Friedrich Reyger (* 13. März 1692 in Danzig, Polen-Litauen; † 12. Juli 1753 ebenda) war ein Danziger Richter und von 1750 bis 1753 Bürgermeister von Danzig.
Leben Friedrich Reyger war Sohn des Ratsherrn und königlichen Burggrafen Gottfried Reyger und der Kaufmannstochter Katherina Elisabetha Sielmann († 1692). Sein Bruder Arnold (1673–1728) wurde 1715 Schöffe, Gottfried (um 1675–1744) war Kaufmann und Vater des gleichnamigen Botanikers, die Schwester Anna Katherina heiratete Jacob Theodor Klein. Nach dem Besuch der Pfarrschule in Strasburg, wo er vom Rektor Gambius privaten Polnischunterricht erhielt, wurde Reyger 1707 in die Secunda des Akademischen Gymnasiums aufgenommen. Während seiner Schulzeit nahm er unter der Leitung seines Lehrers Samuel Friedrich Willenberg an akademischen Disputationen teil.Joachim Zdrenka: Reyger Friedrich, burmistrz Gdańska. In Encyklopedia Gdańska. Abgerufen am 4. Juli 2026, polnisch.
Im September 1713 immatrikulierte sich Reyger für das Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Leiden. Als „Bürgerkind“ erwarb er 1719 das Danziger Bürgerrecht und wurde zwei Jahre später Vorsteher des „Breiten Quartiers“. Ab 1726 amtierte er als Schöffe, ab 1735 als Ratsherr und ab 1737 als Richter. Reyger wurde 1744 zum Burggrafen ernannt, lehnte aber fünf Jahre später eine erneute Ernennung ab. Die Urkunde des polnischen Königs lag bis 1908 versiegelt im Danziger Stadtarchiv. Ab 1750 bekleidete er das Amt des Bürgermeisters. Reyger gehörte zwischen 1735 und 1750 wiederholt diplomatischen Missionen und Ratskommissionen an, die mit der Zarin Anna und Beamten des Königs verhandelten. In Anerkennung seiner Haltung während des Konflikts zwischen Danzig und dem König wurde er 1753 erneut zum Burggrafen ernannt.
Im November 1719 heiratete Reyger die Ratsherrntochter Jakoba Florentina Broen († 1732). Die Tochter Jakoba Elisabetha (* 1720) heiratete den Ratsherrn und Bürgermeistersohn Constantin Gottfried Groddeck, Florentyna Constantina (* 1722) ehelichte den Kaufmann Carl Ludwig Ehler. Der Sohn Johann Gottfried wurde 1780 letzter Bürgermeister der Republik Danzig. In zweiter Ehe heiratete Reyger im Januar 1736 Constantina Philippina (1708–1764), die Tochter des Botanikers Johann Philipp Breyne, die als Witwe 1758 den Ratsherrn Gabriel Schumann heiratete. Sie hatte mit ihren Schwestern Anna Renata und Johanna Henrietta Veröffentlichungen ihres Vaters illustriert. Ihr werden 20 Illustrationen zugeschrieben, weitere Werke sind unsigniert.Edmund Kotarski, Andrzej Januszajtis: Breyn Johann Philipp, lekarz, przyrodnik. In Encyklopedia Gdańska. Abgerufen am 2. Juli 2026, polnisch. Zu den Begräbnissen Reygers und seiner ersten Ehefrau komponierte Johann Balthasar Christian Freislich Trauerkantaten.
Reyger hinterließ eine bedeutende Bibliothek, die unter anderem die älteste bekannte Abschrift der Olivaer Chronik enthielt und in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts aufgelöst wurde. Das Exlibris seiner Bücher zeigte ein Wappen mit einem Fischreiher.
Schriften De finibus polygamiae licitae schediasma ex lectionibus publicis collectum / sub praes. Samuelis Friderici Willenberg examinabunt Nicolaus Torner et opponentes Friedericus Reyger, Car. Ernestus Pegelau, … Stoll, Danzig 1712.
Literatur Joachim Zdrenka: Reyger Friedrich (1692–1753). In: Słownik Biograficzny Pomorza Nadwiślańskiego. Suplement I, Gdańsk 1998. Joachim Zdrenka: Urzędnicy miejscy Gdańska w latach 1342–1792 i 1807–1814. Band 2, Gdańsk 2008. S. 167. A. Sobecka: Drawings by the Breyne sisters as an unknown part of the eighteenth century collection of a Gdansk family of scholars. In: Collections. Development, History, Lost Heritage. Gdańsk 2020. S. 259–273.
Weblinks Forschungsbibliothek Gotha: Pflanzen- und Tierzeichnungen der Geschwister Breyne u.a. Danzig 1736. (Digitalisat)
Belege
Kategorie:Richter (Königreich Polen) Kategorie:Burggraf Kategorie:Bürgermeister (Danzig) Kategorie:Person (Königlich-Preußen) Kategorie:Geboren 1692 Kategorie:Gestorben 1753 Kategorie:Mann