Otto Aufleger (* 1. Juli 1849 in Hilpoltstein; † 15. März 1920 in München) war ein deutscher Architekt, der auch als Architekturfotograf und Fachautor hervortrat.

Bekannt wurde Otto Aufleger vor allem durch seine Fotografien bzw. Publikationen zur Architekturgeschichte Bayerns, insbesondere Münchens. Seine Veröffentlichungen dokumentieren zahlreiche historische Bauwerke und Innenräume des 19. Jahrhunderts; sie stellen heute wichtige Quellen für die Kunst- und Architekturgeschichte dar. Besonders seine Aufnahmen der Münchner Residenz sowie zahlreicher Kirchen und historischer Bauwerke ermöglichen Einblicke in deren Zustand vor den Veränderungen des 20. Jahrhunderts.

Leben Otto Aufleger wurde 1849 in Hilpoltstein geboren. Über seine Ausbildung ist wenig bekannt. Er wirkte hauptsächlich in München, wo er als Architekt tätig war und sich zugleich der fotografischen Dokumentation historischer Bauwerke widmete. Daneben veröffentlichte er zahlreiche kunst- und architekturhistorische Werke und trat als Herausgeber auf. Sein Interesse galt besonders der bayerischen Baukunst vom Barock bis zum Historismus. Durch seine Fotografien wurden zahlreiche Gebäude, Innenräume und Ausstattungsstücke dokumentiert, die teilweise später verändert oder zerstört wurden. Damit besitzen seine Arbeiten bis heute einen hohen denkmalpflegerischen und wissenschaftlichen Wert. mini|hochkant|Grab von Otto Aufleger in München Otto Aufleger starb 1920 im Alter von 70 Jahren in München. Seine Grabstätte befindet sich auf dem Alten Südlichen Friedhof in München (Gräberfeld 35 – Reihe 9 – Platz 34) .Reiner Kaltenegger: Gräber des Alten Südfriedhofs München. Inschriften, Biographien. 2019 (PDF-Ausgabe), S. 5664.

Ehrungen Nach Otto Aufleger wurde 1931 in München im Stadtteil Ramersdorf (Stadtbezirk 16 – Ramersdorf-Perlach) die Auflegerstraße benannt (Erstbenennung). Auflegerstraße, auf stadtgeschichte-muenchen.de

Schriften mini|hochkant|Titelseite Alt-München in Wort und Bild, 1897 Zu den bekanntesten Veröffentlichungen Auflegers gehören Louis XVI und Empire. Innen-Decorationen und Einrichtungs-Gegenstände in der Kgl. Residenz zu München aus der Spätzeit des XVIII. Jahrhunderts. (mit Karl Trautmann): Die Reichen Zimmer der königlichen Residenz in München. 1893. (mit Franz Trautmann, als Hrsg.): Münchener Architektur des XVIII Jahrhunderts. L. Werner, München 1897. (mit Franz Trautmann, als Hrsg.): Alt-München in Wort und Bild. L. Werner, München 1897. Bauernhäuser aus Oberbayern und angrenzenden Gebieten Tirols. 1904. Innen-Decorationen des königlichen Lustschlosses Schleißheim. 1891. Altäre und Skulpturen des Münsters zu Salem. 1892. Münchener Architektur des 18. Jahrhunderts. 1892. Der Dom zu Bamberg. 1898. Illustrationen zu: Theodor Fischer. Eine Auswahl seiner öffentlichen und Privatbauten in München und Umgebung. 1904. Plafonds und Wanddecorationen vom XV. - XVIII. Jahrhundert. Fotografische Dokumentationen der Klosterkirche von Ottobeuren (mit Hans Schmidt): Der Justizpalast in München. Eine Sammlung von Gesamtbildern und Einzelheiten vom Inneren und Äußeren nach photolitographischen Naturaufnahmen. L. Werner, München 1904. (Mappenwerk mit 60 Tafeln)

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