mini|hochkant=1.3|Windmühle in Lajajres mini|World-Cup-Sieger Jürgen Hönscheid vor der Nordküste Fuerteventuras (2004) Lajares ist ein Ort in der Gemeinde La Oliva in der Provinz Las Palmas de Gran Canaria auf der kanarischen Atlantikinsel Fuerteventura. Früher war der Ort für seine Hohlsaumstickereien bekannt. Ab den 1980er-Jahren avancierte Lajares zu einem Zentrum für Wellenreiter. Die Surfspots an der nur wenige Kilometer entfernten als North Shore bekannten Küste gehören zu den besten Surfrevieren Europas.
Lage und Naturraum Lajares liegt im Norden Fuertenturas 13 Kilometer südöstlich von der Ferienstadt Corralejo. Zum südlich gelegenen Gemeindesitz La Oliva sind es zehn Kilometer, nach El Cotillo an der Nordwestküste sowie zum Weiler Majanicho an der Nordküste jeweils acht Kilometer.
Die Region um Lajares ist stark vom Vulkanismus geprägt. Im Süden reicht das Malpaís de la Arena bis fast an den Ort heran. Das jungvulkanische Lavafeld entstand vor 10.000 Jahren beim Ausbruch der Montaña de la Arena. Im Nordosten stehen die Vulkane Montaña Colorada und Calderón Hondo, sie gehören zu den Volcanes de Bayuyo, einer Vulkanreihe, die bis an die Ortsgrenze von Corralejo reicht.
Bevölkerung Wie in fast allen küstennahen Orten auf Fuerteventura ist auch in Lajares die Bevölkerung durch den Tourismus stark angewachsen. Seit dem Jahr 2000, als in Lajares 849 Einwohner lebten, hat sich die Einwohnerzahl auf 2116 (Stand 2025) mehr als verdoppelt.Einwohnerzahl des Instituto Nacional de Estadística. Abgerufen am 27. Juni 2026
Beschreibung Bis weit in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts lebte man in der Region vornehmlich von der Ziegenhaltung und etwas Landwirtschaft. Mehrere Mühlen in der Region bezeugen, dass auf den von der Lava ausgesparten Flächen Getreide angebaut wurde. Noch in den 1960er-Jahren wurden Dromedare zur Feldarbeit eingesetzt. Heute spielt die Landwirtschaft keine Rolle mehr. Viele Einwohner arbeiten in den Touristenzentren Corralejo und El Cotillo oder sind in Lajares selbst in touristischen Projekten involviert.
Durch den Ort führt von Ost nach West die Landstraße FV-109, an der sich gastronomische Betriebe und Surfschulen mit Kursangeboten und Brettvereih befinden. In kleinen Werkstätten stellt man auch Surfbretter her. Die ersten Profis der Surferszene ließen sich Anfang der 1980er-Jahre in Lajares nieder, unter ihnen der Vizeweltmeister Jürgen Hönscheid. Das überwiegend junge Publikum wohnt in kleinen Apartmentanlagen und Ferienwohnungen, größere Übernachtungsbetriebe gibt es nicht.
mini|Ermita de San Antonio An dem Dorfplatz in der Ortsmitte wird jeden Samstag ein kunsthandwerklicher Markt (Mercado Artesanal) abgehalten. Im Ortsteil Casas de Arriba steht an der Hauptstraße die Ermita de San Antonio. Die einschiffige Kapelle stammt vermutlich aus dem Ende des 18. Jahrhunderts.Thilo Scheu: Fuerteventura. Michael Müller Verlag. Erlangen, 2018, ISBN 978-3-95654-135-3, S. 68 Sie wurde 1985 zum Kulturgut von besonderem Interesse (Bien de Interés Cultural) ernannt. Typisch für Landkirchen auf Fuerteventura ist der kleine Glockenturm neben dem Rundbogenportal. Gegenüber der Kapelle finden sich zwei restaurierte Windmühlen unterschiedlicher Bauart. Die sogenannte Molinos besteht aus einem runden Steinbau mit aufgesetztem Dach, an dem die Mühlenflügel angebracht sind. Bei der Molinas werden die Flügel von einem Holzgestell getragen.Baedeker Reiseführer Furteventura. Ostfildern 2024, ISBN 978-3-575-00131-3, S. 46–47
Das Fußballstadion (Campo Municipal de Fútbol) am östlichen Ortseingang ist Spielstätte des lokalen Fußballvereins; Wettkämpfe im Kanarischen Ringkampf (Lucha Canaria) werden in der Ringkampfarena in der Ortsmitte ausgetragen.
Calderón Hondo mini|Wegweiser bei Lajares mini|Wanderziel Calderón Hondo, im Vordergrund die Montaña Colorada Der Calderón Hondo ist einer der bekanntesten Vulkane Fuerteventuras. Im Rahmen einer am nördlichen Ortsausgang von Lajares beginnenden Wanderung kann zu einer Aussichtsplattform auf dem Kraterrand des Vulkankessels aufgestiegen werden.Rolf Goetz: Rother Wanderführer Fuerteventura. München 2024, ISBN 978-3-7633-4740-7, S. 44–47
In der Nähe mini|links|hochkant|„Popcorn“ am Strand mini|hochkant|Rodolithen-Strand Nördlich von Lajares erreicht man von Majanicho aus auf einer am Meer entlang führenden holprigen Schotterpiste in Richtung Corralejo die Playa del Bajo de la Burra. Diese ist einer von mehreren „Popcornstränden“ an Fuerteventuras Nordküste. Der Strand besteht aus unzähligen „Kalkalgen“, sogenannten Rodolithe (span. rodolitos), die über einen langen Zeitraum hinweg versteinern. Sie ähneln sowohl in Größe als auch Farbe Popcorn, massenhaft an die Küste angeschwemmt bilden sie teils großflächige Strände aus. Nach dem Spanischen Küstenschutzgesetz ist es nicht gestattet, Rodolithe oder andere natürliche Substanzen vom Strand mitzunehmen. In einer Rückholaktion wurde 2026 auf Betreiben der Umweltbehörde eine Tonne Rodolithe an den Strand zurückgebracht – die Einwohner hatten diese in ihren Vorgärten als dekoratives Streugut zweckentfremdet. Auch unter Touristen sind die kleinen Steinchen ein beliebtes Souvenir.
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Kategorie:Ort auf Fuerteventura Kategorie:La Oliva Kategorie:Ort in Afrika