Oskar Kutzner (* 7. Februar 1882 in Freiburg in Schlesien, Landkreis Schweidnitz; † 4. Oktober 1951 in Bonn) war ein deutscher Pädagoge, Psychologe und Hochschullehrer.Günther Böhme: Kutzner, Oskar. In: Neue Deutsche Biographie, Bd. 13 (1982), S. 353 f.; Kutzner, Oskar. In: Otto Wenig (Hrsg.): Verzeichnis der Professoren und Dozenten der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität zu Bonn 1818–1968. Bouvier, Bonn 1968, S. 168.

Leben und Wirken Nach dem Besuch des Realgymnasiums in Breslau absolvierte Oskar Kutzner zunächst von 1899 bis 1903 die Ausbildung zum Volksschullehrer am Lehrerseminar in Liegnitz. Von 1903 bis 1908 war er im Schuldienst an einer Volksschule tätig. Von 1908 bis 1912 studierte er Germanistik, Geschichte und Philosophie an der Universität Zürich und promovierte dort 1912 zum Dr. phil. Anschließend arbeitete er als Lehrer in Straßburg und legte dort 1914 das Staatsexamen für den Höheren Schuldienst ab. Ein Jahr später (1915) habilitierte er sich an der Universität Bonn. Am dortigen Psychologischen Institut war er als wissenschaftlicher Assistent tätig. 1922 wurde er außerordentlicher Professor, 1939 außerplanmäßiger Professor und trat 1947 in den Ruhestand. Er vertrat die Gebiete Psychologie, Pädagogik und Philosophie. Seine Veröffentlichungen behandeln den Bereich der Pädagogischen Psychologie, aber auch die Kulturpsychologie und auch die Reform der Lehrerbildung und das akademische Studium.

Veröffentlichungen (Auswahl) Das Gefühl nach Wundt. Darstellung und kritische Würdigung. Engelmann, Leipzig 1912 (= Dissertation an der Universität Zürich). Kritische und experimentelle Beiträge zur Psychologie des Lesens. Mit besonderer Berücksichtigung des Problems der Gestaltqualität. Engelmann, Leipzig 1916 (= Habilitationsschrift Universität Bonn). Fichte als Pädagoge (= Friedrich Mann's pädagogisches Magazin, Bd. 710). Beyer, Langensalza 1919. Der Weg zur Kultur. Grundfragen der Pädagogik. Quelle & Meyer, Leipzig 1919. Die pädagogische Fakultät. Ein Beitrag zur Reform der Lehrerbildung (= Schulpolitik und Volksbildung, Bd. 1). Zickfeldt, Osterwieck 1920. Die Pädagogische Fakultät. Entwicklungsmöglichkeit der Pädagogik. In: Zeitschrift für pädagogische Psychologie und Jugendkunde, Bd. 22 (1921), H. 3, S. 177–188. Vom Wegen der Erziehung. In: Neue Bahnen, Bd. 32 (1921), H. 2, S. 37–41. Freiheit, Verantwortlichkeit und Strafe (= Friedrich Mann's pädagogisches Magazin, Bd. 924). Beyer, Langensalza 1923. Der Sinn der Erziehung. Vorgedanken zu einer Philosophie der Erziehung (= Friedrich Mann's pädagogisches Magazin, Bd. 1056). Beyer, Langensalza 1925. Umweltbeziehungen und ihre Bedeutung für die sittliche Entwicklung. In: Die deutsche Schule, Bd. 30 (1926), H. 4, S. 193–204. Sittliche Selbstachung und Selbstregulierung. In: Archiv für die gesamte Psychologie, Bd. 77 (1930), H. 1/2, S. 129-152. Das Problem der körperlichen Züchtigung. In: Deutsche Blätter für erziehenden Unterricht, Bd. 58 (1931), H. 31, S. 241–243, H. 32, S. 249–252, H. 33, S. 257–262 u. H. 34, S. 265–267. Zur Psychologie der Strafe. In: Archiv für die gesamte Psychologie, Bd. 86 (1932), H. 1/2, S. 159–170. Arbeitsberuf und sozialer Beruf? In: Zeitschrift für pädagogische Psychologie und Jugendkunde, Bd. 37 (1936), H. 6, S. 231–236. Die Psychologie im Dienste der Auslese und der Menschenführung. Scheur, Bonn 1942. Zur Psychologie und Pädagogik der Haushaltsführung. In: Hauswirtschaftliche Jahrbücher, Jg. 1943, S. 97–112. Allgemeine Methodik des Studiums. Winter, Heidelberg 1944 (2. verb. Aufl. 1950).

Literatur

Einzelnachweise

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