Franz Joseph Unterholzer (geboren 15. März 1880 in Maria Lankowitz; gestorben 24. Jänner 1952 in Tregist) war ein österreichischer Bildhauer und Medailleur. Der mit zahlreichen Preisen ausgezeichnete Künstler betrieb unter anderem ein eigenes Atelier in Paris, ehe er nach dem Ersten Weltkrieg in die Weststeiermark zurückkehrte, wo er vor allem Kriegerdenkmäler gestaltete.
Leben Franz Joseph Unterholzer wurde als viertes Kind des aus der Pfarre Ettendorf bei Lavamünd stammenden Bauernsohns und als Bergarbeiter im Gottesgabenschacht tätigen Carl Unterholzer und der Näherin Maria Mahr, Tochter des Deutschlandsbergers Tuchmachers Lorenz Mahr geboren.Taufbuch Maria Lankowitz, tom. 4, fol. 147 (Faksimile), abgerufen am 28. Mai 2026.
Da er bereits früh eine künstlerische Begabung, vor allem für das Schnitzen, zeigte, wurde er auf Anraten seiner Lehrer mit zwölf Jahren in ein Missionshaus bei Salzburg geschickt, um dort zu maturieren. In einem selbst von ihm verfassten Lebenslauf beschreibt Unterholzer, dass ihn die Bauten in Salzburg und die alten Meister wie Michelangelo, deren Bilder er in der dortigen Bibliothek sah mehr interessierten und prägten als das Gymnasium. Zusammen mit einigen Missionaren des Salzburger Missionshauses kam er 1895 nach Antwerpen und später nach Holland und Westfalen. Von seinen Eltern und seinen Lehrern war für Unterholzer ein Leben als Mönch vorgesehen, aber bevor er seine Tonsur erhielt trat er 1900 aus. Er ging nach Graz, wo er erfolglos eine Lehrstelle als Holzbildhauer suchte. Er besuchte dort auch für ein Jahr die Kunstgewerbeschule, wo er von Hans Brandstetter und Georg Winkler unterrichtet wurde. Nachdem er die Kunstgewerbeschule verlassen hatte leistete er in Pula Militärdienst.
Im Jahr 1903 reiste Unterholzer schließlich nach Wien, um dort an der Akademie der bildenden Künste zu studieren. Bereits während seiner Studienzeit erhielt Unterholzer zahlreiche Aufträge und Preise, darunter zweimal die Füger-Medaille in Gold. Neben dem Studium war Unterholzer auch noch Privatschüler des Radierers und Kupferstechers William Unger. Da er sich als Künstler eingeengt sah, verließ Unterholzer 1908 die Akademie und zog nach Deutschland, wo er zuerst in einer Medaillenfabrik in Schrobenhausen arbeitete und später nach Berlin und Frankfurt zog. Vor Weihnachten 1909 kam er nach Paris, wo er anfangs in verschiedenen Ateliers arbeitete und später ein eigenes Atelier eröffnete. Dort freundete er sich mit den französischen Künstlern Auguste Rodin und Antoine Bourdelle an. Im Jahr 1910 wurde ihm für die Schaffung von 28 Plaketten mit symbolischen und allegorischen Darstellungen der Österreichische Staatspreis verliehen. Die Plaketten wurden vom Kunsthistorischen Museum angekauft. Zu Beginn des Ersten Weltkrieges rückte er, noch in Paris lebend als Freiwilliger in die k.u.k. Armee. Er musste daraufhin Frankreich überstürzt verlassen und dabei sämtliche Modelle und Zeichnungen zurücklassen. Unterholzer kämpfte bis zum Kriegsende an der Italienfront, wurde dort im August 1918 zum Oberleutnant ernannt und kam zu Kriegsende in italienische Kriegsgefangenschaft.
