Erhard Christian Vitger (* 11. Oktober 1898 in Køng auf Fünen in Dänemark; † 29. Oktober 1991 in Lugano im Kanton Tessin) war ein dänischer Automanager des Kraftfahrzeugherstellers Ford.

Leben Vitger arbeitete nach der Realschule als Angestellter einer Versicherungsgesellschaft und als Lehrer für Stenographie. 1920 wechselte er zur Ford Motor Company in Kopenhagen und wurde dort 1923 Hauptbuchhalter. 1924 wurde in Berlin erste Deutschland-Niederlassung von Ford gegründet und dort wurde er 1925 Prokurist. In gleicher Funktion wechselte er 1931 an den neuen Standort der Ford-Werke nach Köln. Er stieg in die Geschäftsführung auf und wurde 1935 stellvertretender Direktor und zwei Jahre später Direktor. Gleichzeitig wurde er Vorsitzender der Geschäftsleitung der Credit AG für Ford-Fahrzeuge und ein Jahr später übernahm er zusätzlich die Leitung der Ford-Motor-Niederlassung in Budapest. zusammen mit Robert H. Schmidt leitete er die Ford-Werke. Da Schmidt Wehrwirtschaftsführer wurde und Vitgers Kompetenzen als Ausländer beschnitten wurden, war er nur noch für Finanzen zuständig.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Vitger, obwohl er während der Zeit des Nationalsozialismus für die Ford-Werke in Deutschland gearbeitet ahtt von der Leitung der Britischen Besatzungszone als Verwalter der Ford-Werke eingesetzt. Als Generaldirektor und Vorstandsvorsitzender baute er ab 1947 die teilweise zerstörten Ford-Werke in Köln wieder auf und erweitert sie. Er leitete bis zur Erweiterung des Vorstands im Jahr 1952 um zwei zusätzliche Vorstandsmitgliedern das Unternehmen allein. 1958 wechselten Vitger und Schmidt, der ebenfalls in den vorstand berufen worden war, nach Differenzen mit dem Mutterkonzern in den Aufsichtsrat. Hintergrund war der Einsatz Vitgers für eine Entschädigung deutscher Aktionäre beim Mutterkonzern. Dieser hatte versucht sie aus dem Eigentümerkreis günstig rauszukaufen und dabei auch vor Tricksereien nicht gescheut. in Der Spiegel Ausgabe 11/1958

Ab 1953 war er als dänischer Konsul für Nordrhein-Westfalen berufen worden.

Sport und soziales Engagement Vitger war auch ein guter Eistänzer. Bei den Deutschen Meisterschaften im Eiskunstlauf in Köln wurde er 1954 mit Maria Jühe deutscher Meister im Eistanz. 1936 gehörte er als Sportbegeisterter zu den Mitbegründer des Kölner Eis-Klubs als das Eis- und Schwimmstadion Köln erbaut wurde und war von 1949/50 und von 1958 bis 1961 1. Vorsitzender des Vereins. Im Deutschen Eissport-Verband war er über mehrere Jahre als Spartenchef Eistanz tätig.

Vitger war auch maßgeblich an der Gründung des Schülerlotsendienstes in Deutschland beteiligt. Er hatte als Generaldirektor von Ford zum Start des Schülerlotsendienstes 300.000 DM zur Verfügung gestellt. Als Generaldirektor führte er auch nach einem Gespräch mit Thomas Liessem das Wagen-Sponsoring von Ford für den Kölner Rosenmontagszug ein. in Der Spiegel Ausgabe 8/1958

Auszeichnungen 1956: Großes Bundesverdienstkreuz 1956: VdM-Dieselring als „Vater des Schülerlotsendienstes“ 1963: Ritter des Dannebrogorden in Kongelig Dansk Hof- og Statskalender 1987, Seite 75

Literatur

Weblinks

150 aus 150 Erhard Vitger baute die Kölner Ford-Werke wieder auf Serie von Ulrich S. Soénius im Kölner Stadt-Anzeiger

Einzelnachweise

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