Hans-Erich Korbschmitt (* 25. März 1913 in Frankfurt (Oder); † 23. April 2001 in Kleinmachnow bei Berlin) war ein deutscher Theater- und Filmregisseur und Schauspieler.
Leben Hans-Erich Korbschmitt machte eine Schauspielausbildung und war ab 1938 an Theatern tätig.Ralf Schenk, Hans-Erich Kohlschmitt, in Film-Dienst, 2001, S. 17 (Text, beschränkter Zugang), Nachruf mit biographischen Angaben Er wurde später Soldat und geriet in sowjetische Kriegsgefangenschaft. 1946 war er am Stadttheater Cottbus angestellt, wo er unter anderem die Sprecherziehung für junge Schauspieler übernahmJan Hofer im Gespräch mit Heinz-Florian Oertel, Ein Leben für den Sport, Das Neue Berlin, Berlin 2012, S. 11, erwähnte seine Sprechausbildung bei Hans-Erich Korbschmitt in Cottbus , danach war er an Theatern in Berlin (und Dresden?) tätig. Ab 1949 spielte er in mehreren DEFA-Filmen als Schauspieler mit.
Spätestens ab 1951 inszenierte Hans-Peter Korbschmitt Stücke an verschiedenen Theatern. Ab etwa 1954 war er als Regisseur beim neuen Deutschen Fernsehfunk tätig, ab 1959 drehte er für diesen auch mehrere Filme bei der DEFA. Von 1976 ist sein letzter Film bekannt.
miniatur|180px|Grab von Irene Korb in Kleinmachnow Hans-Erich Korbschmitt war mit der Schauspielerin Irene Korb (1923–1978) verheiratet, die 1951 die erste Nationalpreisträgerin der DDR wurde. Sie lebten spätestens seit 1961 in Kleinmachnow bei Berlin, wo sie in den 1970er Jahren das Theater im Zimmer betrieben. Ihr Sohn Peer Korbschmitt (1956–1991) starb mit 35 Jahren.
Filmografie Regie meist für den Deutschen Fernsehfunk, einige durch die DEFA, einen (1962) nur für das KinoIMDb, Filmportal, TV Programme Shoutwiki
1954 Der StammgastDer Stammgast Fernsehen der DDR (Memento) 1955 Ein gewöhnlicher Fall 1956 Der Geizige (nach seiner Potsdamer Theaterinszenierung) 1956 Joe Hill, der Mann, der niemals starb 1957 Herr Lamberthier 1958 Der Hektarjäger 1959 Die Dame und der Blinde (DEFA für DFF) 1960 Flucht aus der Hölle (DEFA für DFF, 4 Teile) 1961 Und am Himmel Christbäume 1962 KarinKarin Fernsehen der DDR (Memento) 1962 Wenn du zu mir hältst (DEFA) 1963 Rauhreif (DEFA für DFF, Märchenfilm) 1964 Sieh’ den Menschen. Eine Episode um Käthe Kollwitz (DEFA für DFF)Sieh den Menschen Fernsehen der DDR (Memento) 1965 Das Risiko (DEFA für DFF) 1966 Trick 17 b (DEFA für DFF) 1967 Brennende Ruhr (DEFA für DFF)Brennende Ruhr Fernsehen der DDR (Memento)
1968 Tulpen und hohe Kiefern 1969 Adelsnest 1969 Jelena 1971 Reisefieber 1972 Der Prozess gegen die Neun von Catonsville 1974 Unser blaues DachUnser blaues Dach Fernsehen der DDR (Memento) 1974 Pariser DialogePariser Dialoge Fernsehen der DDR (Memento)
1975 Mein DorfMein Dorf Fernsehen der DDR (Memento) 1976 Interview mit Theodor (nach eigener Theaterinszenierung)
Drehbuch Hans-Erich Korbschmitt schrieb für die meisten seiner Filme auch das Drehbuch, außerdem in
1964 Das krumme Gewerbe 1974 Die goldene Kuh (mit Irene Korb, Märchenfilm)
Schauspieler 1949 Rotation, ein Besucher 1950 Der Kahn der fröhlichen Leute, Max 1951 Die letzte Heuer, Gestapobeamter Schröder 1951 Die Meere rufen 1960 Flucht aus der Hölle, französischer Begleitoffizier 1962 Wenn du zu mir hältst, Architekt 1965 Das Risiko, Krolowski 1966 Trick 17b, Chefarzt 1971 Reisefieber, Monteur
Theater Regie in Inszenierungen (UA = Uraufführung).
