Karl Horst Philipps (* 29. Januar 1905 in Bautzen; † 8. November 1962 in Groß Glienicke) war ein deutscher Meteorologe und Gründungsdirektor des Meteorologischen Dienstes der DDR.
Leben Philipps legte am Köllnischen Gymnasium in Berlin das Abitur ab. Er studierte anschließend Mathematik und Physik an der Universität Berlin; unter anderem bei Richard von Mises, dessen Assistent Philipps wurde. Anschließend war er als Lehrer in Berlin-Neukölln und als Geschäftsführer im Wirtschafts- und Fürsorgeausschuss der Universität Berlin tätig. Ab 1933 war er an der Staatlichen Forschungsstelle für langfristige Witterungsvorhersage in Frankfurt am Main unter Franz Baur tätig, anschließend auch an dessen Nachfolgeorganisation Forschungsinstitut für langfristige Witterungsvorhersage beim Reichswetterdienst in Bad Homburg. 1935 wurde er bei Franz Linke in Frankfurt promoviert. Ab 1940 war er beim Reichsamt für Wetterdienst in Potsdam tätig. 1942 wurde er zum Regierungsrat ernannt.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs arbeitete Philipps in der Abteilung „Wetterforschung“ des Meteorologischen Zentralobservatoriums Potsdam in der Sowjetischen Besatzungszone. 1947 übernahm er die Leitung der neuen Abteilung „Theoretische Meteorologie“ und war ab 1949 auch stellvertretender Direktor des Zentralobservatoriums. Ab 1949 war er Professor mit einem Lehrauftrag für Meteorologie an der Humboldt-Universität zu Berlin. Nach seinen Vorschlägen und unter seiner Leitung entstand 1950 der Meteorologische Dienst der DDR, der 1951 zum Meteorologischen und Hydrologischen Dienst der DDR erweitert wurde. Er führte diesen Dienst bis zu seinem Tod 1962 als Direktor. Parallel war er von 1950 bis 1954 auch Direktor des Zentralobservatoriums Potsdam, aus dessen Bereichen „Theoretische Meteorologie“ und „Wetter- und Klimaforschung“ 1953 das Institut für Großwetterforschung unter seiner Leitung gebildet wurde. Ab 1960 war er Professor mit Lehrstuhl an der Karl-Marx-Universität Leipzig.
Von 1957 bis 1962 war Philipps Sekretär des Komitees der DDR für das Internationale Geophysikalische Jahr und dessen Nachfolgeeinrichtung, des Komitees für die International Geophysical Cooperation. 1960 wurde ihm der Nationalpreis der DDR III. Klasse für Wissenschaft und Technik verliehen. 1962, wenige Monate vor seinem Tod, wurde er zum Präsidenten des Nationalkomitees für Geodäsie und Geophysik der DDR gewählt.
Werke (Auswahl) gemeinsam mit Fritz Bernhardt: Die räumliche und zeitliche Verteilung der Einstrahlung, der Ausstrahlung und der Strahlungsbilanz im Meeresniveau. Die Störungen des zonalen atmosphärischen Grundzustandes durch stratosphärische Druckwellen. (1936) Wettergeschehen als physikalischer Vorgang. (1955) Rückschauende Betrachtungen zur Meteorologie. (1957) Bestimmung der Dichte in der hohen Atmosphäre mittels Beobachtungen an künstlichen Erdsatelliten. (1960) gemeinsam mit Fritz Bernhard: Angenäherte Berechnungen der vertikalen, langwelligen Strahlungsströme G und U in Abhängigkeit von einer vorgegebenen vertikalen Feuchteverteilung, einer vorgegebenen vertikalen Kohlensäureverteilung und einer vorgegebenen vertikalen Temperaturverteilung. (1966)
Literatur
Kategorie:Meteorologe Kategorie:Behördenleiter Kategorie:Ministerialbeamter (NS-Staat) Kategorie:Regierungsrat Kategorie:Hochschullehrer (Humboldt-Universität zu Berlin) Kategorie:Hochschullehrer (Universität Leipzig) Kategorie:Träger des Nationalpreises der DDR III. Klasse für Wissenschaft und Technik Kategorie:DDR-Bürger Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1905 Kategorie:Gestorben 1962 Kategorie:Mann