mini|Musikszene aus dem zweiten Akt der Theophoroumene, Mosaik aus dem Haus des Menander, Mytilene mini|Musikszene aus dem zweiten Akt der Theophoroumene, Mosaik aus Antiochia Theophoroumene (), die Besessene, ist eine griechische Komödie des attischen Dichters Menander. Sie wurde um 300 v. Chr. geschrieben. Sie ist heute weitestgehend verloren. Ihr Inhalt kann nur grob aus erhaltenen Papyrusfragmenten und bildlichen Darstellungen erschlossen werden.
Die Handlung kann nur grob erahnt werden. Fünf Akteure sind namentlich überliefert. Zwei junge Männer werden in Papyrusfragmenten und auf einem Mosaik aus dem Haus des Menander in Mytilene genannt: Kleinias und Lysias. Auf dem Mosaik erscheint auch ein Sklave mit dem Namen Parmenon.Ioannidou: A Commentary on The Heros and Theophoroumene of Menander, S. 148 und S. 161 (wonach es sich um einen typischen Sklavennamen handelte). Ein junges Mädchen, Theophoroumene, ist von der Göttin Kybele besessen. Kleinias ist in sie verliebt. Theophoroumene ist besessen, wobei es den Akteuren unklar ist, ob sie es nur vortäuscht oder ob sie wirklich im Bann der Kybele steht. Um dies herauszufinden, veranstalten Kleinias und Lysias ein Fest mit Musik. Sollte sie bei korybantischen Klängen in Ekstase verfallen, so wäre es der Beweis, dass sie im Bann der Kybele steht. Das größere Papyrusfragment bricht an dieser Stelle ab und der weitere Verlauf der Geschichte ist unbekannt. Doch scheint der Plan im zweiten Akt ausgeführt worden zu sein. Das Mosaik aus Mytiline zeigt eine Musikszene aus dem zweiten Akt, wie eine Beischrift belegt. In diesem Akt taucht auch ein weiterer Charakter auf, der einen Hymnus für Kybele singt.Ioannidou: A Commentary on The Heros and Theophoroumene of Menander, S. 150. Eine weitere Person ist ein Flötenspieler, der auf bildlichen Darstellungen erscheint. Ein gewisser Kraton wird in späteren Quellen im Zusammenhang mit der Komödie genannt.Ioannidou: A Commentary on The Heros and Theophoroumene of Menander, S. 167–168.
Zwei Papyrusfragmente mit Textstellen können mit einiger Sicherheit der Komödie zugeschrieben werden. PSI (Papiri Greci e Latini) xii 1280 erwähnt einen Lysias, ein Name, der auch auf dem Mosaik von Mytilene erscheint und sonst nicht bei Menander bezeugt ist. Grammatikalische Eigenheiten machen die Zuweisung an Menander sehr wahrscheinlich.Ioannidou: A Commentary on The Heros and Theophoroumene of Menander, S. 169–170. PSI xv 1480 enthält Hymnen an Kybele (Zweiter Akt). Die Zuordnung wurde kontrovers diskutiert.Ioannidou: A Commentary on The Heros and Theophoroumene of Menander, S. 167–168.
Vor allem die Szene mit den Musikanten aus dem zweiten Akt findet sich auf zahlreichen Mosaiken und Wandmalereien.Kathryn Gutzwiller, Ömer Çelik: New Menander Mosaics from Antioch, in: American Journal of Archaeology. Band 116, Nr. 4, Oktober 2012, S. 573–623.
Literatur Kyriaki Ioannidou: A Commentary on The Heros and Theophoroumene of Menander. A dissertation submitted for the Philosophy Degree in Classics, University College London 2017 (online)
Weblinks PSI XII 1280
Anmerkungen
Kategorie:Literatur (Altgriechisch) Kategorie:Literatur (2. Jahrhundert v. Chr.) Kategorie:Menander Kategorie:Antike Komödie