Klaus Zimmermann (* 26. November 1941 in Waldshut) ist ein deutscher Rechtsanwalt und Autor, der in Heidelberg lebt. Er war neben seiner anwaltlichen Tätigkeit Heidelberger Stadtrat sowie Mitglied in Aufsichts- und Beiräten verschiedener Unternehmen.

Leben und berufliches Wirken Nach dem Studium an der Universität Würzburg und der Universität Freiburg sowie Studienaufenthalten an der Universität Lausanne und in Paris promovierte er 1971 an der Universität Freiburg zum Dr. iur. Seine Dissertation befasst sich mit der Haftung von Gesellschaftern und Geschäftsführern im Falle der Insolvenz einer GmbH nach französischem Recht. 1973 ließ er sich als Rechtsanwalt in Heidelberg nieder. In den ersten Jahren seiner anwaltlichen Tätigkeit widmete er sich der Vertretung sozial benachteiligter Mandanten, die er teilweise auch unentgeltlich betreute. 2016 übergab er den aktiven Kanzleibetrieb in der Heidelberger Weberstraße an seinen Nachfolger.

Neben seiner juristischen Tätigkeit engagierte sich Zimmermann politisch und wirtschaftlich. Er war in der GAL aktiv, zu deren federführenden Mitbegründern er gehörte. Für diese saß er von 1984 bis 1989 im Heidelberger Stadtrat und engagierte sich dort insbesondere im sozial-kulturellen Bereich.Autoreninformation zu Dr. Klaus Zimmermann bei Ernster (Buch: Von der Welt, wie sie ist und wie sie sein könnte), abgerufen am 11. Juli 2026. Zudem war er verwaltend und beratend als Aufsichts- und Beirat verschiedener Unternehmen. In dieser Funktion begleitete er mehrere Biotechnologie- und Medizintechnikunternehmen.

Philosophisch-literarisches Schaffen Heute widmet sich Zimmermann vorrangig seiner Arbeit als Autor.Autorenprofil von Klaus Zimmermann beim Verlag Das Wunderhorn, abgerufen am 11. Juli 2026. Einer philosophischen Neigung entsprechend hatte er 1984 eine Theorierunde gegründet, die bis heute besteht. Er veröffentlichte drei Bücher im Verlag Das Wunderhorn, die sich thematisch mit Philosophie, Metaphysik und deren Bedeutung für den Zustand der Gegenwart beschäftigen. In seiner theoretischen Auseinandersetzung mit objektiven moralischen Werten und dem menschlichen Sein sucht er eine fundierte Begründung menschlicher Würde unter Rückgriff auf den Bestand der europäischen Philosophie und Metaphysik.

Bereits in seiner frühen Schrift Über Freiheit und menschliche Würde (2001) wandte sich Zimmermann konkret gesellschaftspolitischen Fragen zu.Klaus Zimmermann: Über Freiheit und menschliche Würde. Zur Renaissance der Utopie, zugleich eine Kritik des grünen Programmentwurfs. Heidelberg 2001. Als kostenfreies E-Book (PDF) auf Wikimedia Commons verfügbar. Darin kritisiert er den Verlust gesellschaftlicher Orientierung durch den Neoliberalismus sowie die programmatische Anpassung der Grünen an wirtschaftliche Zweckrationalitäten. Dem stellt er das Plädoyer für eine „Renaissance der Utopie“ entgegen, die menschliche Würde, Solidarität und Autonomie als zentrale gesellschaftliche Maßstäbe verteidigt.

In seinem Buch Von der Welt, wie sie ist und wie sie sein könnte geht Zimmermann den Fragen nach Grund und Sinn des Lebens nach und sucht die Grenzen zwischen Wissenschaft, Religion und Metaphysik zu bestimmen. Er geht dabei von einer menschlichen Grundeigenschaft aus, die er als „metaphysischen Sinn“ bezeichnet. Diesem Empfinden stehe eine objektive Unergründlichkeit gegenüber, an der das logisch-kausale Denken seine Grenzen finde. Diese Unergründlichkeit, die oft als Ursache seelischer Not gesehen werde, begreift er vielmehr als das eigentliche Fundament des Lebens und als Quelle des gesamten menschlichen Möglichkeitsreichtums. Nach Zimmermanns Auffassung kann sich die Wissenschaft nicht zu Dingen äußern, über die kein gesichertes Wissen existiert, während die Religion lediglich ein Wissen anderer Art behaupten könne.

Im Umgang mit metaphysischen Fragen seien daher nicht reines Wissen oder dogmatischer Glauben bestimmend, sondern Nachdenklichkeit und die Denkfigur des Paradoxons, die eine bleibende Widersprüchlichkeit zulasse. Zimmermann beschreibt Metaphysik in diesem Kontext als eine „a-religiöse Religiosität“, die keine Gewissheiten verkünde, aber das Bewusstsein für Freiheit, Moral und menschliche Würde trage. Ausgehend von diesem Ansatz formuliert der Autor im Rückgriff auf die Philosophiegeschichte die Möglichkeit, einer rein rationalen Welt ein gesellschaftlich wirksames metaphysisches Empfinden entgegenzusetzen. Er vertritt dabei die These, dass eine Welt, die jeden metaphysischen Sinn verloren hätte, kein Ort für den Menschen mehr sein könne.

Publikationen Haftung von Gesellschaftern und Geschäftsführern im Falle der Insolvenz einer GmbH nach französischem Recht. Dissertation, Universität Freiburg, 1971. Über Freiheit und menschliche Würde. Zur Renaissance der Utopie. Heidelberg 2001 (2. (E-Book) Auflage 2026 Wikimedia Commons). Von der Welt, wie sie ist und wie sie sein könnte. Verlag Das Wunderhorn, Heidelberg 2019, ISBN 978-3-88423-619-2. Zwischen Irdischem und Himmlischem. Reflexionen zur Metaphysik. Verlag Das Wunderhorn, Heidelberg 2023, ISBN 978-3-88423-684-0. Der Verlust der Welt. Metaphysik als Widerstand. Verlag Das Wunderhorn, Heidelberg 2026, ISBN 978-3-88423-754-0.

Einzelnachweise

Weblinks

Über Freiheit und menschliche Würde (PDF; kostenfreier Volltext auf Wikimedia Commons)

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