Imke Heuer ist eine deutsche Literaturwissenschaftlerin und Autismus-Forscherin, die in Bremen lebt und arbeitet.

Ausbildung und Werdegang Imke Heuer studierte die Fächer Anglistik, Kulturwissenschaften und Geschichte. Sie erwarb einen Master- und Doktortitel an der University of York in Großbritannien. 2008 promovierte sie über englischsprachige Literatur des frühen 19. Jahrhunderts. Mit ihrer Dissertation untersuchte sie die Adaptionsgeschichte von Harriet Lees Novelle Kruitzner, or The German's Tale von 1801, Teil von Lees Zyklus Canterbury Tales.

Nach einer Autismus-Diagnose im Erwachsenenalter engagiert sie sich heute in der autistischen Selbstvertretung in Deutschland, vorwiegend bei AutSocial e.V. (Hamburg) Aspies e.V. (Berlin) und dem European Council of Autistic People (EUCAP). Zudem ist sie Mitglied der AFK (Autismus-Forschungs-Kooperation) in Berlin, einem Forum, in dem autistische Menschen und Forschende aus dem Autismus-Bereich in partizipativen Forschungsprojekten zusammenarbeiten. Darüber hinaus ist sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin in den Bereichen psychische Gesundheit, Sozialpsychologie und partizipative Forschung am Universitätsklinikum Eppendorf bzw. Universität Hamburg tätig und befasst sich dort mit dem Thema Peer-Support.

Veröffentlichungen (Auswahl) mit Jörg Utschakowski, Stephan Hekermann, Lili Michaelis und Sabine Zechmann-Bröder: Mit Peers arbeiten – Leitfaden für die Beschäftigung von Experten aus Erfahrung. 2., überarbeitete Auflage, Köln: Psychiatrie-Verlag, 2026, ISBN 978-3-96605-369-3. „Eine Minderheit in der Minderheit? Mein Weg als autistische Geisteswissenschaftlerin“. In: Christian Lindmeier, Carina Schipp, Mechthild Richter (Hrsg.): Autistische Menschen in Studium und Hochschule. Stuttgart: Kohlhammer, 2025, S. 108–112, ISBN 978-3-17-043649-7. mit Hajo Seng und Georg Theunissen: Autismus – Über vernachlässigte Themen. Beiträge aus der Innen- und Außensicht. Freiburg im Breisgau: Lambertus, 2025, ISBN 978-3-7841-3696-7. „,In die Nische oder durch alle Raster‘ – Autismus, Studium und Partizipation“. In: Dominik Bertrand-Pfaff, Udo Lehmann (Hrsg.): Unsichtbare Differenz – Berufliche Perspektiven von Personen aus dem Autismusspektrum ohne Intelligenzminderung und Sprachverzögerung. Freiburg: Herder WBG Academic, 2025, ISBN 978-3-534-64234-2, S. 87–102. „Neurodiversität – Ein inklusiveres, gendergerechtes Konzept?“ In: Christian Lindmeier, Marek Grummt, Mechthild Richter (Hrsg.): Neurodiversität und Autismus. Reihe: Pädagogik im Autismus-Spektrum, Stuttgart: Kohlhammer, 2023, S. 61–74, ISBN 978-3-17-041266-8. mit Julia Eiperle, Aziza Kasberg, Marilena von Köppen, Maja Kuchler, Catharina Münte, Marlene Märker, Kristina Schmidt, Imada Spiewok, Regina Thalhammer, Sabine Tiefenthaler: Ethische Herausforderungen in der partizipativen Forschung reflektieren – Eine praxisbezogene Handreichung für ethische Fallreflexionen in Forschungsteams. Reihe: PartNet – Netzwerk für partizipative Gesundheitsforschung, Berlin: Katholische Hochschule für Sozialwesen, 2023. „,Treffsicher und bezeichnend, oft freilich auch recht abwegig‘ – Autistische Sprache und Kommunikation“. In: Georg Theunissen (Hrsg.): Autismus verstehen – Außen- und Innensichten. 2., aktualisierte Auflage, Stuttgart: Kohlhammer, 2020, S. 173–182, ISBN 978-3-17-037906-0. „Autismus bei Mädchen und Frauen“. In: Heike Drogies (Hrsg.): Aut ist in. Osnabrück: Lebenskünstler-Verlag, 2017, S. 70–71, ISBN 978-3-946410-00-3. ,Mein ist die That‘ – Attentäterinnen in der Literatur. Würzburg: Königshausen & Neumann, 2013, ISBN 978-3-8260-5108-1. ,The German's Tale' – German History, English Drama and the Politics of Adaptation. Dissertationsschrift, University of York, 2008.

Einzelnachweise

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