Johann Blasius Franck (auch Johann Blasius Frank; französisch Jean Blaise Franck; * 1716 in Volkach; † 2. Juni 1783 in Kremsmünster) war ein Ingenieur und Baumeister. Er war der Erbauer der Sternwarte Kremsmünster, die als eines der ersten Hochhäuser Österreichs gilt.

Leben Johann Blasius Franck wurde im Jahr 1716 in der würzburgisch-hochstiftischen Amtsstadt Volkach geboren. Vielleicht betrieb die Familie eine Schreinerei im Haus Nr. 125, der heutigen Hauptstraße 41. Hier wird nach 1713 ein gewisser Jeremias Frank als Inhaber genannt.Günther Schmitt: Häuserchronik der Stadt Volkach als Spiegel des Bürgertums. Vom Ende des 17. Jahrhunderts bis heute (= Volkacher Hefte Bd. 19). Volkach 2017. S. 129. Die Kindheit und Jugend des späteren Ingenieurs kann allerdings im Detail nicht fassbar gemacht werden. Johann Blasius Franck schrieb sich an der Akademie der bildenden Künste in Wien ein, später folgte außerdem ein Studium an der dortigen Militär-Akademie, wo er sich auf Vermessungskunde, Baukunst und Mathematik spezialisierte.

Ab 1743 kann Frank als Lehrer für Geometrie, Militär- und Zivilbaukunst an der erst 1744 gegründeten Ritter-Akademie im Stift Kremsmünster fassbar gemacht werden. Mit seinen Schülern soll Franck naturhistorische Spaziergänge unternommen haben.Theodor Kerschner, Josef Schadler: Geschichte der naturwissenschaftlichen Sammlungen des oberösterreichischen Landesmuseums. In: Jahrbuch des oberösterreichischen Musealvereines. Band 85, Linz 1933, S. 345–479, hier S. 352. (). Erhalten haben sich zahlreiche seiner Pläne, Grundrisse und Zeichnungen. Unter Verwendung von Plänen des Benediktiners und Philosophen Anselm Desing leitete Franck den Bau der Sternwarte Kremsmünster auf dem Gelände des Benediktinerklosters. Das erhaltene Gebäude gilt als eines der ersten Hochhäuser Österreichs. Johann Blasius Franck starb am 2. Juni 1783 in Kremsmünster.Dankmar Trier: Franck, Johann Blasius. In: Allgemeines Künstlerlexikon Bd. XLIII (2004). S. 451.

Bauten (Auswahl) Von den Bauten Francks haben sich zahlreiche Pläne erhalten. Von besonderer historischer Bedeutung ist die Grundriss-Aufnahme des Stiftskomplexes Kremsmünster aus dem Jahr 1774. Besondere Bedeutung für die Wahrnehmung als Baumeister hat die 1745 vollendete Sternwarte Kremsmünster und der Brückentor-Trakt des Prälatenhofes im gleichen Areal. Dabei galt Franck in erster Linie als „Schattenarchitekt“ neben Desing, der vor Ort nur wenig Mitspracherecht bei der Ausgestaltung des Baus besaß.Ernst Pitschmann: 250 Jahre Sternwarte Kremsmünster. Ein Feuilleton. In: Stiftsgymnasium Kremsmünster 151. Jahresbericht (2008). S. 85–93, hier S. 87. Um 1750 schuf Franck außerdem die Bibliothek der Ritter-Akademie Kremsmünster, die sich allerdings nicht erhalten hat.

Literatur Dankmar Trier: Franck, Johann Blasius. In: Allgemeines Künstlerlexikon Bd. XLIII (2004). S. 451.

Einzelnachweise

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