Eino Ruutsalo (* 19. September 1921 in Helsinki; † 2. April 2001 ebenda) war ein finnischer Filmemacher, Maler und Bildhauer.

Leben und Wirken Ruutsalo wurde während des Zweiten Weltkrieges als Pilot ausgebildet, bevor er 1949–50 an der Parsons School of Design in New York und später an der Kunstakademie in Helsinki studierte. Er begann seine künstlerische Laufbahn in den 1950er Jahren als abstrakter Maler, drehte aber bereits 1953 den Kurzfilm New York – usvainen kaupunki („New York – Die diesige Stadt“). Den zeitgenössischen europäischen Strömungen des Op-Art, Nouveau Réalisme und Fluxus folgend entwickelte er sich in den 1960er Jahren zu einer der bedeutendsten Persönlichkeiten der finnischen Avantgarde.

Von der statischen Form der Malerei kam er zu Werken, die Bewegung, Licht, Klang und Zeit einbezogen. Er schuf kinetische Objekte und experimentelle Filme, in denen er dem dynamischen Wechselspiel zwischen Bewegung und Wahrnehmung nachging. Zu seinen bekanntesten Werken dieser Zeit zählt der Film Kinetic Pictures (1962), für den er den Filmstreifen von Hand bemalte, zerkratzte und bearbeitete, um rhythmische, pulsierende Abstraktionen zu erzeugen. Dieses Werk fand internationale Anerkennung und etablierte ihn als Pionier des experimentellen Films in Finnland.

In der Folgezeit schuf er eine Reihe von „kinetischen Gedichten“, Lichtkonstruktionen und beweglichen Assemblagen, in denen Worte, Licht und mechanische Bewegung miteinander interagierten und sich wandelnde visuelle Erlebnisse hervorriefen. Er arbeitete häufig mit Musikern, Dichtern und Tänzern (u. a. mit dem Komponisten Otto Donner) zusammen und nahm spätere Praktiken der Multimedia-Installation vorweg. Neben den experimentellen Kurzfilmen drehte er auch mehrere Filme in Spielfilmlänge sowie Dokumentarfilme, darunter ein Porträt des Architekten Alvar Aalto. Seine Werke sind in namhaften finnischen Kunstmuseen vertreten, so in der Finnischen Nationalgalerie, im Kunstmuseum Helsinki (Helsingin taidemuseo HAM), im Kunstmuseum Pori (Porin taidemuseo) und im Kunstmuseum Diedrichsen (Didrichsenin taidemuseo). Das Ateneum in Helsinki widmete ihm zum 100. Geburtstag 2021 eine Ausstellung.

Quellen CTM Festival: Eino Ruutsalo Ateneum: Fokus Gallery: Eino Ruutsalo's experimetal 1960s Marko Home: “Death lurks in stagnation” – Eino Ruutsalo’s experimental 1960s, Universität Helsinki, 2021 Van Kerkhoff Art Consultancy: Eino Ruutsalo pHinnWeb: Eino Ruutsalo

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