Kabul – Flucht aus der Hölle (französischer Originaltitel Kaboul, internationaler Titel Kabul) ist eine Fernsehserie aus dem Jahr 2025, die unter der Regie von Kasia Adamik und Olga Chajdas nach einem Drehbuch von Oliver Demangel, Thomas Finkielkraut und Joé Lavy entstand.
Handlung Mit dem Vormarsch der Taliban in Afghanistan 2021 und der Einnahme der Stadt Kabul durch die Taliban im August 2021 beginnt für viele Menschen ein Wettlauf gegen die Zeit. Französische, italienische, deutsche und amerikanische Diplomaten und die Polizei versuchen, die Evakuierung von Hunderten afghanischen und internationalen Flüchtlingen zum Flughafen Kabul zu organisieren.
In der französischen Botschaft bemüht sich Sicherheitschef Gilles, die Taliban davon zu überzeugen, französischen Staatsbürgern und Afghanen mit französischen Pässen die Ausreise aus der Botschaft per Bus zum Flughafen zu gestatten. Unter diesen Afghanen befindet sich Zahara Nazany mit ihrem Mann Baqir. Zahara war Staatsanwältin am Strafgericht in Kabul und fürchtet um ihr Leben, weil sie einen der Taliban-Angehörigen wiedererkannt hat, zu dessen Verurteilung sie beigetragen hatte.
Amina, die Tochter von Staatsanwältin Nazany, beobachtet, wie die Taliban das Krankenhaus in Kabul, in dem sie als Ärztin arbeitet, unter ihre Kontrolle bringen und eine Betonwand in den Gängen errichten, um Männer und Frauen zu trennen. Überzeugt, dass es für Frauen im Islamischen Emirat Afghanistan keine Zukunft gibt, verlässt sie das Krankenhaus und lässt ihren Verlobten Ghulam zurück. Ihre Patientin Nooria nimmt sie mit zu ihren Eltern in die französische Botschaft.
Der italienische Diplomat Giovanni wird nach der überstürzten Abreise des Botschafters zum Konsul ernannt. Er versucht, eine Landeerlaubnis für das über dem Flughafen kreisende italienische Flugzeug zu erhalten, um die unter seinem Schutz stehenden Afghanen zu evakuieren. Mit Unterstützung von Massini, dem Sicherheitschef der italienischen Botschaft, erreicht er sein Ziel.
Vera vom Bundesnachrichtendienst (BND) kehrt aus Köln zurück, um General Hassan, der ihr einst das Leben rettete und in dem sie die Zukunft Afghanistans sieht, in Sicherheit zu bringen. Auf amerikanischer Seite gelingt es dem CIA-Agenten Martin, Fazal Nazany, Aminas Bruder, zu retten. Er will ihn jedoch nicht zu seiner Familie zurückbringen, sondern in eine Gruppe von Dschihadisten unter der Führung von Ainullah einschleusen, um einen drohenden Anschlag zu verhindern.
Synchronisation Die deutschsprachige Synchronisation übernahm die FFS Film- & Fernseh-Synchron. Dialogregie führte Heiko Feld, der auch das Dialogbuch schrieb.
Rolle Darsteller Synchronsprecher Ainullah Walid Shahalami Jakob Riedl Amina Hannah Abdoh Marcia von Rebay Baqir Vassilis Koukalani Thomas Wenke Benoît Olivier Rabourdin Claus-Peter Damitz Erwan Thibaut Evrard Oliver Scheffel Fazal Shervin Alenabi Sebastian Kempf Gilles Jonathan Zaccaï Patrick Schröder Giovanni Gianmarco Saurino Felix Auer Hans Ludwig Blochberger Ludwig Blochberger Martin Eric Dane Oliver Mink Massimi Christos Vasilopoulos Julian Manuel Mohammad Bamshad Abedi-Amin Matthias Klie Rafi Ramin Yazdani Thomas Rauscher Sakina Behi Djanati Atai Tatjana Pokorny Vera Jeanne Goursaud Jeanne Goursaud Zahara Darina Al Joundi Bettina Redlich
Veröffentlichung Premiere war im März 2025 auf der Séries Mania in Frankreich. Auf France 2 wurde der Film am 31. März und 7. April 2025 erstmals ausgestrahlt.
In der ZDFmediathek wurde die Serie am 20. Juli 2026 veröffentlicht, die Erstausstrahlung im ZDF folgte am 27., 28. und 29. Juli 2026 in Doppelfolgen.
