Die Herren von Hoeningen (auch: Hoingen, Hoengen, Hoyngin o. ä.) waren ein niederrheinisches Uradelsgeschlecht mit Stammsitz auf dem Hoeninger Haus im gleichnamigen Ortsteil der heutigen Gemeinde Rommerskirchen. Josef Schmitz vermutet, dass eine Verwandtschaft zum Haus Hochstaden besteht.
Geschichte Scheinbar ging das Geschlecht aus fränkischen Freien hervor. Diese These wird unter anderem davon gestützt, dass Sigebodo de Hoingen im Jahre 1136 als Freier bezeichnet wurde. Ferner war die Familie in Hoeningen sowie im Umland reich begütert; zu diesen Güter zählte vermutlich auch die Kirche zu Hoeningen, die heute als St. Stephanus bekannt ist. Wahrscheinlich verkaufte das Geschlecht die Kirche vor 1150 an St. Maria im Kapitol. Die Herren von Hoeningen besaßen das halbe Haus Hoeningen um 1200 als Lehen der Grafen von Berg. Diese übertrugen es vor 1291 an den Deutschen Orden.
Mit dem eben genannten Sigebodo beginnt die Geschichte des Geschlechtes im Jahre 1136. Er verkaufte mit Konrad von Dossendorp Allod und eine Mühle an der Erft in Mühlrath bei Hülchrath. Noch 1166 erschien Siegebodo in einer Urkunde des Erzbischofs Rainald von Dassel, als dieser die Teilung von Schloss Meer und Schloss Liedberg bestätigte. Auch der 1182 erwähnte Albertus de Hoengen war Zeuge einer erzbischöflichen Urkunde. In den Jahren 1195 und 1231 erfährt von einigen Angehörigen der Herren von Hoeningen: So erfährt man in der Urkunde über die Waldberechtigung des Höveler Hofes von 1195 von Volmarus, Cunradus mit seinem Sohn Albero sowie den Gebrüdern Fridericus und Herimannus. 1231 verzichteten Ritter Friedrich von Hoeningen, sein Sohn Albero sowie seine Geschwister Albero und Uda auf jedes Anrecht an einem verkauften Hof. Die Grafen von Hochstaden waren die Verkäufer des Hofes und machten den Verzicht notwendig. Daher schlussfolgert Schmitz eine Verwandtschaft. Ferner war Otto von Hoeningen im Jahre 1260 Prior von Altenberg. Seine Brüder Konrad und Werner erschienen im selben Jahr. Otto war von 1276 bis 1280 Abt von Altenberg. Weiter gab der Deutsche Orden das halbe Haus Hoeningen zur Erbpacht an Johann von Butzheim. Letzterer war mit Getrud von Hoeningen, Tochter des um 1300 verstorbenen Ritters Everhard von Hoeningen. Everhard wählte 1296 zusammen mit dem Stift St. Gereon Schiedsrichter aus.Peter Joerres: Urkunden-Buch des Stiftes St. Gereon zu Köln, Bonn 1893, S. 208 f. (hhu.de). Er hatte 14 Kinder, die 1303 74 Morgen Land und andere Güter bei Blee an das Kloster Altenberg verkauften. Unter den 14 Kindern befanden sich die Begine Elisabeth, der Minorit Gottschalk, die Begine Christina, Wilhelm, Eberhard, Reinard, der 1305 als Novize in das Kloster Altenberg eintrat, Johannes, Winricus, Gottschalk, die Nonne von Gräfrath Elisabeth, Agnes, Bela, Durginis und Rigmodis.Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Rheinland, AA 0124 / Altenberg, Akten AA 0124, Nr. 43, abgerufen am 4. Juli 2026. Der Verkauf von Land zeigt einerseits den umfangreichen Besitz derer von Hoeningen, jedoch auch die finanzielle Not. Denn 1334 erschien Gottschalk von Hoeningen nur noch als Knappe. Er war ebenfalls eines der Kinder des Everhard und heiratete Druda. Mit ihr allodialisierte er die Hälfte des Hoeninger Hauses gegen 6½ Mansen Acker bei Sinsteden und eine Rente aus 20 Morgen Land bei Widdeshoven. Gottschalk und Druda hatten einen Sohn namens Adam, der Cäcilia heiratete. Als der Sohn des Johann von Butzheim und der Gertrud von Hoeningen starb, fiel die andere Hälfte des Hauses, die ein Lehen des Erzbischofs von Köln war, an Adam und Cäcilia. Letzterer starb um 1350.
Literatur
Josef Schmitz: Rittersitze, Stiftshöfe und Klostergüter am Gillbach (= Beiträge zur Geschichte der Gemeinde Rommerskirchen Band V), Rommerskirchen 2008, S. 203–207.
Einzelnachweise
Kategorie:Rheinländisches Adelsgeschlecht