Hermenegild Santapau (* 5. Dezember 1903 in La Galera, Provinz Tarragona, Katalonien; † 13. Januar 1970 in Bombay) war ein in Spanien geborener, später indischer Staatsbürger gewordener Jesuit und Botaniker, der vor allem für seine taxonomischen Forschungen zur indischen Flora bekannt ist. Er beschrieb zahlreiche indische Pflanzenarten. Sein offizielles botanisches Autorenkürzel lautet „“.

Leben Hermenegild Santapau (vollständiger Name im Katalanischen: Ermenegild Santapau i Bertomeu) wurde in der katalanischen Provinz Tarragona in Spanien geboren. Im Alter von 16 Jahren trat er der Gesellschaft Jesu in Gandia, Valencia bei.

1927 erwarb er an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom den philosophisch-theologischen Doktorgrad. 1928 reiste er nach Indien, um dort sein Ordenspraktikum zu absolvieren. Anschließend studierte er Botanik in London und erwarb einen BSc (Hons) sowie später einen PhD an der University of London. Zudem erhielt er Diplome vom Imperial College London und dem Royal College of Science.

Von 1934 bis 1938 sammelte Santapau Pflanzen in den Ostpyrenäen und den italienischen Alpen. Nach Forschungsarbeiten am Royal Botanic Gardens, Kew trat er 1940 eine Stelle am St. Xavier’s College in Bombay an. Er lehrte zudem an den Universitäten von Bombay (heute Mumbai), Pune, Agra und Kalkutta.

1954 wurde er zum leitenden Botaniker des neu strukturierten Botanical Survey of India ernannt, dessen Direktor er ab 1961 war. Er leitete indische Delegationen zu internationalen Konferenzen, darunter dem International Botanical Congress (Edinburgh, 1954) sowie einer ISO-Konferenz in Neu-Delhi (1964).

Nach seiner Pensionierung 1967 kehrte er an das St. Xavier’s College in Bombay zurück, wo er bis zu seinem Tod am 13. Januar 1970 tätig war.

In ihrem Nachruf am 22. Januar 1970 schrieb die damalige indische Ministerpräsidentin Indira Gandhi:

Vermächtnis und Ehrungen mini|Oberonia santapaui, eine nach Santapau benannte Orchideenart

Santapau war Mitglied zahlreicher wissenschaftlicher Komitees, darunter des Council of Scientific and Industrial Research und des Indian Council of Medical Research. Er war außerdem Mitglied mehrerer wissenschaftlicher Gesellschaften wie der Linnean Society of London, der Indian Botanical Society und der National Academy of Sciences, India.

Seine Forschung zur indischen Flora gilt als wegweisend; er veröffentlichte rund 216 wissenschaftliche Arbeiten. Zu seinen wichtigsten Studiengebieten gehörten unter anderem die Westghats, Assam, die Himalaya-Region sowie Gujarat und Goa.

Santapau wurde mehrfach ausgezeichnet, darunter mit dem spanischen Orden Alfons X. des Weisen sowie der Birbal-Sahni-Medaille (1963). 1967 erhielt er den indischen Zivilorden Padma Shri.

Zu seinen Ehren wurde die Pflanzengattung Pauia aus Arunachal Pradesh benannt.

Schriften (Auswahl) The Acacthaceae of Bombay, 1951 The Flora of Saurashtra, 1951 The Flora of Khandala on the Western Ghats of India, 1953 The Flora of Purandhar, 1957 The Asclepiadaceae and Periplocaceae of Bombay, 1960 The Orchids of Bombay, 1966

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Einzelnachweise

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