mini|P. p. fasciatus, Samoa Die Purpurscheitel-Fruchttaube, auch Rotscheitel-Fruchttaube, (Ptilinopus porphyraceus) ist eine Vogelart der Taubenvögel, die zur Gattung der Flaumfußtauben (Ptilinopus) gehört.

Der Vogel kommt auf den Fidschi-, den Samoainseln, Amerikanisch-Samoa, den Marshallinseln, auf Niue, Tonga, den Wallis-Inseln und Futuna vor.

Das Verbreitungsgebiet umfasst primären Regenwald, Mangrovenwald, Sekundärwald, Gebüsch, auch Dörfer und Berge.

Der e Artzusatz kommt von .

Merkmale Die Art ist 22–24 cm groß und wiegt 85–124 g. Die Oberseite ist überwiegend dunkelgrün, Kopf, Nacken und Brust sind grau. Ein purpurfarbener Fleck ziert Stirn und Scheitel. Männchen haben meist eine leuchtendere und kräftiger magenta gefärbte Kopfkappe, graueren Nacken und breitere gelbe Spitzen an den Steuerfedern. Weibchen sind an Stirn und Scheitel hell magentafarben mit angedeuteter gelben Berandung. Kopf, Nacken und Brust sind blass grünlich bis olivgrün, geriffelte Federn an der Brust lassen sie dunkler gestreift erscheinen. Oberseite, Flügel und Schwanz sind dunkelgrün, die Steuerfedern haben gelbliche bis graue Spitzen. Die Unterseite ist gelb bis orangefarben oder dunkel purpur.

Die Iris ist blass gelbbraun bis gelblich, bei Jungvögeln gräulich, der Schnabel grün bis grünlich-grau, bei Jungvögeln gräulich, die Füße sind purpurfarben oder rötlich.

Die Art ähnelt der Pohnpeifruchttaube (Ptilinopus ponapensis) und der Kosraefruchttaube (Ptilinopus hernsheimi), erstere unterscheidet sich jedoch durch einen breiten bräunlich-schwarzen Fleck am Vorderbauch, hat weniger Gelb am Unterbauch, eine gelblich-weiße Endbinde und kürzere Flügel; letztere hat kein schwarzes Band in Bauchmitte, ist weniger gelb am Unterbauch, hat eine hellgelbe Endbinde und ist kleiner. Auf Samoa kann die Art mit der Perousefruchttaube (Ptilinopus perousii) verwechselt werden, aber deren Weibchen sind an der Kopfkappe röter, dunkler in Nacken mit kräftigem grünem Glanz, Mantel und Flügel sind dunkler mit bronzefarbenem Schimmer, haben keine gelbe Endbinde, schließlich ist der Unterbauch olivfarben bis gelb.

Geografische Variation Es werden folgende Unterarten anerkannt: P. p. porphyraceus – (, 1821), Nominatform – Niue, Tonga und Fiji Ptilinopus porphyraceus graeffei , 1922O. Neumann: Ptilinopus porphyraceus graeffei. In: Neue Formen aus dem papuanischen und polynesischen Inselreich. In: Verhandlungen der Ornithologischen Gesellschaft in Bayern, Band 15, S. 6 234–237, 1922 – Samoa, Terminalbinde gelblich überhaucht, wird als Intermediärform zwischen den beiden aufgeführten Unterarten wurde als eigenständige Art, als Syn. der Nominatform angesehen, eventuell als Hybrid (P. p. porphyraceus x fasciatus) P. p. fasciatus – , 1848T. R. Peale: Ptilinopus fasciatus. In: Narrative of the United States Exploring Expedition during the years 1838, 1839, 1840, 1841, 1842 under the command of Charles Wilkes, U. S. N., Band VIII Mammalia and ornithology, S. 193, 1. Auflage, 1849, Biodiversity Library – Samoa, „Samoafruchttaube“, etwas blassere Kopfkappe, deutlicher abgegrenzte Terminalbinde deutlich gelb überhaucht und rötlich-braune Federn unmittelbar oberhalb des dunkel purpurnen Bauchfleckes. Synonyme sind: Kurukuru clementinae and F. Prévost und O. Des Murs: Kurukuru clementinae. In: Voyage autour du monde sur la frégate Vénus. Zoologie, S. 264, 1849, Biodiversity Library Ptilopus apicalis , 1854C. L. J. L. Bonaparte: Ptilopus apicalis. In: Conspectus Generum Avium, Tome 2, S. 23, Biodiversity Library – Samoa. Ptilopus pictiventris , 1878H. Elliot: Ptilopus pictiventris. In: Annals and Magazine of Natural History, Serie 5, Band 1, S. 349, 1878, Biodiversity Library – Nuka Hiva, Marquesas Island, Samoa.

