mini|283x283px|Amanda Sthers (2014) Amanda Sthers (* 18. April 1978 in Paris) ist eine französische Autorin und Regisseurin.

Leben und Werk Amanda Sthers (geb. Amanda Esther Maruani; in Anlehnung an Esther entstand das Pseudonym Sthers) kommt aus Paris. Sie war Studentin an der Pariser Sorbonne.

Sie wuchs als Tochter von Guy Maruani (Psychiater und Autor tunesisch-jüdischer Herkunft) und mütterlicherseits mit katholisch-bretonischen Wurzeln auf, wobei die Mutter vor der Heirat zum Judentum konvertierte. Gedanken zum Judentum und zum Konvertieren verarbeitet Sthers teilweise in ihren Werken.

Sie verfasst als Autorin Romane, Theaterstücke, weitere Texte und Drehbücher für das Fernsehen und das Kino (Serien und Spielfilme).

Ihre Romane wurden in mehr als 15 Sprachen übersetzt.

Sie verfasste die einzige autorisierte Biographie von Johnny Hallyday, ein Bestseller mit mehr als 600.000 verkauften Exemplaren.

Für einige ihrer Stücke und Filme, wie Je vais te manquer von 2009 erhielten Darsteller Preise (César Award). Einige ihrer Werke wie Madame von 2017 sind international erfolgreich.

Sthers ist Produzentin und Geschäftsführerin der Firma Idea(l), die neuen weiblichen Filmschaffenden eine Stimme verleihen und Brücken zwischen Europa und den Vereinigten Staaten schaffen will.

Amanda Sthers lebt in Los Angeles. Ihre Entscheidung für Los Angeles im Jahr 2017 begründet sie mit dem mangelnden Sicherheitsgefühl als jüdische Person in Frankreich für sich und ihre beiden aus der Ehe mit Patrick Bruel von 2004 bis 2007 stammenden Kinder, da sie Zeuge der terroristischen Anschläge vom 13. November 2015 im Stade de France (Paris) war und Freunde dabei verlor.

Rezensionen Neben zahlreichen Nominierungen und Preisen wurden Sthers Werke und Inszenierungen meist gelobt. Beispielsweise das Theaterstück Le vieux juif blonde von 2006 mit Nominierung für die Hauptdarstellerinnen für den Molière-Preis und Aufnahme in den Theater-Kanon der Harvard-Universität.

In der Erzählung C von 2025 für Champignon (= Pilz) oder für Connerie (= Dummheit) entwirft Sthers laut Kritik ein beklemmendes, aktuelles Bildnis der französischen Gesellschaft anlässlich der Hamas-Angriffe vom 7. Oktober 2023 und mischt Kritik an der Politik Frankreichs und Privates. Ihre Reflexionen zu ihren eigenen religiösen Wurzeln finden als zentrales Motiv Eingang in den Roman. Sie sieht das Wachstum der Gefühle von Hass nicht als Ausdruck des Bösen, sondern als ein Wachstum – ähnlich wie bei den Sporen von Pilzen – wegen der guten Umweltbedingungen, die ein Ausbreiten des neuen Klimas der Gewalt begünstigen.

Veröffentlichungen (Auswahl)

Romane

Chicken Street. Grasset, Paris 2006, ISBN 978-2-2466-9071-9. Deutsch, übersetzt von Karin Ehrhardt: Die Geisterstraße. Btb-Verlag, München 2011, ISBN 978-3442742486. Madeleine. Stock 2007, ISBN 978-2-2340-6676-2. Deutsch, übersetzt von Karin Ehrhardt: Der Gesang der Zikaden. Sammlung Luchterhand, München 2008, ISBN 978-3-6306-2137-1. Dans mes yeux, Johnny Hallyday biographie. Plon, Paris 2013, ISBN 978-2-2592-1862-7. Les Promesses. LGF 2016, ISBN 978-2-2530-6879-2. Le café suspendu. Grasset, Paris 2022, ISBN 978-2-2468-3152-5. Deutsch, übersetzt von Kirsten Gleinig: Caffè sospeso. Arche Literatur Verlag, Hamburg 2024, ISBN 978-3-0379-0056-7. C. Grasset, Paris 2025, ISBN 978-2-2468-4169-2.

Theaterstücke Die Uraufführungen waren in den Jahren:

Le vieux juif blonde 2006, Paris Thalasso 2007, Paris Lili Lampion 2011, Paris 50 et des Nuances 2013, Paris Der Familienrat (zusammen mit Morgan Spillemaecker, 2017 Paris, auf Deutsch von Georg Holzer, 2021 Schwerin)

Filme Die Premierendaten der ausgewählten Filme waren:

Camera Café: September 2001 bis Dezember 2004 (Drehbuch, Serienszenen, Fernsehen) Je vais te manquer: 10. Juni 2009 (Regie, Drehbuch, Kino) Madame: 22. November 2017 (Regie, Drehbuch, Kino) Les terres saintes: 16. Januar 2018 (Regie, Drehbuch, Kino) Mafia Mamma: 27. August 2023 (Drehbuch, Produktion, Kino)

Auszeichnungen (Auswahl)

2011: Nominierung für den Preis Globes de Cristal als bestes Musical für Lili Lampion. 2005: Bestes Buch des Jahres mit Chicken Street, durch die italienische Presse gekürt. 2011: Ernennung wegen ihrer Beiträge zum Chevalier (= Ritter) im Ordre des Arts et des Lettres (= Orden der Künste und der Literatur) durch die französische Regierung. 2015: Les Promesses als einer der zehn besten Romane des Jahres, durch die Zeitschrift Elle gekürt. 2020: Prix Junior (= Juniorpreis) für das beste Szenario beim Festival de Paris.

Weblinks

Informationen zu Amanda Sthers auf: IMDb.com

Einzelnachweise

Kategorie:Autor Kategorie:Literatur (21. Jahrhundert) Kategorie:Literatur (Französisch) Kategorie:Roman, Epik Kategorie:Drehbuchautor Kategorie:Filmregisseur Kategorie:Drama Kategorie:Franzose Kategorie:Geboren 1978 Kategorie:Frau