Sara Fortis (; ; geboren 1927 in Chalkida; gestorben 5. September 2018), geborene Yehoshua, war eine griechische jüdische Widerstandskämpferin, die eine eigene Frauengruppe im Widerstand leitete und in Anerkennung ihrer Leistung den Namen Kapetanissa Sarika („Hauptmann Sarika“) erhielt.
Leben Sara Fortis wuchs auf Euböa auf. Ihr Vater starb, als sie noch sehr jung war, deshalb war ihre Mutter gezwungen, durch ihre Arbeit die Familie zu ernähren. Sara war eine hervorragende Schülerin. Sie und ihre Familie fühlten sich in erster Linie als Griechen, beachteten aber die jüdischen Feiertage.
Als die Deutschen Chalkida besetzten, flüchtete sie mit ihrer Mutter in ein Bergdorf, wo sie sich als Lehrerin ausgab, unterrichtete und andere junge Frauen für die Arbeit im Widerstand anwarb. Wegen wachsender Unsicherheit im Dorf schloss sie sich der politisch links gerichteten Jugend-Widerstandsgruppe EPON () in den Bergen an. Dort leitete sie nach eigenen Angaben eine Gruppe von zwölf jungen Frauen, deren Aufgabe anfangs häufig darin bestand, mit Molotowcocktails die Aufmerksamkeit des deutschen Militärs abzulenken, um den Widerstandskämpfern einen effektiveren Angriff zu ermöglichen.
Ihre Einheit nahm aber auch an zahlreichen anderen Missionen teil. Jedoch wurden die Taten häufig den Männern zugeschrieben, weil es damals den meisten Menschen unvorstellbar war, dass Frauen erfolgreich als Partisaninnen kämpften. Unter anderem suchte und fand Sara Fortis den Informanten, der ihre Cousine den Deutschen ausgeliefert hatte, und tötete ihn, um ihre von den Deutschen gefolterte und erschossene Cousine zu rächen. Aus Respekt vor ihrem Einsatz wurde sie mit nur 18 Jahren „Kapetanissa Sarika“ genannt. „Kapetan“ () war eine Bezeichnung für Führungskräfte im Militär und im Widerstand,Georgios Babiniotis: Lexiko tis Neas Ellinikis Glossas (Lexikon der Neugriechischen Sprache), Athen 1998, S. 839. „Kapetanissa“ ist die weibliche Form dieses Begriffs.
Der amerikanisch-griechische Korrespondent Konstantinos Poulos beschrieb Sara Fortis im August 1944 mit folgenden Worten: „“ (Sie läuft wie ein Mann und kann mit ihrem Gewehr eine Walnuss aus einer Entfernung von 200 Yards (ca. 182 Meter) von einem Baum schießen.) Sie und ihre Mutter überlebten den Holocaust.
Nach der Befreiung versuchte sie, in Athen ein Studium aufzunehmen, wurde aber wegen ihrer politischen Vergangenheit als Mitglied einer linksgerichteten Widerstandsgruppe festgenommen. Sie kam nach kurzem wieder frei, weil sie als erfolgreiche Partisanin Kapetanissa Sarika bekannt war. Anschließend wanderte sie 1946 nach Israel aus. Dort heiratete sie Marcello Fortis ().
Sara Fortis war die Nichte von Mardocheos Frizis, einem bekannten griechischen Offizier, der im Ersten Weltkrieg und im Griechisch-Türkischen Krieg kämpfte und dann 1940 im Griechisch-Italienischen Krieg fiel.
Das Jüdische Museum Griechenlands benutzte ihren Lebenslauf für eine didaktische Einheit, mit der Schülerinnen und Schüler über das Schicksal der Juden in Griechenland während des Zweiten Weltkriegs und den Holocaust informiert werden.
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Einzelnachweise
Kategorie:Person des jüdischen Widerstands gegen den Nationalsozialismus Kategorie:Überlebender des Holocaust Kategorie:Person (griechischer Widerstand 1941–1945) Kategorie:Griechischer Emigrant Kategorie:Immigrant in Palästina zur Mandatszeit Kategorie:Grieche Kategorie:Geboren 1927 Kategorie:Gestorben 2018 Kategorie:Frau