Charlotte Sommerfeld (* 1920 in Leipzig; † um den 10. April 2012 in Berlin) war eine deutsche Fernsehregisseurin des Deutschen Fernsehfunks.

Leben und Wirken Charlotte Sommerfeld wuchs in Leipzig als Tochter eines Konfekthändlers und dessen Ehefrau auf.David Ensikat, Nachruf auf Charlotte Sommerfeld, in Tagesspiegel vom 13. April 2012 (Text), mit Erinnerungen und biographischen Details Ihre Eltern boten ihr und ihrer Schwester die Möglichkeit, sich in Gesang und Schauspiel ausbilden zu lassen.

Um 1940 wurde sie Darstellerin im Theater in Memel in Ostpreußen, sie heiratete und bekam einen Sohn.Deutsches Bühnen-Jahrbuch, 1944, S. 349 (kurzer Auszug), erwähnte Charlotte Sommerfeld in Memel.

1945/1946 zog sie nach Zwickau, wo sie als Choreographin bei einer Revue arbeitete. Danach war sie in Leipzig als Hörspiel- und Hörfunksprecherin tätig. Dort lernte sie den Kapellmeister Rolf Kleinert kennen, den sie heiratete, sie bekam mehrere Kinder.

Seit 1950 lebte sie in Berlin, bis 1952 ohne ihren Mann, der in Zwickau eine Anstellung hatte. In dieser Zeit war sie an der Entstehung des Deutschen Fernsehfunks beteiligt und war dort eine der beiden einzigen Regisseurinnen neben Elly Baraucke.Thomas Beutelschmidt, Henning Wrage, Das Buch zum Film, der Film zum Buch, Leipzig 2004, S. 67, zu den ersten literarischen Fernsehinszenierungen des Deutschen Fernsehfunks

In den folgenden Jahren führte sie die Bildregie in zahlreichen Unterhaltungssendungen, wie Willi Schwabes Rumpelkammer.

Charlotte Sommerfeld war eine selbstbewusste Frau, die durch ihr modisch gekleidetes Aussehen auffiel und bei ihren Mitarbeitern sehr beliebt war.David Ensikat, Nachruf auf Charlotte Sommerfeld, 2012, mit einigen Beschreibungen ihrer Person.

Um 1970 zog sie sich aus dem Fernsehen zurück und wurde nach dem Tod ihres Mannes 1975 verrentet.

Ab 1990 drehte sie Kurzreportagen für den Berliner Lokalsender I A und 1998 ein langes Porträt über die bekannte Keramikerin Hedwig Bollhagen. 2002 erlitt sie einen Schlaganfall, von dem sie sich teilweise wieder erholen konnte. 2012 starb sie im Alter von 92 Jahren in Berlin.

Charlotte Sommerfeld hatte vier Kinder, darunter die Dokumentarfilmerin Angelika Andrees (* 1951).

Filme und Sendungen Filme Regie 1953: Des Vetters Eckfenster, Erstsendung: 27. Januar 1953, nach E. T. A. Hoffmanns gleichnamiger Erzählung, erste DFF-Kurzinszenierung nach einer literarischen Vorlage 1963: Liebe postlagernd 1963: Der arme Jonathan 1969: Porträt Erika Dunkelmann 1998: Hedwig Bollhagen. Keramikerin. Ein Portrait, 88 MinutenHedwig Bollhagen. Keramikerin. Ein Portrait Booklooker, mit Informationen zur DVD; der Film wurde 2020 wieder im Keramikmuseum in Weiden gezeigt

Sendungen Charlotte Sommerfeld führte die Bildregie in zahlreichen Sendungen und Sendereihen des Deutschen Fernsehfunks, die bis etwa 1966 live gesendet wurden.David Ensikat Nachruf auf Charlotte Sommerfeld, 2012, erwähnte einige Sendungen; auch Anja Kreutz, Von Aha bis Visite. Ein Lexikon der Magazinreihen im DDR-Fernsehen, 1998 (kurze Auszüge), mit einigen Sendereihen mit Charlotte Sommerfeld

1952–?: Wer rät mit, wer gewinnt, Quizsendereihe, ab 27. Dezember 1952, erste Sendereihe des DFF 1954: Rund um das Fundbüro (Serie Fernsehkarneval) am 27. November 1954Uwe Breitenborn, Wie lachte der Bär? Berlin 2003, S. 102 1955–?: Willi Schwabes Rumpelkammer, SendereiheKreutz, 1998, S. 222 1956–?: Tages Arbeit, abends Gäste, Sendereihe 1957: Sehen – raten – lachenOskar Fanta, Sehen, raten, lachen? Quiz- und Spielsendungen im DDR-Fernsehen, Berlin 206, S. 54 und öfter (kurzer Auszug); auch 1957: Manege frei!, aus Zirkus in Leipzig 1958: Scheinwerfer auf! 1960–?: Kleine Fische, große Sorgen, Ratgeberreihe, ab 23. April 1960Kreutz, 1989, S. 123; auch Ratgebersendungen im Deutschen Fernsehfunk Televisionen (PDF) 1960: Olympiade der Heiterkeit, am 14. September 1960, aus dem Leipziger Zentralstadion, Empfang der Olympiateilnehmer mit prominenten Schlagerstars, Tanzkapellen, SchauspielernBreitenborn, 2003, S. 175, über die Sendung, (ohne ihren Namen) 1963–64: Rendezvous am Wochenend, Sammelprogramme am Sonnabendnachmittag von einem ProminentenRendezvous am Wochenend TV-Programme, Regie von Charlotte Sommerfeld am 4. Mai 1963, 16. November 1963, 25. Januar 1964, 23. Mai 1964 1966: Berlin am Sonntagmorgen. Unterhaltsamer Ausflug mit Heinz-Florian Oertel, am 10. April 1966Sonntag, 10. April 1966 TV-Programme, DFF, 11.00 Uhr 1966: Musik ist Medizin weitere: Fragen sie den Arzt, Knallbonbons zur Jahreswende, Prof. Jupitz experimentiert mit Infrarot, Mehr Beweglichkeit im genossenschaftlichen HandelnEnsikat, 2012, erwähnte sie, ansonsten sind über diese Sendungen keine Informationen feststellbar

Hörspiele (Auswahl) 1949: Honoré de Balzac: Der Spekulant (Thérese, Dienstmädchen) – Regie: Carl Nagel (Hörspielbearbeitung – MDR (1946–1952)) 1950: Konstantin Simonow: Geheimnisse um P-E-3 (N. N.) – Regie: Carl Nagel (Hörspielbearbeitung – MDR (1946–1952))

Quelle: ARD-Hörspieldatenbank

Literatur David Ensikat: Sie fragte nicht Warum? Sie fragte Warum denn nicht? Nachruf auf Charlotte Sommerfeld. In: Tagesspiegel vom 13. April 2012 (Text)

Weblinks

Charlotte Sommerfeld Filmportal Sendungen mit Charlotte Sommerfeld TV-Programme, mit über 40 Sendungen

Einzelnachweise

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