Komödie der Irrungen, von Shakespeare, Landestheater Potsdam, 1951Herbert Köfer, 99 und kein bisschen leise, 2020, S. 31, erwähnte diese Inszenierung, auch in seinen anderen Erinnerungsbuch Die Stumme von Portici, Deutsche Staatsoper Berlin, UA 8. November 1953
Der Geizige, von Molière, Theater Junge Generation, Leipzig, UA 25. April 1954 Der Wald von Alexander Ostrowski, Staatsschauspiel Dresden, UA 4. Dezember 1954
Zehn Tage, die die Welt erschütterten, von Heiner Müller und Hagen Mueller-Stahl, nach John Reed, Volksbühne Berlin, UA 22. November 1957Spielzeit 1957/58 Volksbühne Berlin; auch Ronald Weber, Heiner Müller, Peter Hacks und das antagonistische Theater des Sozialismus, de Gruyter, Berlin/Boston 2015, S. 90, mit Details und Einschätzung des Regisseurs, der den (sozialistischen) "Gestus des Stücks (...) gründlich verfehlte" und dank "seiner den Text entschärfenden Mittelmäßigkeit die Aufführung (...) rettete" (das bedeutete wahrscheinlich, dass er das Stück entideologiesierte und es dadurch erträglich für die Zuschauer machte) Interview mit Theodor Fontane, von Irene Korb (Kleine Komödie des DT), in Theater im Zimmer, Kleinmachnow, UA 12. Oktober 1976Hans Joachim Reichhardt, 10 Jahre Theater in Berlin. Premieren der Spielzeiten 1970/71 bis 1979/80, Berlin [West], 1980, S. 547 (kurzer Auszug), erwähnte Aufführung in Kleinmachnow am 12. Oktober 1976; außerdem S. 563 weitere Inszenierung von Hans-Erich Korbschmitt Inflation, Wenn wir Stadtbahn fahren, Die vier auf der Walze, Wenn man fünfzehn ist, von Hans-Erich Korbschmitt, Theater im Zimmer, Kleinmachnow, 1983Vera Grützner, Gerhard Rosenfeld. Werkverzeichnis, 2004, S. 75 (kurzer Ausschnitt), wahrscheinlich mehrere Stücke
Buch Hans-Peter Korbschnitt verfasste mit seiner Frau Irene Korb außerdem mindestens ein Theaterstück, das von einem anderen Regisseur aufgeführt wurde Tausend Dollar Lösegeld, mit Irene Korb, UA 30. April 1977 im Theater der Jungen Welt Leipzig, Regie Günter SchwarzloseTausend Dollar Lösegeld Henschel Schauspiel, mit Textauszug (PDF) ein Stück, 1979, Regie Karl-Heinz ScherlTheater der Zeit, 1979 (Nr.), S. 75, 78 Chronik (kurzer Ausschnitt), nach dem Buch von Korb-Korbschnitt, also von Irene Korb und wahrscheinlich Hans-Peter Korbschmitt, in Weimar? , möglicherweise dasselbe Stück
Literatur Frank-Burkhard Habel: Das große Lexikon der DDR-Stars. Schauspieler aus Film und Theater. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2002. S. 202
Weblinks
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Einzelnachweise
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