Johann Baptist Bosch (* 16. Februar 1873 in Bamberg; † 2. Februar 1932 in München) war ein deutscher Bauingenieur, Statiker, Architekt und Baubeamter.
Von 1919 bis zu seinem Tod 1932 leitete er als Oberbaudirektor das Städtische Tiefbauamt der Landeshauptstadt München. Darüber hinaus spielte er als verantwortlicher Statiker eine bedeutende Rolle beim Bau des Deutschen Museums.
Leben Johann Baptist Bosch 1873 in Bamberg als Sohn des Bamberger Schlossermeisters Johann Baptist Bosch (1837–1898) geboren.
Zum Studium kam er nach München. 1891–1895 studierte er Bauingenieurwesens an der „Kgl. technischen Hochschule in München“. Danach trat Bosch in den Dienst der Stadt München ein.
Er war Fachmann für Eisenbetonkonstruktionen und statische Berechnungen, die er bei Wasserkraftbauten, im Straßenbau und bei Brücken einsetzte. Bosch war Mitglied im Bayerischen Architekten- und Ingenieur-Verein und außerordentliches Mitglied der Preußischen Akademie des Bauwesens.
Auf Initiative von Oskar von Miller wurde Bosch für mehrere Jahre vom städtischen Dienst beurlaubt, um den Neubau des Deutschen Museums zu betreuen. Zwischen 1908 und 1910 leitete er das Baubüro des Deutschen Museums. Während der Bau nach den Entwürfen Gabriel von Seidls entstand, entwickelte Bosch die anspruchsvollen Stahlbeton- und Tragwerkskonstruktionen. Die großzügigen Ausstellungshallen des Museums beruhen wesentlich auf seinen statischen Berechnungen und ermöglichten die damals außergewöhnlich weit gespannten Innenräume.
1919 wurde Bosch zum Leiter des Städtischen Tiefbauamtes München berufen. Als Oberbaudirektor prägte er bis zu seinem Tod die kommunale Infrastruktur der Stadt. Während seiner Amtszeit entstanden zahlreiche Ingenieurbauwerke, darunter 1924/25 die später nach ihm benannte Boschbrücke und die Zenneckbrücke (maßgeblicher Architekt für beide Brücken war August Blössner). Als Leiter des Münchner Tiefbauamtes verantwortete Bosch zahlreiche Infrastrukturprojekte und prägte den Ausbau des städtischen Verkehrsnetzes der Stadt München in den 1920er Jahren.
Familie Johann Baptist Bosch heiratete am 3. April 1902 Bertha geb. Schwind (1877–1934) aus Aschaffenburg. Aus der Ehe gingen drei Kinder hervor.
Grabstätte mini|hochkant|Grab von Johann Baptist Bosch auf dem Waldfriedhof in München
Johann Baptist Bosch starb am 2. Februar 1932 im Alter von 58 Jahren in München. Seine Beisetzung auf dem Waldfriedhof in München erfolgte am 5. Februar 1932. Die Grabstätte auf dem Waldfriedhof in München befindet sich im Gräberfeld 146 – Reihe W – Platz 11 (). Johann Baptists Ehefrau Bertha ist ebenfalls in dem Grab bestattet. Weitere Verwandte in der Grabstätte sind: Georg Bosch, 1903–1934, Dipl. Ing. Alfred Bosch, 1912–1949, Dipl. Ing. Ella Bosch, 1912–2002 Rudolf Bosch, 1941–1941 Wilhelm Schätz, 1882–1930 Gabriele Schätz, 1884–1962 Willi Schätz, 1917–1942
Namensgeber für Brücke mini|Boschbrücke über die Große Isar zum Deutschen Museum mini|Zenneckbrücke vom Deutschen Museum über die Kleine Isar Nach Johann Bosch wurde 1959Nach anderen Quellen erfolgte die Benennung eventuell auch schon 1930 zu Lebzeiten von Johann Baptist Bosch, was aber sehr selten vorkommt und von daher eher unwahrscheinlich ist. in München im Stadtteil Deutsches Museum (Stadtbezirk 2 – Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt) die Boschbrücke benannt (Erstnennung). Boschbrücke, auf stadtgeschichte-muenchen.de Die Benennung würdigt Johann Baptist Boschs Verdienste als Leiter des Städtischen Tiefbauamtes sowie seinen Beitrag zum Bau der Brücke.
Ehrungen Am 12. März 1930 verlieh die Technische Universität München Johann Baptist Bosch anlässlich seines 30-jährigen Dienstjubiläums bei der Stadtgemeinde die Ehrendoktorwürde „in Anerkennung seiner großen Verdienste um die Ingenieurtechnik der Stadt München, seiner Leistungen beim Ausbau der Münchener Wasserkraftanlagen und beim Bau des Deutschen Museums“. Den Antrag zur Ehrenpromotion hatte Kaspar Dantscher, der Rektor der Technischen Hochschule München und Professor für Wasserbau gestellt.
Wirken Bosch gehörte zu den bedeutenden kommunalen Bauingenieuren Münchens während des Übergangs vom Historismus zum modernen Ingenieurbau. Sein Schwerpunkt lag auf der Verbindung neuer Stahlbetonbauweisen mit repräsentativer Architektur.
Johann Baptist Bosch vereinte mehrere Berufsfelder, die im ausgehenden 19. und frühen 20. Jahrhundert häufig eng miteinander verbunden waren:
Bauingenieur – Planung und technische Umsetzung von Hoch- und Ingenieurbauten. Statiker – Berechnung und Nachweis der Tragfähigkeit von Bauwerken. Architekt – Entwurf und Planung baulicher Anlagen. Baubeamter – Tätigkeit in der öffentlichen Bauverwaltung mit Verantwortung für Genehmigung, Planung oder Bauaufsicht.
Sein berufliches Wirken fiel in eine Phase des Übergangs vom historistischen Bauwesen zu den modernen Konstruktionsmethoden des 20. Jahrhunderts.
Besondere Bedeutung erlangte seine Tätigkeit für das Deutsche Museum. Während Gabriel von Seidl die architektonische Gestaltung verantwortete, entwickelte Bosch die Tragwerksplanung des Gebäudes. Die weitgespannten Stahlbetonkonstruktionen der Ausstellungshallen galten zur Entstehungszeit als ingenieurtechnische Spitzenleistung.
Als Leiter des Münchner Tiefbauamtes verantwortete Bosch zahlreiche Brücken- und Infrastrukturprojekte und prägte den Ausbau des städtischen Verkehrsnetzes in den 1920er Jahren.
Literatur
Weblinks
Einzelnachweise
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