Heinz Peter Reusch (* 10. April 1914 in Berlin-Lichtenberg;Heiratsregister Nr. 566/1940 des Standesamts Berlin-LichtenbergGünter Jordan: Alltag des Dokumentarfilms: Erinnerungen an die Jahre des Anfangs 1946–1950. Verband der Film- und Fernsehschaffenden der DDR, Berlin 1987, S. 97. † nach 1993) war ein deutscher Tonmeister, Kameramann und Dokumentarfilmregisseur der DEFA.

Leben und Wirken Heinz Reusch begann seine Laufbahn als Filmvorführer. Ab 1945 war er als Tonmeisterassistent und ab 1947 als Tonmeister bei der Wochenschau Der Augenzeuge und bei einigen Dokumentarkurzfilmen der neu gegründeten DEFA tätig. Spätestens ab 1950 war er auch technischer Leiter der Wochenschau.Auf neuen Wegen. Fünf Jahre fortschrittlicher Film, Deutscher Filmverlag, Berlin [DDR] 1951, S. 95 (kurzer Auszug) Ab 1951 arbeitete er als Cheftonmeister im neu gegründeten DEFA-Studio für Wochenschau und Dokumentarfilme, später als dessen technischer Leiter. Er setzte sich dort auch für den Einsatz neuer technischer Entwicklungen ein, wie Unterwasserkameras, die er bei den Meeresfilmen In der blauen Adria (1957) und Testfahrt zum Roten Meer (1959) als Kameramann und Regisseur selbst benutzte.Heinz Reusch, Kurt Pfeifer, Kurt Rabe, Tauchfahrt zum Roten Meer, Brockhaus, Leipzig 1962, 128 Seiten (kurze Auszüge), mit ausführlichem Erlebnisbericht über die Entstehung des zweiten Films Horst Kerzig, Jürgen Knittel, Kurt Schulz (Hrsg.), Die Kampfschwimmer der Volksmarine. Eine Spezialeinheit der DDR, Berlin 2008, S. 131 (kurzer Auszug); Horst Kerzig berichtete, dass er als NVA-Unterleutnant von Heinz Teusch und Horst Orgel mit einer französischen Unterwasserkamera Aquaflex im Stechlinsee bei Neuglobsow ausgebildet wurde

Sein Dokumentarfilm Wir bauen unser Tor zur Welt (1960) über den Bau des Rostocker Überseehafens war einer der beiden ersten der DEFA-Dokumentarfilme in Totalvision.DEFA-Chronik für das Jahr 1956 DEFA-Stiftung, zum 1. April 1956, außerdem Ein Herbsttag in Alexandria DEFA (Erstaufführung am 27. Februar 1959); es entstanden in dieser Zeit auch zwei DEFA-Spielfilme in Totalvision Er wurde aber nicht für eine Aufführung zur Mannheimer Dokumentarfilmwoche von der westdeutschen Zensur zugelassen, wie auch drei weitere DDR-Filme, was für viel Aufsehen sorgte.Andreas Kötzing, Der Club der Filmschaffenden und die Beteiligung der DEFA bei der Mannheimer Filmwoche 1959/1960, in Michael Wedel et al. (Hrsg.), DEFA International. Filmbeziehungen vor und nach dem Mauerfall, Springer VS, Wiesbaden 2019, S. 369–384, hier S. 375f.; mit Einzelheiten; auch in westdeutschen Zeitungen wurde darüber berichtet Sein Film Uhuru kwa Sansibar (Freiheit für Sansibar) (1965) über ein FDJ-Aufbauprojekt in Sansibar war einer der ersten DEFA-Dokumentarfilme aus dem südlichen Afrika.

1967 endete seine reguläre Tätigkeit bei der DEFA. Danach war er noch sporadisch an mehreren Filmen beteiligt, zuletzt bei zwei Abschlussfolgen der Reihe Die Kinder von Golzow (1992–1994, bei der Mischung).

Filmografie Regie <br/ > (vollständig) 1957: An der blauen Adria 1960: Wir bauen unser Tor zur Welt 1960: Testfahrt zum Roten Meer 1965: Uhuru kwa Sansibar (Freiheit für Sansibar)

Ton <br/ > (Auswahl) 1947–1952: Der Augenzeuge 1947: Sowjetische Künstler zu Besuch 1948: Botschafter des Friedens 1952: Im Namen der Menschheit 1952: Für den Frieden der Welt 1952: Blaue Wimpel im Sommerwind 1952: Erwachendes Land 1953: Turbine I 1954: Eine Modeplauderei 1954: Ludwig van Beethoven 1955: Thai und Meo 1956: Den Rennsteig entlang 1957: Märkische Novelle 1959: Ein Herbsttag in Alexandria 1959: Der Fall Heusinger 1961: Buchenwald 1961 Allons enfants … pour l’Algérie 1961: Junge Artisten 1963: Kampf um Deutschland 1964: Joris Ivens. Der fliegende Holländer (TV) 1966: Asse 1966: Kein Mensch ist eine Insel 1966: Der lachende Mann 1967: Die Heimkehr des Georg Weerth 1982: Jetzt lebe ich

Kamera <br/ > (vollständig) 1957: In der Blauen Adria 1960: Testfahrt zum Roten Meer 1971: Jenseits der blauen Schwelle

Auszeichnungen Verdienter Aktivist (vor 1951)Auf neuen Wegen. Fünf Jahre fortschrittlicher deutscher Film, Berlin [DDR], 1951, S. 95, als Verdienter Aktivist bezeichnet (eine häufige Auszeichnung in der DDR) 1951 Heinrich-Greif-Preis I. Klasse, für Kollektiv "Der Augenzeuge", mit Tonmeister Heinz ReuschChronologie für das Jahr 1951 DEFA-Stiftung, zum 25. Mai 1951, mit der namentlichen Nennung von etwa zehn Beteiligten Filmwissenschaftliche Beiträge, HFF Potsdam-Babelsberg, 1966, S. 306 (kurzer Auszug); erwähnte ebenfalls eine Auszeichnung des Kollektivs "Der Augenzeuge", mit Heinz Teusch, technischer Leiter, (wahrscheinlich derselbe Preis)

Weblinks

Heinz Reusch Dokumentarfilmgeschichte

Einzelnachweise

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