mini|hochkant|Stammwappen derer von Spaen im Wappenbuch des Westfälischen Adels Spaen (teilweise auch Spän geschrieben, obwohl das „e“ ein Dehnungs-e ist) ist der Name eines 1888 erloschenen niederländisch-rheinländisches Uradelgeschlechts.

Geschichte Das Geschlecht stammt aus den Niederlanden und war auch in der Niederrheinregion ansässig.Spießen (1901–1903), S. 119. Im Gelderschen hatte die Familie Besitz in Biljoen (urkundlich 1690–1740), Voorstonden, Camphausen (1481–1488), Rosanda (1735–1740), Schouwenburg und Spaenswerdt (1326–1400) sowie im Klevischen in Beek bei Xanten (1538), Beynem (1327), Bingerden, Bislich (1598), Creutzfort (1446–1819), früher auch Cruisswick genannt, Emmer im Kirchspiel Brünen (1378), Erprath, Hamminkeln (1650–1745), Holthusen (1601), Hülshagen (1555), Hülshorst (1671–1690), Moyland (1671–1696), Nütterden (1447–1470), Ringenberg (1650–1745), Till (1690–1696) und Winckel (1601). Hinzu kommen in Westfalen Burg Hardenstein (1740), Kemnade (1690), Nederhagen (1671–1690) und Overhagen (1696).Ledebur (1856), S. 458 f.Kneschke (1868), S. 537.

Das bekannteste Familienmitglied ist wohl der kurbrandenburgische Generalfeldmarschall Alexander von Spaen (1619–1692), Sohn des mehrfachen Gutsbesitzers Wolter von Spaen und dessen Frau Agnes von Schimmelpenninck von der Oye, der am 25. Mai 1661 vom Kaiser Leopold I. in den Reichsfreiherrenstand erhoben wurde. Der Freiherrenstand wurde am 4. April 1662 auch vom kurbrandenburgischen Kurfürsten anerkannt. Alexander von Spaen war in erster Ehe mit Henriette von Arnheim († 4. August 1671), in zweiter Ehe mit Johanna Dorothea Quadt von Wyckerath-Soppenbroich († 4. September 1676) und in dritter Ehe mit Dorothea von Flemming, Witwe des Diplomaten Otto von Schwerin, verheiratet. Aus der ersten Ehe stammen elf Kinder und aus der zweiten eine Tochter. Die dritte Ehe blieb kinderlos. Alexanders Sohn aus erster Ehe Alexander Bernhard von Spaen (1669–1743) war residierender Komtur des Johanniter-Ordens zu Wietersheim und Drost zu Goch und Gennep sowie königlich-preußischer Generalmajor. Denselben Rang in der königlich-preußischen Armee hatte auch dessen Sohn Johann Heinrich Friedrich von Spaen (1705–1762), wohingegen Alexander Sweder von Spaen (1703–1768), Sohn von Alexander Bernhards Bruder Friedrich Wilhelm von Spaen (1667–1735), als Generalmajor in holländischen Diensten stand. Ein anderer Freiherr von Spaen zu Bellevue erhielt am 18. August 1764 ein Grafendiplom. Darüber hinaus brachte das Geschlecht mehrere Bürgermeister und niederländische Parlamentsmitglieder hervor.

Das Geschlecht erlosch 1888 mit dem Tod von Louise Adolphine Marie Sophia van Spaen (1805–1888), Herrin von Schouwenburg.

Persönlichkeiten Alexander von Spaen (1619–1692), kurbrandenburgischer Generalfeldmarschall Alexander Bernhard von Spaen (1669–1745), königlich-preußischer Generalmajor Gerrit Karel Spaen van Voorstonden (1756–1841), niederländischer Diplomat Johann Heinrich Friedrich von Spaen (1705–1762), königlich-preußischer Generalmajor Alexander Sweder von Spaen (1703–1768), Generalmajor in holländischen Diensten

Stammfolge

Wappen

Blasonierung des Stammwappens In Silber drei rote Schrägrechtsbalken. Auf dem gekrönten Helm mit rot-silbernen Helmdecken ein breites silbernes, nach rechts übergebogenes Horn mit rotem schrägen Gitter belegt.

Blasonierung des vermehrten Freiherrenwappens von 1661 Geviert mit goldenem Herzschild, darin ein schwarzer Adler. Felder 1 und 4 das Stammwappen; Felder 2 und 3 das Wappen derer von Ringenberg (in Rot zehn (3:3:3:1) goldene Ringe). Drei Helme: I. gekrönt mit rot-silbernen Decken eine aufrechte schwarze Bärentatze eine rote Rose haltend; II. schwarz-silbern bewulstet ein gekrönter schwarzer Adlerkopf mit Hals; III. rot-golden bewulstet mit rot-goldenen Decken ein goldener Ring zwischen einem offenen silbernen Flug, belegt mit nach außen abfallenden roten Schrägbalken, darauf drei goldene Ringe. Als Schildhalter ein goldener Bär und ein goldener Löwe. Devise: „Vivit post funera virtus“.

Das Stammwappen derer von Spaen fand Eingang in das Wappen der Gemeinde Till-Moyland.

Literatur Otto Titan von Hefner: J. Siebmacher’s großes und allgemeines Wappenbuch, Bd. 3 (Blühender Adel deutscher Landschaften unter preußischer Vorherrschaft), 1. Abt.: Der Adel des Königreichs Preußen: Grafen und Freiherren, Nürnberg 1857, Tfl. 65 (digitale-sammlungen.de) und Tfl. 84 (digitale-sammlungen.de). Ernst Heinrich Kneschke: Neues allgemeines deutsches Adels-Lexicon. Friedrich Voigt, Band 8: Saackhen, Wailckhl v. Saackhen – Steinhauer zu Bulgarn. Leipzig 1868, S. 537 (Google Bücher). Leopold von Ledebur: Adelslexicon der Preußischen Monarchie, Band 2: L–S, Berlin 1856, S. 458 f. (digitale-sammlungen.de). Max von Spießen: Wappenbuch des Westfälischen Adels, mit Wappengrafiken von Adolf Matthias Hildebrandt, Band 1, Görlitz 1901–1903, S. 119 (hhu.de); Band 2, Görlitz 1903, Tfl. 301 (hhu.de).

Weblinks Österreichisches Staatsarchiv, AT-OeStA/AVA Adel RAA 399.42 Spaen, Alexander von, Kurbrandenburger Regierungsrat, Kämmerer und Generalwachtmeister, Bernhard, Brüder, Freiherrenstand für das Reich und die Erblande, "Wohlgeboren", „Herr zu Ringelberg, Bouillion, Kaldenhoff und Niederhagen“, privilegium denominandi, Wappenbesserung, privilegium fori, privilegium de non usu.

Einzelnachweise

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