Produktion und Hintergrund Die Dreharbeiten fanden vom 1. April bis zum 5. Juli 2024 in Griechenland statt, gedreht wurde in Athen und Umgebung.
Produziert wurde die Serie von der französischen Cinétévé und 24 25 Films, in Zusammenarbeit mit der griechischen Blonde Audiovisuel Productions und der belgischen La Compagnie Cinématographique und Panache Production. Beteiligt waren France Télévisions, das deutsche ZDF und New8, die italienische RAI Fiction, NPO (Niederlande), VRT (Belgien), SVT (Schweden), DR (Dänemark), YLE (Finnland), RÚV (Island), NRK (Norwegen) and Cosmote TV (Griechenland). Als Produzenten fungierten Fabienne Servan Schreiber, Matthias Weber, Thibault Gast, Charlotte Ortiz und Sandrine Paquot.
Die Kamera führte Mateusz Wichlacz, die Montage verantworteten Gert Van Berckelaer (Folgen 1 und 3), Matyas Veress (Folgen 2 und 4), Lucas Mitschi (Folge 5), Widy Marché und Virginie Seguin (Folge 6), die Musik schrieb Flemming Nordkrog. Das Kostümbild gestaltete Mahemiti Deregnaucourt, das Szenenbild Kostas Pappas und den Ton Stefanos Efthymiou.
Begleitend zur Erstausstrahlung der Serie zeigt das ZDF die Dokumentation auslandsjournal frontlines: Kabul – die Rückkehr der Taliban von Katrin Eigendorf.
Episodenliste
Rezeption Kritiken Harald Keller schrieb auf epd-film.de, dass sich die Fiktionalisierung des Abzugs der ISAF aus Kabul im Jahr 2021 als überzeugende geharnischte Anklage erweise. Der Aufwand der hochwertig produzierten Serie arte nie in Geprotze aus, sondern gelte einer realitätsnahen Rekonstruktion.
Filmdienst.de vergab 2,5 von 5 Sternen. Die multiperspektivisch erzählte Serie vermöge durchaus zu fesseln, auch wenn nicht alle Handlungsstränge gleich gut erzählt seien. Als Erinnerung an das Leid der Afghanen und vor allem der afghanischen Frauen im Zug des dramatischen Machtwechsels habe die Serie aber durchaus ihre Meriten.
Jannis Holl schrieb in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, dass sich Kabul was Dramaturgie und Figurentiefe angehe nicht ganz mit einer Produktion wie Homeland messen könne, deren Einfluss zu erahnen sei. Die visuelle Umsetzung wirke verglichen mit Operation: Kabul (2025) weniger bildgewaltig, wisse aber zu überzeugen, genauso wie ein Großteil der zumeist packenden Erzählstränge.
Oliver Armknecht bewertete die Serie auf film-rezensionen.de mit sieben von zehn Punkten. Diese zeige die Not und erzeuge damit jede Menge Spannung. Die vielen Figuren bedeuteten aber auch, dass man ein wenig die Übersicht verliere. Raum für tatsächliche Charaktere sei auch nicht.
Quote In Frankreich sahen die Serie bei Erstausstrahlung durchschnittlich 1,39 Millionen Menschen.
Die Erstausstrahlung der ersten Folge am 27. Juli 2026 im ZDF erreichte 1,12 Millionen Fernsehzuschauer, der Marktanteil betrug 8,4 Prozent. Die zweite Folge holte 0,73 Millionen Fernsehzuschauer und einen Marktanteil von 8,1 Prozent. Insgesamt erreichten die Folgen bei Erstausstrahlung im ZDF 0,58 Millionen Fernsehzuschauer, der Marktanteil lag bei 6,3 Prozent.
Auszeichnungen und Nominierungen Prix Europa 2025 Nominierung in der Kategorie Video Fiction
Weblinks
Kabul – Flucht aus der Hölle ZDF.de
Einzelnachweise
Kategorie:Fernsehserie (ZDF) Kategorie:Fernsehserie (Frankreich)
Kategorie:Fernsehserie (Belgien) Kategorie:Fernsehserie (Italien) Kategorie:Fernsehserie der 2020er Jahre Kategorie:Thriller Kategorie:Miniserie Kategorie:Krieg in Afghanistan 2001–2021