Bis zum Jahre 2016 wurden einige jetzt eigenständige Arten als Unterarten der Purpurscheitel-Fruchttaube angesehen Kosraefruchttaube (Ptilinopus hernsheimi), früher Ptilinopus porphyraceus hernsheimi Pohnpeifruchttaube (Ptilinopus ponapensis), früher Ptilinopus porphyraceus ponapensis Palaufruchttaube (Ptilinopus pelewensis), früher Ptilinopus porphyraceus pelewensis

Stimme Die Art ist singfreudig mit ziemlich abwechslungsreichem, aber charakteristischem Gesang mit zwei- und dreisilbigen Rufen, gegen Ende langsamer werdend. Auf Niue erinnern die Lautäußerungen an die der Türkentaube (Streptopelia decaocto) wie „coo, coo, cu-coo, cu-coo, cu-coo, cu-coo…“ oder „cua, cu-coo, cua, cu-coo“.

Lebensweise Die Art ist überwiegend ein Standvogel, mitunter werden Nachbarinseln besucht. Die Nahrung besteht ausschließlich aus Früchten, die nicht nur im Wipfelbereich gesucht werden allein oder paarweise, gelegentlich auf in lockeren Zusammenschlüssen. Mitunter wird die Art von der Perousefruchttaube (Ptilinopus perousii) an den Nahrungsquellen verdrängt.

Wo der Fidschihabicht (Tachyspiza rufitorques) häufiger vorkommt, ist diese Fruchttaube seltener auf den Fidschiinseln anzutreffen.

Wahrscheinlich kann das ganze Jahr über gebrütet werden. Das Nest ist eine nicht sonderlich stabile Plattform aus Zweigen und Stöckchen in einem kleinen Baum oder im Gebüsch, aber auch in 20 m Höhe. Das Gelege besteht aus einem einzelnem weißem Ei.

Fossilien, die dieser Art zugeordnet werden konnten, wurden auf einigen Inseln in Tonga gefunden.D. W. Steadman: Extinction and Biogeography of Tropical Pacific Birds. 2006, ISBN 978-0-226-77141-0

Gefährdungssituation Der Bestand gilt als nicht gefährdet (Least Concern).

Literatur C. J. Temminck: Columba porphyracca. In: Transactions of the Linnaean Society of London, Band 13, S.&nbps;130, 1821, Biodiversity Library

Weblinks

Macaulay Library Ptilinopus porphyraceus auf Briefmarken

Einzelnachweise P. H. Barthel, C. Barthel, E. Bezzel, P. Eckhoff, R. van den Elzen, Ch. Hinkelmann & F. D. Steinheimer: Die Vögel der Erde - Arten, Unterarten, Verbreitung und deutsche Namen, 3. ergänzte Auflage, 2022, PDF N. C. García, P. Pyle und G. M. Kirwan: Crimson-crowned Fruit-Dove (Ptilinopus porphyraceus), version 2.0. In: B. K. Keeney (Herausgeber): Birds of the World. 2022, Cornell Lab of Ornithology, Ithaca, NY, USA, Ptilinopus porphyraceus J. del Hoyo, N. J. Collar, D. A. Christie, A. Elliott, L. D. C. Fishpool, P. Boesman, G. M. Kirwan: HBW and BirdLife International Illustrated Checklist of the Birds of the World. Volume 1: Non-passerines. Lynx Edicions, 2014, ISBN 978-84-96553-94-1. David Gibbs, Eustace Barnes und John Cox: Pigeons and Doves. A Guide to the Pigeons and Doves of the World. Pica Press, Sussex 2001, ISBN 90-74345-26-3. J. A. Jobling: A Dictionary of Scientific Bird Names. Oxford University Press. 1991. ISBN 0-19-854634-3. AviList Core Team. 2025. AviList: The Global Avian Checklist, v2025. AviList.v2025 IOC World Bird List 15.2 Pigeons

Lionel William Wiglesworth: On the Polynesian members of the genus Ptilopus. In: The Ibis, Serie 6, Band 3, S. 566–584, 1891, Biodiversity Library A. Cibois, J. C. Thibault, C. Bonillo, C. E. Filardi, D. Watling, E. Pasquet: Phylogeny and biogeography of the fruit doves (Aves: Columbidae). In: Molecular phylogenetics and evolution. Band 70, Januar 2014, S. 442–453, doi:10.1016/j.ympev.2013.08.019, PMID 24012584.

Kategorie:Flaumfußtauben