Bunnpris (Eigenschreibweise: BUNNPRIS) ist eine Discounterkette, die in Norwegen landesweit mit Filialen vertreten ist. Die Kette gehört zum Familienunternehmen I.K. Lykke AS mit Sitz in Trondheim. Die Kette setzte 2021 insgesamt 7,1 Milliarden norwegische Kronen um, der Marktanteil belief sich 2024 auf 3,3 %. Sie ist damit die kleinste Kette auf dem norwegischen Lebensmitteleinzelhandelsmarkt.

Geschichte Gründung des Unternehmens und erste Bunnpris-Filiale (1830–1981) links|mini|Gründer des Unternehmens Iver Knudsen Lykke (1790–1865) Die Anfänge des heutigen Unternehmens datieren auf das Jahr 1830. Gründer Iver K. Lykke handelte anfangs mit Mühlsteinen. Da diese Waren, die er per eigenem Schiff zwischen Süd- und Ostnorwegen transportierte, wie damals üblich in Butter bezahlt wurden, eröffnete er zehn Jahre später ein Fachgeschäft für fetthaltige Lebensmittel. Es soll das erste seiner Art in Trondheim gewesen sein. 1860 verschiffte man Butter nach England. Iver K. Lykke verstarb am 6. Juli 1865 in Trondheim nach Krankheit. Das Geschäft ging an seinen Sohn Peder Lykke über.

Peder beendete das Geschäft mit Mühlsteinen und erweiterte das Geschäft stattdessen um weitere Warengruppen, wie Kaffee, Käse und Zucker. Es folgten der Export von Kolonialwaren und Schweinefleisch nach Jämtland. Peder verstarb am 11. August 1923, das Geschäft wurde an dessen Sohn Hans übergeben. Administrativer Direktor wurde Peders ältester Sohn Ivar, der am 4. Dezember 1949 verstarb. Nach dem Zweiten Weltkrieg war die Wirtschaftslage angespannt, das Unternehmen ging fast insolvent, konnte aber weiter bestehen, inzwischen unter der Leitung von Ivar Lykkes Sohn Ivar Lykke Jr. Dessen Sohn Trond Lykke stieg 1968 ins Unternehmen ein. 1981 wurde dann die erste Filiale namens Bunnpris in Trondheim eröffnet.

Weitere Entwicklung und Übernahme von ICA Norge-Filialen (1982–2016) mini|Die Rimi- und ICA-Filialen wurden im April 2015 auf Bunnpris umgeflaggt, wie hier in Øra Eine neue Generation übernahm 2005, als Trond Lykke das Unternehmen an seinen Sohn Christian übergab. Anfang 2006 hatte Bunnpris 125 Filialen, im März 2007 waren es schon 153. Einer der Gründe war der Wechsel einiger Kaufleute der ICA Gruppen, die das Unternehmen aufgrund von Unstimmigkeiten mit der Geschäftsführung und den eigenen Umsätzen verließen. Bunnpris' Marktanteil konnte 2007 gegenüber dem Vorjahr um 0,4 % auf 3,3 % gesteigert werden. Der landesweit erste Markt, der nur mit SB-Kassen ausgestattet wurde, feierte im Juni 2011 in Oslo seine Eröffnung. Dabei wurden die zuvor vier regulär bestehenden Kassen durch sieben Selbstbedienungskassen ausgetauscht.

Am 6. Oktober 2014 wurde die Übernahme der 553 norwegischen ICA-, Matkroken- und Rimi-Märkte durch die Coop Norge bekannt. ICA Gruppen zog sich damit komplett aus Norwegen zurück. Im März 2015 wurde die Übernahme unter Auflagen genehmigt. So wurde Coop Norge zum Weiterverkauf von 93 Filialen verpflichtet. Während 50 Filialen an NorgesGruppen gingen, übernahm Bunnpris 42 Standorte. Ursprünglich sollten 43 Filialen an Bunnpris gehen, eine Filiale wurde jedoch an Rema 1000 verkauft. Zum 13. April 2015 übernahm Bunnpris die ICA-, Matkroken- und Rimi-Filialen offiziell und begann umgehend mit der Umflaggung auf seine eigene Marke. Allen voran wurden zuerst die Computersysteme und Preisschilder erneuert, nach und nach folgte dann die Umflaggung durch Austausch der Schilder und des Designs inkl. neuer Arbeitskleidung. Vor der Übernahme betrieb Bunnpris 214 Filialen. Seit dem 2. September 2015 kann in allen Bunnpris-Filialen mit dem Handy bezahlt werden. 2016 gehörte Bunnpris zu den drei am langsamsten wachsenden Ketten in ganz Norwegen. Von 2015 zu 2016 wurde in den bereits bestehenden Filialen ein Umsatzrückgang von 1,15 % verzeichnet. Dennoch wurde, bedingt durch die Übernahme der ICA- und Rimi-Filialen, ein Umsatz von 6,63 Milliarden norwegischen Kronen gemeldet, was ein Wachstum von 4 % gegenüber dem Vorjahresergebnis entsprach.