Nach der Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft zeichneten der Verlust seines Pariser Ateliers sowie sein Kriegsdienst Unterholzers weiteren Lebensweg. Er zog zurück in seine weststeirische Heimat, wo er sich vor allem mit kleinen Auftragsarbeiten, wie etwa die Fertigung von Hauskreuzen, Heiligenfiguren und Grabsteinen seinen Unterhalt verdiente. Von Zeitgenossen wird beschrieben, dass Unterholzer nicht mit Geld umgehen konnte und deshalb stets in Armut lebte. Im Kaufmann Adolf Stölzle fand Unterholzer aber einen Unterstützer, der ihm neben Geld auch eine Unterkunft gab. So wohnte Unterholzer einige Zeit in einem kleinen Haus im Katzbachgraben das Stölzle gehörte. Die dort ansässigen Bauern versorgten ihn mit Lebensmitteln, im Gegenzug fertige Unterholzer für sie diverse Werke, etwa Grabsteine an. Unterholzer erhielt aber auch Aufträge für größere Arbeiten. So arbeitete er 1926 mit als der Karner neben der Pfarrkirche Köflach in ein Kriegerdenkmal umgestaltet wurde. Obwohl Unterholzer sein Honorar für das Denkmal während der Arbeit in Raten erhalten hatte, war bis zur Einweihung nichts von dem gezahlten Geld übrig geblieben. Darum verlangte er für die Einweihung einen neuen Steireranzug, um an der Einweihung teilnehmen zu können. Die Gestaltung von weiteren Kriegerdenkmälern in der Steiermark, wie etwa in Voitsberg folgten.
Im Jahr 1923 erhielt Unterholzer den Österreichischen Staatspreis für sein Gesamtwerk.
Unterholzer war anfangs ein Befürworter der Großdeutschen Idee, änderte seine Einstellung aber nach dem Anschluss Österreichs im März 1938. Er verließ Österreich und zog nach Jugoslawien, wo er für den kroatischen Bildhauer Ivan Meštrović arbeitete. Kurz nachdem die Wehrmacht in Jugoslawien im April 1941 einmarschiert war, wurde Unterholzer aufgegriffen und zurück nach Österreich geschickt. Nach seiner Rückkehr wurde er erneut von der Familie Stölzle beherbergt.
Die letzten Jahre seines Lebens verbrachte Unterholzer im Altersheim von Köflach. Er starb im Jänner 1952 im Landeskrankenhaus Voitsberg, das damals auf dem Gemeindegebiet von Tregist lag. Er wurde am Friedhof Voitsberg im Grab seiner Schwester beigesetzt.
Werke (Auswahl) mini|Das Kriegerdenkmal in Köflach mit dem von Franz Joseph Unterholzer gestalteten Portal mini|Das von Franz Joseph Unterholzer gefertigte Holzrelief über der Eingangstür der Volksschule Gößnitz Neben zahlreichen Kleinarbeiten wie etwa Plaketten, Uhrfassungen und Heiligenfiguren, die sich in Privatbesitz befinden, gestaltete Unterholzer auch einige Kriegerdenkmäler. Kriegerdenkmal Köflach: Schmerzensmann und Reliefs am Portal. Kriegerdenkmal Maria Lankowitz: Gesamtgestaltung als farbiges Fresko (später durch Toni Hafner in Sgraffitotechnik restauriert). Kriegerdenkmal Voitsberg: Gestaltung als Gesamtkunstwerk. Wegkreuz beim vulgo Demmel am Weg vom Gaberl zum Sattelhaus. Familie Stölzle-Erlbeck in Köflach: Portalumrahmung am Hauseingang (mittlerweile in der Außenstelle Schloss Stainz des Universalmuseums Joanneum). Gasthaus Kleinhapl in Köflach: Bacchus-Relief als Türaufsatz. Friedhof Voitsberg: Grabstein für seine Schwester. Friedhof Graden: Grabstein für Pankratius Groß. Heiliger Berg bei Bärnbach: zwei Heiligenfiguren in der Kirche. Kriegerdenkmal in Sankt Stefan ob Stainz. Kriegerdenkmal beim Schloss Hollenegg. Kriegerdenkmal in Gleisdorf. Kriegerdenkmal in Kirchberg an der Raab. Kriegerdenkmal in Radmer. Volksschule Gößnitz: farbiges Holzrelief über dem Eingangsportal.
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