Jerry Herbert Ziesmer (* 31. Mai 1939 in Milwaukee, Wisconsin; † 1. August 2021) war ein US-amerikanischer Regieassistent, Produktionsleiter und Schauspieler, der von 1961 bis 2021 aktiv war.
Leben Ziesmar wurde 1939 in Milwaukee im US-Bundesstaat Wisconsin als der Sohn des Postangestellten Herbert Hermann Ziesmer und dessen Ehefrau Wilhelmina Petronella Jansen geboren, die Tochter niederländischer Einwanderer war. Er besuchte die Rufus King International High School, die er 1957 mit Stipendium abschloss. Bereits zu dieser Zeit spielte in kleinen Theatergruppen der Region.
Nachdem er an der Seite von Ethel Waters in einer Tourneeproduktion von The Member of the Wedding aufgetreten war, besuchte er das High School Institute der Northwestern University in Illinois und studierte dort unter der Schauspiellehrerin Alvina Krause, zu deren weiteren Schülern unter anderem Charlton Heston, Jennifer Jones, Richard Benjamin und Karen Black gehörten. Er machte seinen Bachelor-Abschluss im Jahr 1961.
Im Anschluss zog er nach Beverly Hills und machte seinen Master-Abschluss an der University of California, Los Angeles (UCLA). Während dieser Zeit arbeitete er beim United States Post Office und nahm später eine Teilzeitstelle als Lehrer an einer Junior High School an. Im Jahr 1964 heiratete er Mary Kate Denny, mit der er drei Kinder hatte. Sein Sohn Christopher „Chris“ Ziesmer (1970–1997), der ebenfalls Schauspieler war, starb im Alter von 26 Jahren an den Folgen eines Herzinfarkts.
Nachdem er eine Anzeige für ein Ausbildungsprogramm für Regieassistenten im Variety-Magazin gesehen hatte, wurde er 1967 in das von der Directors Guild of America (DGA) und der Motion Picture Producers Association getragene Programm aufgenommen, das er im Jahr 1969 mit Zertifikat abschloss.
1981 traf Ziesmer seine Freundin aus der High School und Ballbegleitung von 1957, Suzanne, wieder. Beide begannen eine Beziehung und heiraten im Jahr 1982. Sie begleitete ihn fortan an Filmsets und unterrichtete, darunter Schauspieler wie Mel Gibson.
Jerry Ziesmer starb am 1. August 2021 im Alter von 82 Jahren.
Karriere Ziesmer arbeitete an mehr als 50 Filmen, meist in der Funktion eines Regieassistenten. Seine erste, nicht im Abspann genannte Tätigkeit war eine Ausbildungsstelle bei der Verfilmung des Musicals Hello, Dolly!. Zu seinen weiteren Filmarbeiten zählen So wie wir waren, Unheimliche Begegnung der dritten Art, Scarface, Die Unschuld der Molly, Midnight Run – Fünf Tage bis Mitternacht, Mel Brooks’ verrückte Geschichte der Welt, Annie, Teen Lover, Almost Famous – Fast berühmt und Jerry Maguire – Spiel des Lebens. Er führte auch Regieassistenz bei mehreren Fernsehfilmen und Fernsehserien, darunter 19 Folgen von Kung Fu sowie bei drei Teilen der Miniserie King.
Er übernahm gelegentlich kleine Schauspielrollen in einigen seiner Fernsehserien und Filme, etwa als Pilot in Das fliegende Auge oder als Verkäufer in Rocky II. Seine bekannteste Rolle war jedoch die des CIA-Offiziers Jerry Moore in Francis Ford Coppolas Antikriegsfilm Apocalypse Now aus dem Jahr 1979, in dem er den prägenden Satz „Terminate with extreme prejudice“ () an die von Martin Sheen verkörperte Hauptfigur richtet und damit einen gezielten Mordauftrag gibt – in Anlehnung an das „Project Gamma“ während des Vietnamkriegs. Coppola suchte monatelang nach einem passenden Darsteller und gab schließlich seinem Regieassistenten Ziesmer die Rolle spontan. Im deutschen Sprachraum wurde Ziesmer unter anderem von Gudo Hoegel, Hans-Helmut Müller, Knut Reschke und Bodo Wolf synchronisiert.
Ziesmer war von 1987 bis 1998 Mitglied des Vorstands der Directors Guild of America, davon drei Jahre als Vorsitzender. Er war maßgeblich an der Einrichtung eines Mentorenprogramms für Frauen und nicht-weiße Regisseure beteiligt. Viele Jahre lang unterrichteten er und seine Frau Suzanne zudem einen Kurs für Regieassistenten an der UCLA Extension. 2006 erhielt er den „Frank Capra Achievement Award“ der Directors Guild of America, eine Auszeichnung für das Lebenswerk von Regieassistenten.
Im Jahr 2000 veröffentlichte Ziesmer seine Biografie Ready when You Are, Mr. Coppola, Mr. Spielberg, Mr. Crowe, in denen er seine Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit einigen der bekanntesten Stars Hollywoods schildert, darunter Francis Ford Coppola, Cameron Crowe, Steven Spielberg, Sylvester Stallone, John Badham, Sydney Pollack, Brian De Palma, Peter Bogdanovich, John Frankenheimer und Mel Brooks. Er war auch Autor des Buches Stan Laurel: The Little One, A Study of Comedy.
Filmografie (Auswahl) Regieassistenz und Produktion
Schauspieler
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Einzelnachweise
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