The Illusion of a Quiet Night ist ein ukrainischer Dokumentarfilm von Olga Chernykh aus dem Jahr 2026. Darin halten 40 Kamerateams die Eindrücke einer Nacht in der Ukraine fest.
Inhalt In einer Nacht im Juli 2025 filmen 40 Kamerateams und 300 Privatpersonen an verschiedensten Orten in der Ukraine. Abends steigen die Menschen in Nachtzüge, gehen einkaufen oder bereiten sich auf die Nacht vor. Die Stimmung der Menschen ist nicht anders als in anderen Städten. Im Krankenhaus wartet eine Mutter auf eine Geburt und Soldaten bereiten ein Abendessen zu. In der Dunkelheit gehen noch einige Menschen angeln oder in die Disco. Einige liegen nachts wach, weil ihnen zu warm ist oder sie an ihre Liebsten denken.
Mitten in der Nacht heulen in Kiew die Sirenen des Luftalarms. Die Menschen machen sich routiniert auf den Weg in Bunker und U-Bahn-Stationen, wo sie sich auf eine lange Nacht vorbereiten. Einige haben ihre Haustiere und Isomatten dabei. Auf dem Land wird die Ernte eingeholt und ein Meteorologe nimmt Messungen vor. An der Front machen sich Drohnenpiloten für einen Einsatz bereit, während Soldaten der Brigade Asow ein zerstörtes Haus stürmen. Allerdings sieht man auch Rehe an einem Feld und andere Wildtiere, die von einer Wildkamera festgehalten werden. Währenddessen filmen Bewohner einer Stadt Leuchtspurmunition und anfliegende Drohnen.
Im Morgengrauen verlassen die Menschen die U-Bahn-Stationen und begeben sich zur Arbeit. Im Krankenhaus wird ein Kind geboren und das Leben geht weiter.
Produktion Der Film wurde vom Fernsehsender Suspilne Kultura gefördert, der einen Experimentalfilm über das Alltagsleben unterstützen wollte. Die Regisseurin gab den Kameraleuten für die Aufnahmen Hinweise, etwa die Kamera ruhig zu halten und horizontale Aufnahmen zu machen. Die Privatpersonen konnten filmen, was und wie sie wollten. Die Aufnahmen entstanden überall in der Ukraine und auch in den besetzten Gebieten. Für den Schnitt des Films ließ sich die Regisseurin von Geographies of Solitude, Sacro Gra von Gianfranco Rosi oder Nocturnes von Anirban Dutta und Anupama Srinivasan.
Der Film feierte seine Premiere 2025 beim Visions du Réel und erhielt dort eine lobende Erwähnung im Burning-Lights-Wettbewerb. Beim Filmfest München 2026 war der Film im Wettbewerb Cinerebels nominiert.
Die weltweiten Vertriebsrechte hat Suspilne Ukraine.
Rezeption Muriel Del Don bei Cineuropa: „[Im Film] verbindet die Olga Chernykh eine Vielzahl an Realitäten, Sichtweisen und Empfindungen, und etabliert einen Dialog zwischen ihnen. Durch gut abgestimmten und poetischen Schnitt liefert die Regisseurin ein starkes Porträt einer Nation ab, die Resilienz zu einer Waffe und einem Manifest gegen Gleichgültigkeit gemacht hat. Verstohlen, wild und kraftvoll scheint das Leben aus jedem einzelnen Bild zu strömen, entschlossen, trotz der Schrecken eines brutalen und ungerechten Krieges Widerstand zu leisten. [Der Film] ermutigt uns zur Hoffnung, dass die Sonne trotz der unerbittlichen Dunkelheit der Nacht wieder aufgehen wird.“
Marc van de Klashorst für ICS: „Der Film hat weder einen narrativen noch einen stilistischen roten Faden, was es schwer macht, manche Passagen bis zum Ende durchzustehen, doch was er einfängt, ist der ungebrochene Kampfgeist des ukrainischen Volkes. Die Menschen haben dies – zumindest vorübergehend – als Teil ihres Lebens akzeptiert, weil sie wissen, dass die Freiheit ihres Landes wichtiger ist als ihre gelegentlichen Unannehmlichkeiten. Vielleicht wird die nächste Nacht ruhig sein, oder die übernächste. Als eigentümliches Porträt eines belagerten Landes und seines unbezähmbaren Geistes ist [der Film] eine schonungslose Mahnung daran, dass, wenn Krieg zum Alltag wird, keine Nacht jemals wieder wirklich ruhig sein wird.“
Auszeichnungen (Auswahl) 2026: Lobende Erwähnung des Visions du Réel im Burning-Light-Wettbewerb 2026: Docudays-Nominierung als Bester Film und Auszeichnung für Beste Nachwuchsproduzentin für Daria Zakharova 2026: Filmfest-München-Nominierung im Wettbewerb Cinerebels
Weblinks
The Illusion of a Quiet Night bei Tarbor Production (englisch)
Einzelnachweise
Kategorie:Filmtitel 2026 Kategorie:Dokumentarfilm Kategorie:Ukrainischer Film Kategorie:Krieg im Film Kategorie:Russischer Überfall auf die Ukraine seit 2022