mini|Teilnehmende der UK Black Pride 2019 in London UK Black Pride (auch UKBP) ist eine jährliche Pride-Parade und eine Nichtregierungsorganisation in London, die sich für LGBTQ-Menschen of Colour afrikanischer, asiatischer, karibischer, lateinamerikanischer und nahöstlicher Herkunft einsetzt. Mit über 25.000 Teilnehmenden (Stand 2024) ist sie die europaweit größte Pride-Parade für diese Communities.
Geschichte
Gründung und erste Jahre Die Organisation UK Black Pride wurde 2005 von Phyll Opoku-Gyimah (bekannt als Lady Phyll) und anderen Schwarzen lesbischen Aktivistinnen der Gruppe Black Lesbians in the UK (BLUK) gegründet. Die erste Veranstaltung war ein Tagesausflug mit drei Busladungen von etwa 400 Teilnehmenden nach Southend-on-Sea. Ziel war es, einen sicheren Raum zu schaffen, der den damals in der Mainstream-Pride oft marginalisierten Schwarzen queeren Personen eine eigene Plattform zur Feier ihrer Identität bieten würde. Opoku-Gyimah beschrieb, dass die Idee auf Widerstand stieß und sie sogar mit Todesdrohungen konfrontiert wurde.
Entwicklung und Wachstum Nach mehreren Umzügen durch London (u. a. Regent’s Park, Vauxhall, Haggerston Park) fand die Veranstaltung 2022 erstmals im Queen Elizabeth Olympic Park in Stratford statt, wo sie bis 2025 blieb. Das Wachstum wurde durch institutionelle Unterstützung begleitet; so zog sich etwa die britische LGBT-Organisation Stonewall 2018 vom Pride in London zurück, um mit UK Black Pride zu kooperieren. Die Organisation begründete dies mit Bedenken bezüglich des mangelnden Engagements für Diversität im Mainstream-Event.
Im Juli 2019 zog der Vorstand von UK Black Pride eine Genehmigung für Stände des Home Office und der National Crime Agency (NCA) zurück. Begründet wurde dies mit der „fortgesetzten Diskriminierung“ durch diese Behörden gegenüber den vertretenen Communities und deren Behandlung von LGBTQ-Asylbewerbern. Das Home Office zeigte sich „enttäuscht“ über die Entscheidung.
Das 15-jährige Jubiläum im Jahr 2020 fand aufgrund der COVID-19-Pandemie ausschließlich digital statt, erreichte aber mehr als 30.000 Menschen online. Im Jahr 2024 verzeichnete die Veranstaltung jeweils über 25.000 Besucher. Die BBC berichtete 2023, die UK Black Pride sei die europaweit meistbesuchte Pride-Parade für nicht-weiße Menschen.
Im Mai 2026 gab die Organisation bekannt, dass die große jährliche Veranstaltung für dieses Jahr pausieren werde, um eine „strategische Neuausrichtung“ vorzunehmen. Die Organisation betonte, dass UK Black Pride nicht aufhöre zu existieren, sondern 2027 „größer und stärker“ zurückkehren werde.
Ziele und Selbstverständnis Die Organisation verfolgt einen intersektionalen Ansatz, der sowohl Rassismus als auch Queerphobie bekämpft.
Die Organisation betreibt auch das ganze Jahr über Bildungsarbeit, Advocacy und Community Outreach. Dazu gehört die Unterstützung von Asylbewerbern und Geflüchteten, die aufgrund ihrer sexuellen Orientierung verfolgt werden.
Finanzierung Die Veranstaltung ist kostenlos und wird durch Spenden, Zuschüsse und Unternehmenspartnerschaften finanziert. Um die Veranstaltung im Jahr 2025 auszurichten, waren über 450.000 Pfund erforderlich. Die Organisation betont, dass sie Sponsoren nach ethischen Kriterien prüft, um Konflikte mit ihren Werten der sozialen Gerechtigkeit zu vermeiden. In der Vergangenheit wurden Sponsoren, die mit Menschenrechtsverletzungen in Verbindung gebracht wurden, abgelehnt. Im Jahr 2025 stellte der Bürgermeister von London, Sadiq Khan, einen Zuschuss von 30.000 Pfund für die Organisation bereit.
Weblinks
Offizielle Website (englisch)
Einzelnachweise
Kategorie:Pride-Parade Kategorie:LGBT-Veranstaltung im Vereinigten Königreich Kategorie:Veranstaltung in London Kategorie:Afrikanische Diaspora Kategorie:Erstveranstaltung 2005