mini|Valdo Vinay (2021) Valdo Vinay (* 10. August 1906 in La Spezia; † 25. November 1990 in Rom) war ein italienischer evangelischer Theologe.Mark Hutchinson: Valdo Vinay. In: Explorations in Italian Protestantism (mit allen biografischen Daten, abgerufen am 10. Juli 2026).

Leben und Wirken Valdo Vinay entstammt einer evangelischen Familie in Norditalien. Sein als Lehrer tätiger Vater stand der Methodistischen Kirche bzw. den Waldensern nahe. Valdo besuchte Schulen in Pomaretto, Triest und Torre Pellice. Seine akademische Ausbildung begann er 1925 am Politecnico di Torino, wechselte dann aber 1927 in das Fach Evangelische Theologie. Hier begann er sein Theologiestudium an der Facoltà Valdese di Teologia, Theologischen Fakultät der Waldenser in Rom. 1930 setzte er sein Studium an der Universität Leipzig fort und anschließend ab 1932 an der Universität Bonn. In Bonn gehörte Karl Barth zu seinen Professoren. 1933 promovierte er in Rom über die Christologie von Karl Barth. Im gleichen Jahr wurde er zum evangelischen Pfarrer ordiniert und arbeitete bis 1940 als Geistlicher in verschiedenen Waldensergemeinden. Anschließend übernahm er eine Professur für Kirchengeschichte und Praktische Theologie an der Theologischen Fakultät der Waldenser in Rom. In dieser Funktion gehörte er zu den Wegbereitern der Theologie Karl Barths in Italien. Neben seinen Veröffentlichungen kümmerte er sich lange Zeit um den Aufbau und die Erweiterung der Fakultätsbibliothek, wirkte im Ökumenischen Rat der Kirchen und lehrte als Gastprofessor in zahlreichen Universitäten in Deutschland, der Schweiz, den Niederlanden und Norwegen. Die Universitäten in Basel, Jena und Prag zeichneten ihn mit der Ehrendoktorwürde aus. Er publizierte vor allem zur Kirchengeschichte der Reformationszeit im Zusammenhang mit den Waldensern.

Zu seinen Geschwistern gehörte der evangelische Theologe und Politiker Tullio Vinay.

Veröffentlichungen (Auswahl)

Ernesto Buonaitui und die Römisch-Katholische Kirche. In: Theologische Zeitschrift (Basel), Bd. 8 (1952), H. 1, S. 1–16.

Entstehung und Bedeutung der Evangelischen Bewegung in Italien seit der Zeit des Risorgimento. In: Zeitschrift für Kirchengeschichte, Bd. 72 (1961), H. 3/4, S. 345–370. Der Anschluß der romanischen Waldenser an die Reformation und seine theologische Bedeutung. In: Theologische Literaturzeitung, Bd. 87 (1962), H. 2, S. 89–100. Rom und die Anderen. Das Verhältnis der römischen Kirche zur nichtrömischen Christenheit an Hand der Konstitution "De Ecclesia" und des Dekrets "De Oecumenismo" (= Bensheimer Hefte, Bd. 29). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1965. Die italienischen Übersetzungen von Luthers kleinem Katechismus. In: Helmar Junghans (Hrsg.): Vierhundertfünfzig Jahre lutherische Reformation 1517–1967. Festschrift für Franz Lau zum 60. Geburtstag. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1967, S. 384–394. Eine unbekannte Ablaßinstruktion von 1516 für die Mainzer Kirchenprovinz. In: Ebd., S. 395–415. Bis zu den Toren Roms. In: Oskar Thulin (Hrsg.): Reformation in Europa. Stauda, Kassel 1967, S. 297–308. Die Beziehungen zwischen Katholiken und Protestanten in Italien nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil. In: Theologisch-praktische Quartalschrift, Bd. 115 (1967), H. 3, S. 252–259. Die ökumenische Bedeutung der Reformation. In: Im Lichte der Reformation, Bd. 11 (1968), S. 39–52. Mitautor. In: Wolfgang Erk (Hrsg.): Die Waldenser. Geschichte und Gegenwart. Lembeck, Frankfurt/M. 1971, ISBN 978-3-87476-006-5. Bekenntnis und Kirchenordnung bei den Waldenser Flüchtlingen in Hessen-Darmstadt 1688–1699. In: Theologische Zeitschrift (Basel), Bd. 30 (1974), H. 3, S. 152–162. Waldes. In: Martin Greschat (Hrsg.): Gestalten der Kirchengeschichte. Bd. 3,1. Kohlhammer, Stuttgart 1983, S. 238–248, ISBN 3-17-007885-2.

Außerdem zahlreiche Publikationen in italienischer Sprache.

Weblinks

Einzelnachweise

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