Quattermart (auch: Quatermart, Quatermarkt, Quattermare o. ä.) war der Name eines ritterbürtigen Kölner Patriziergeschlechts, das einen großen Anteil der Geschichte des Kölner Stadtregiments prägte. Laut Anton Fahne ist es aufgrund der Wappenverwandtschaft eines Stammes mit den Overstolzen und den Lyskirchen. mini|hochkant|Wappen der Quattermart bei Anton Fahne (nachkoloriert)
Geschichte mini|Quatermarkt, Gürzenich und St. Alban (1571 nach Mercator) mini|Der Quatermarkt heute Der Name des Geschlechts lässt sich entgegen der Behauptung Fahnes nicht von einem Quatermarkt ableiten; vielmehr benannte man den am Gürzenich gelegenen Markt nach der Familie Quattermart. Gottfried Quattermart baute dort nämlich ein großes Haus. Die Quattermart waren ursprünglich Kaufleute, die Fernhandel mit England betrieben. Außerdem teilte sich die Familie in mehrere Linien auf, von denen zwei weibliche Nebenlinien waren. So waren die Quattermart von der Sandkaule aus dem Geschlecht Birklin, die Quattermart von der Stesse aus dem Geschlecht Kleingedank und die Quattermart von der Rheingasse aus dem Geschlecht der Overstolzen. Somit war die letztere Linie wahrscheinlich eines Stammes mit den Quattermart. Die Linien im Mannesstamm waren die Quattermart von der Straßburgergasse, die Quattermart vom Holzmarkt, die Quattermart vom Lombarden und die Quattermart vom Herzogenhaus. Scheinbar waren die Quattermart von Benesis ebenfalls aus dem Geschlecht der Overstolzen, da Angehörige dieser Linie den Leitnamen Werner trugen und bei Hansen nicht erst Erwähnung finden. Bis um 1295 war wohl kein Angehöriger des Geschlechts politisch betätigt. Danach zählte es angeblich zu den reichsten und mächtigsten Geschlechtern der Stadt. In Köln waren viele Häuser und Höfe nach dem Geschlecht benannt. Zu diesen zählen die Häuser Quattermart in der Rhein- sowie Straßburgergasse und am Gürzenich. Letzteres nannte man später das „Herzogenhaus“, da es sehr prachtvoll wurde.
Schon im 12. Jahrhundert erschien Rudolf Quattermart, der großen Grundbesitz in der Pfarre Klein St. Martin hatte. Er heiratete wohl Margaretha. Sie überließen der Heiliggeist-Bruderschaft im Jahre 1191 eine Hofstelle auf der Töpferstraße. Dass Rudolf der Stammvater des Geschlechts ist, ist entgegen der Behauptung Fahnes unbelegt. Insgesamt sind Fahnes Angaben zu dem Geschlecht oft falsch, unbelegt oder fraglich. Die Stammliste lautet:
Die Quattermart vom Holzmarkt (de Foro Lignorum) waren auf dem Holzmarkt und in der Severinspfarre begütert. Ihre Stammfolge beginnt mit Gottfried Quattermart (urkundlich 1261, † um 1289), der mit Agnes (urkundlich 1261–1324) vier Töchter hatte: Gertrud Quattermart ⚭ Rutger von Lyskirchen, Ursula Quattermart, Margaretha Quattermart und Elisabeth Quattermart; die letzten drei Töchter waren Beginen.
Ferner bewohnten die Quattermart vom Lombarden das gleichnamige feste Haus in der Laurenzpfarre. Zu diesem gehörten laut Fahne ein Torweg, der zur Stesse führte, zwei Zinshäuser mit Mundmannen und drei Zinshäuser namens „zur Krone“. Die Stammliste der Linie zum Lombarden lautet:
Schließlich sind noch einige nicht zuzuordnende Angehörige des Geschlechts bekannt:
Gottschalk Quattermart (urkundlich ≈1200–1205) ⚭ Sophia (urkundlich ≈1200–1205) Johannes Quattermart (urkundlich 1299–1321), Sohn des Johannes ⚭ Elisabeth von Hemmenrode (urkundlich 1321) Blithildis Quattermart (urkundlich 1324), Tochter des Johannes ⚭ Arnold Buce (urkundlich 1324)
Wappen Blasonierung: In Gold drei schwarze Turnierkragen (5:4:3). Auf dem Helm ein silberner Schwan mit schwarzen Flügeln.
Literatur
Anton Fahne: Geschichte der kölnischen, jülichschen und bergischen Geschlechter in Stammtafeln, Wappen, Siegeln und Urkunden, Band 1, Heberle, Köln und Bonn 1848, S. 341–343 (hhu.de). Joseph Hansen: Mittheilungen aus dem Stadtarchiv von Köln, Band 10, Heft XXVI, M. DuMont-Schauenberg’sche Buchhandlung, Köln 1896, S. 134–136 (archive.org).
Einzelnachweise
Kategorie:Kölner Patriziergeschlecht Kategorie:Rheinländisches Adelsgeschlecht