Franz Philipp Kaulen (* 20. März 1827 in Düsseldorf; † 11. Juli 1907 in Bonn) war ein deutscher katholischer Theologe und Hochschullehrer.Erwin Gatz: Kaulen, Franz Philipp. In: Neue Deutsche Biographie, Bd. 11 (1977), S. 357 f.; Kaulen, Franz. In: Otto Wenig (Hrsg.): Verzeichnis der Professoren und Dozenten der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität zu Bonn 1818–1968. Bouvier, Bonn 1968, S. 144.

Leben und Wirken Nach seiner Reifeprüfung in Düsseldorf studierte Franz Philipp Kaulen von 1846 bis 1849 Katholische Theologie und Orientalische Philologie an der Universität Bonn. 1850 erhielt er in Köln die Priesterweihe und wirkte bis 1895 als Priester in verschiedenen Gemeinden. 1859 übernahm er die Stelle eines Repetenten am theologischen Konvikt in Bonn und unterrichtete dort Moraltheologie und Bibelwissenschaft. Im Jahre 1862 promovierte er zum Dr. theol. an der Universität Würzburg und habilitierte sich ein Jahr später (1863) für Altes Testament an der Universität Bonn. Seit 1877 war er auch als Universitätsprediger tätig. Im Jahre 1880 wurde er zum außerordentlichen, 1882 zum ordentlichen Professor ernannt. 1892 wurde er mit dem Ehrentitel "Päpstlicher Hausprälat" ausgezeichnet.

Franz Philipp Kaulen veröffentlichte umfangreiche Werke zur Vulgata, bearbeitete die Neuauflage eines umfangreichen Kirchenlexikons und gab erbauliche Schriften, etwa Gebetbücher, z. T. in deutscher Übersetzung heraus. Seine Einleitung in das Alte und Neue Testament erschien in fünf Auflagen.

Veröffentlichungen (Auswahl)

(Übers.): Antonio de Vieiraś / Ausgewählte Reden auf die Festtage unserer lieben Frau. Schöningh, Paderborn 1856. (Übers.): St. Francisci Blumengärtlein. Das ist wundersame Thaten und erbauliche Reden des lieben Herrn Sanct Franziscus und etwelcher seiner heiligen Gesellen. Kirchheim, Mainz 1860.

Die Sprachverwirrung zu Babel. Linguistisch-theologische Untersuchungen über Gen. XI, 1-9. Kirchheim, Mainz 1861 (Digitalisat). Librum Jonae prophetae exposuit. Kirchheim, Mainz 1862 (= Dissertation an der Universität Würzburg). Geschichte der Vulgata. Kirchheim, Mainz 1868 (Digitalisat). Handbuch zur Vulgata. Eine systematische Darstellung ihres lateinischen Sprachcharakters. Kirchheim, Mainz 1870 (Digitalisat, 2. verb. Aufl. u.d.T.: Sprachliches Handbuch zur biblischen Vulgata. Eine systematische Darstellung ihres lateinischen Sprachcharakters. Herder, Freiburg/Br. 1904, Reprint: Olms, Hildesheim 1973, ISBN 3-487-05012-9). Einleitung in die Heilige Schrift Alten und Neuen Testaments. Herder, Freiburg/Br. 1876 (Digitalisat, 5. verb. Aufl. 1899). Legende von dem seligen Hermann Joseph. 2. Aufl. Kirchheim, Mainz 1880. Assyrien und Babylonien nach den neuesten Entdeckungen. 2. erw. Aufl. Herder, Freiburg/Br. 1882 (Digitalisat, 5. Aufl. 1899). (Bearb.): Joseph Hergenröther u. a. (Hrsg.): Wetzer und Welte's Kirchenlexikon oder Enzyklopädie der katholischen Theologie und ihrer Hilfswissenschaften. Neu bearb. von Franz Philipp Kaulen. 12 Bände u. Reg. Herder, Freiburg/Br. 1882–1903. (Übers.): Flavius Josephus / Jüdische Alterthümer. 3. Aufl. Bachem, Köln 1892. (Übers.): Thomas von Villanova / Ein Büchlein von der göttlichen Liebe. 2. Aufl. Herder, Freiburg/Br. 1896. Der biblische Schöpfungsbericht (Gen, 1,1 bis 2,3). Herder, Freiburg/Br. 1902. Brod der Engel. Katholisches Gebetbuch. 10. Aufl. Herder, Freiburg/Br. 1907.

Literatur

Einzelnachweise

Kategorie:Römisch-katholischer Theologe (19. Jahrhundert) Kategorie:Römisch-katholischer Theologe (20. Jahrhundert) Kategorie:Alttestamentler Kategorie:Hochschullehrer (Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn) Kategorie:Universitätsprediger Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1827 Kategorie:Gestorben 1907 Kategorie:Mann