Heutige Situation (2017–) links|mini|Im Inneren einer Bunnpris-Filiale im November 2020 Ab 2017 kaufte Bunnpris einen Teil seiner Waren über Asko, das zentrale Logistik- und Großhandelsunternehmen von NorgesGruppen, ein. Das Kaufvolumen lag dabei bei rund drei Milliarden norwegischen Kronen pro Jahr. Zwischen 2012 und 2017 übernahm Reitan, Muttergesellschaft von Rema 1000, die Belieferung von Bunnpris. Vor 2012 bestanden bereits Verträge zwischen Bunnpris und NorgesGruppen. Zwischen Bunnpris und Coop Norge kam es im Rahmen der 2015 erfolgten Übernahme von ICA Norge-Filialen zu einem nachgelagerten Rechtsstreit. So verklagte Coop im Februar 2018 Bunnpris, weil Bunnpris einen Teil des Kaufpreises der übernommenen Filialen einbehalten haben soll. Im Juli 2018 fällte das Osloer Bezirksgerichts das Urteil, das Bunnpris zur Zahlung von 32,5 Millionen norwegischen Kronen sowie zur Übernahme von Anwaltskosten in Höhe von 1,8 Millionen norwegischen Kronen verpflichtete.

Bunnpris wandelte von Anfang 2018 bis Juli 2019 insgesamt 15 Regiemärkte in Franchisemärkte um. Von den damals 238 betriebenen Filialen waren 174 Standorte, die von eigenständigen Kaufleuten betrieben wurden. Als Grund wurde angeführt, dass Regiemärkte einen niedrigeren Umsatz als Franchisemärkte machen würden. Eine Kooperation mit Too Good To Go wurde im November 2020 gestartet. 2025 betrieb Bunnpris landesweit 244 Filialen. Nach Vertriebslinien ist Bunnpris die siebtgrößte Lebensmitteleinzelhandelskette (nach Spar und vor Meny; beide von NorgesGruppen) des Landes. Unter den Discountern belegt Bunnpris den vierten und letzten Platz.

Kennzahlen Marktanteil mini|Seit 1830 ist der Hauptsitz von Bunnpris in der Munkegatan in Trondheim angesiedelt. JahrMarktanteil20143,4 %20153,9 %20163,9 %20173,8 %20183,7 %20193,6 %20203,4 %20213,4 %20223,5 %20233,4 %20243,3 %

Umsatz JahrUmsatz20145,445 Milliarden NOK20156,408 Milliarden NOK20166,628 Milliarden NOK20176,513 Milliarden NOK20186,467 Milliarden NOK20196,411 Milliarden NOK20207,135 Milliarden NOK20217,127 Milliarden NOK

Bunnpris & Gourmet Bunnpris betreibt neben klassischen Discountmärkten auch Märkte, die Gourmetgerichte und -lebensmittel anbieten. Diese sind am ergänzten Namen Bunnpris & Gourmet erkennbar. Heute (Stand: Juli 2026) gibt es landesweit 15 Filialen.

Kritik Alkoholverkauf an Minderjährige Bei einer 2010 durchgeführten Testreihe, bei der Minderjährigen Alkohol verkauft wurde, schnitt Bunnpris am schlechtesten ab. Insgesamt 58 % der überprüften Filialen (21 von 36 Kaufversuche) fielen bei der Überprüfung durch. Auch in einer 2009 durchgeführten Prüfung erfolgte der Verkauf an Minderjährige in 13 von 27 Kaufversuchen.

Kennzeichnungen auf Rindfleischverpackungen Nach öffentlicher Kritik an den Bezeichnungen „frisch gedreht“ und „saftig“ wurde diese von den Verpackungen von Rinderhackfleisch entfernt. Vorausgegangen war ein Bericht in der Sendung Matkontrollen von TV 2, der aufzeigte, dass abgepacktes Rinderhackfleisch bis zu 17 Tage haltbar sei und die kritisierten Begriffe anderes implizieren würden.

Kontroverser Fernsehwerbespot Die Kette wurde für einen bis Februar 2013 gezeigten Werbespot kritisiert. In diesem war ein Mann zu sehen, der an einem Fußballplatz, auf dem Kinder spielen, vorbeiläuft und einen Ball zurückschießt. Dieser erwischt eines der spielenden Kinder, das vor Schmerzen zu Boden fällt. Marketingaussage des Spots war, dass man durch den Einkauf bei Bunnpris nicht beliebter würde, dafür aber günstiger einkaufen könne. Nach der Kritik, u. a. von Verbraucherschutzbehörden, beendete die Kette die Ausstrahlung des Spots.

Weblinks

Website des Unternehmens

Einzelnachweise

Kategorie:Organisation (Trondheim) Kategorie:Lebensmitteleinzelhändler