Das Mauser Modell 1891 ist ein deutsches Repetiergewehr, welches für Argentinien entwickelt und von 1891 bis 1909 von der Armee eingesetzt.
Entwicklungsgeschichte Zum Ende des 19. Jahrhunderts begann Argentinien mit der Neuorganisation und Verbesserung der eigenen Armee. Man wollte das im Jahr 1879 eingeführte Remington-Lee Model 1879 als Standardgewehr durch ein neues Modell von Mauser ablösen. Kurz nachdem Belgien das Mauser Modell 1889 in den Bestand aufnahm, erkannten die argentinischen Behörden das Potential des neuen Gewehrs mit einem Kaliber von 7,65 mm.
Im Jahr 1909 wurde das Mauser Modell 1891 durch das Mauser Modell 1909 ersetzt und in Argentinien außer Dienst genommen.
Produktion Das Mauser Modell 1891 wurde speziell für Argentinien in Deutschland produziert. Da Mauser mit der Abwicklung des türkischen Auftrags für das Mauser Modell 1890 ausgelastet war, übernahm die Firma Ludwig Loewe & Co. aus Berlin den Großteil der Fertigung. Einen kleinen Restanteil der Waffen wurde bei den Deutschen Waffen- und Munitionsfabriken hergestellt. Insgesamt wurden von beiden Firmen 180.000 Gewehre und Karabiner produziert.
Technische Beschreibung Gewehr Model 1891 Das Mauser Modell 1891 ist ein Mauser-Repetiergewehr mit einem vorstehenden und einreihigen Kastenmagazin. Dieses Kastenmagazin wurde ursprünglich für das belgische Mauser Modell 1889 entwickelt und später auch beim türkischen Mauser Modell 1890 verbaut. Das Mauser Model 1891 wies, im Gegensatz zum Mauser Model 1889, einige Verbesserungen auf. So verfügte das Gewehr nicht, wie das Modell 1890 über einen Laufmantel. Weiterhin wurde eine Drehverriegelung eingeführt, welche in die Aussparung der Vorderseite des Kastenmagazin griff. Dadurch sollte das plötzliche herausfallen verhindert werden. Zudem wurden der Auszieher für die Patronen und der Verschluss verstärkt. Beidseits der Verschlusshülse wurde eine Verlängerung angebracht, um auch diese zu verstärken.
Das Gewehr verfügt über einen geraden Kolbenhals und über einen kleinen Handschutz, welcher sich vor dem Visiersockel und am Lauf befindet. An der Unterseite des vorderen Laufrings und an der Unterseite des Schaftes befinden sich jeweils ein Riemenbügel. Um ein Bajonett am Lauf befestigen zu können, verfügt das Gewehr an der einfachen Mündungskappe über eine Bajonettaufnahme.
Das Mauser Modell 1891 hat eine Lauflänge von 739,9 mm, wodurch es mit dem Schaft eine Gesamtlänge von 1234 mm aufweist. Das Gewehr hat ein Gewicht von 4,4 kg und ein Kaliber von 7,65 × 53 mm. Im Lauf gibt es je vier Felder und Züge, welche der Patrone einen Rechtsdrall verleihen. Die Visiereinrichtung besteht aus einer V-Kimme und einem Spitzkorn, wobei hier eine maximale Entfernung von 2000 m eingestellt werden kann.
Karabiner Model 1891 mini|Karabiner Model 1891 Der Karabiner Modell 1891 hat einen Schaft, welcher bis zur Mündung reicht. Der Kolbenhals ist gerade und der Vorderschaft ist mit einem Kornschutz ausgestattet. Weiterhin hat der Schaft einen nach unten gebogenen Kammerstängel und an der Unterseite eine Riemenöse. Der Karabiner ist mit einer Lauflänge von 447 mm und einer Gesamtlänge von 939 mm kürzer als das Gewehr. Er hat ein Gewicht von 3,6 kg und ebenfalls ein Kaliber von 7,65 × 53 mm. Die Visierung kann beim Karabiner nur bis 1400 m eingestellt werden. Die weiteren technischen Eigenschaften sind dem des Gewehrs identisch.
Einsatz Argentinien Mit dem neuen Mauser Modell 1891 wurden nahezu alle Truppenteile ausgestattet und es wurde bis 1909 zum neuen Standardgewehr der Argentinischen Armee. Der Karabiner wurde hauptsächlich an die Kavallerie, die Pioniere und andere berittene Truppen ausgegeben.
Bolivien In den späten 1890er Jahren kaufte Bolivien aus Argentinien 15.000 Gewehre vom Typ Mauser Modell 1891. In der bolivianischen Armee wurde das Gewehr als Mauser Modell 1895 eingeführt, war jedoch identisch zum Modell 1891. Lediglich wurde eine bolivianische Markierung am Hülsenkopf angebracht.
Ecuador Als Ecuador das Potential des argentinischen Mauser Modell 1891 erkannte, modernisierte die Regierung seine Truppen und stattete sie mit diesem Gewehr aus, welche von der Firma Ludwig Loewe & Co. stammten.
Kolumbien Um mit der allgemeinen Modernisierung der Armeen der Welt mithalten zu können, stattet auch Kolumbien seine Truppen mit neuen Gewehren aus. Darunter auch viele, aus Argentinien gekaufte, Gewehre vom Typ Mauser Modell 1891, welche von der Firma Ludwig Loewe & Co. produziert wurden.
Peru Zwischen den Jahren 1892 und 1895 kaufte Peru insgesamt 30.000 Gewehre vom Typ Mauser Modell 1891 von der Firma Ludwig Loewe & Co. Das Gewehr ist identisch zum argentinischen Modell, jedoch mit anderen Stempelungen. So befand sich auf der Hülse das peruanische Staatswappen. Im Jahr 1912 wurden die Gewehre in Peru modernisiert und erhielten eine neue Visierung. Die alte Klappvisierung wurde entfernt und durch ein neues Langes Visier ersetzt, ähnlich dem des Mauser Modell 98. Zudem wurden weitere kleinere Änderung vorgenommen, um die neue Munition vom Typ 7,65 × 53 mm Spitzer verschießen zu können. Einige wenige Gewehre wurden so umgebaut, dass sie zu Karabinern wurden.
Spanien In Spanien wurden, während einer Truppenerprobung, die verschiedensten Waffen unterschiedlicher Hersteller getestet. Am besten Bewährte sich dabei deutsche Gewehr vom Typ Mauser Modell 1891, ebenso wie der Karabiner Modell 1891. Aus diesem Grund wurden beide in den Bestand der spanischen Armee übernommen. Mauser fertigte dabei um die 1.200 Stück für Spanien an. Vom Karabiner wurde eine weitaus größere Menge hergestellt. Die Gewehre und Karabiner waren identisch zum argentinischen Modell, jedoch mit dem spanischen Wappen auf der Hülse.
Literatur
Einzelnachweise
Kategorie:Mauser-Waffe Kategorie:Mehrladerbüchse