Elisabeth Terwins (geboren vor 1464; gestorben am 25. Februar 1522 in Heiningen) war 41 Jahre lang Priorin des Klosters Heiningen.

Leben Terwins legte im Jahr 1464 im Augustinerchorherrenstift Heiningen die Profess ab und wurde 1481 zur Leiterin des Klosters Heiningen gewählt. Sie leitete das verarmte Stift im Sinne der nach der Visitation des Kardinallegaten Nikolaus von Kues eingeführten Reform der Windesheimer Chorherren. Dabei sorgte sie nicht nur für die Wahrung von Zucht und Ordnung, sondern war gemeinsam mit Arnold Steinwick († 1512, ab 1480 Propst von Heiningen) treibende Kraft bei der Renovierung und dem Neubau der Gebäude. Auf ihre Initiative hin wurde zudem ab 1508 begonnen, Klosterannalen zu verfassen, in denen Chroniken und Güterverzeichnisse, Aufzeichnungen zur wirtschaftlichen Führung, Nekrologe und Vorträge festgehalten wurden. Durch ihre geschickte Führung und durch die kunstgewerbliche Tätigkeit der Klosterfrauen erlangte das Stift einen wirtschaftlichen Aufschwung und beherbergte im Jahr 1500 rund 100 Personen. Als bekannteste Zeugnisse ihres Wirkens zählen zwei große gestickte Bildteppiche. Auf dem Werk aus dem Jahr 1516, das später unter der Inventarnummer „1876-289“ in das Victoria and Albert Museum nach London kam, wurde die Philosophie umgeben von den Sieben Freien Künsten dargestellt und durch eingefügte Spruchbänder mit ausführlichen Texten ergänzt. Die beiden äußeren Spruchbänder des Teppichs enthalten neben dem Namen der Priorin auch jene von 58 Mitglieder des Konvents, die an dieser Arbeit mitgewirkt haben.The Heiningen Philosophy Tapestry collections.vam.ac.uk

Die lateinische Inschrift beginnt mit den Worten

Bei dem fast 5 m² großen, quadratischen Werk handelt es sich um eine farbige Wollstickerei, die auf Leinen ausgeführt wurde. Sie misst rund 477 × 477 cm, wurde für den Konvent selbst hergestellt und hing oder lag vermutlich im Bereich des Altars der Klosterkirche.

Der zweite Wandteppich aus dem Jahr 1517, der im Zentrum mit der Personifikation der Ecclesia und Synagoge versehen ist und in den Ecken Frauen aus dem Alten Testament zeigt, kam nach Brünn in die Moravská galerie. Ein aus diesem herausgeschnittenes Fragment, auf dem Hildeswit (Hildeswid), die Stifterin, und Walburgis (Alburgis), die erste Äbtissin des Klosters, zu sehen sind, kam nach London. Bei ihrem Tod war das Kloster renoviert und schuldenfrei und verfügte zudem über ansehnliche Besitzungen. Sie galt als die zweite Gründerin Heiningens. Am 13. Mai 1523 fiel das Kloster im Zuge der Hildesheimer Stiftsfehde an Herzog Heinrich den Jüngeren von Braunschweig-Lüneburg.Johannes Zahlten: Terwins, Elisabeth. In: Eine ihrer Vorgängerinnen als Priorin war Adelheid von Bortfeld († um 1477), Margareta Rauwel wurde bis 1543 ihre Nachfolgerin.

Literatur Falk Eisermann: Die Inschriften auf den Textilien des Augustiner-Chorfrauenstifts Heiningen. In: Nachrichten der Akademie der Wissenschaften in Göttingen, I. Phil.-Hist. Klasse. 6, Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1996, S. 227–285. Johannes Zahlten: Terwins, Elisabeth. In:

Einzelnachweise

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