Bamenda ist zu ca. 96 % von dem natürlichen Lebensraum entwaldet, der für diese Art als notwendig erachtet wird. Erhebungen, die über mehrere Vegetationsperioden an vier Standorten entlang dieses Gebirges (Oku-Ijim, Bali-Ngemba, Dom und Lebialem) durchgeführt wurden, konnten die Art nicht wiederentdecken. Die Rodung der verbliebenen Wälder schreitet voran; in einem Gebiet gingen innerhalb von 15 Jahren 50 % verloren. Die Abholzung erfolgt hauptsächlich zur Gewinnung von Brennholz und fruchtbarem Ackerland.

Literatur

Weblinks

Kategorie:Schmetterlingsblütler Kategorie:Faboideae Kategorie:Endemische Pflanze Kategorie:Neuzeitlich ausgestorbene Pflanze