Reinhard Döpp (* 6. August 1933 in Gevelsberg; † 7. Juni 2026) war ein deutscher Gießerei-Ingenieur und Hochschullehrer. Von 1983 bis 2002 war er Professor für Metallurgische Grundlagen der Gießereitechnik an der Technischen Universität Clausthal. Darüber hinaus engagierte er sich für die Geschichtsforschung zum Gießereiwesen und der Industriekultur seiner Heimatstadt Ennepetal.

Leben Döpp wurde als ältestes von vier Geschwistern, unter ihnen der spätere Lokalpolitiker Friedrich Döpp, in Gevelsberg geboren und wuchs in Ennepetal-Milspe auf. Nach dem Abitur studierte er Gießereikunde an der RWTH Aachen. Ab 1959 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Gießerei-Institut der RWTH Aachen bei Wilhelm Patterson. Für seine wissenschaftlichen Arbeiten erhielt er den Eugen-Piwowarsky-Preis des Vereins Deutscher Gießereifachleute.

1964 wechselte Döpp zu dem von seiner Familie gegründeten Unternehmen Friedr. Ischebeck in Ennepetal. Dort war er Gießereileiter und Mitinhaber des Unternehmens. 1983 folgte er einem Ruf an die Technische Universität Clausthal, wo er bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2002 als Professor für Metallurgische Grundlagen der Gießereitechnik am Institut für Eisenhüttenkunde und Gießereiwesen lehrte und forschte. Seine Forschungsergebnisse veröffentlichte er in Fachbeiträgen und stellte sie auf wissenschaftlichen Tagungen im In- und Ausland vor.

Von 2009 bis 2021 leitete Döpp den Fachausschuss Geschichte des Vereins Deutscher Gießereifachleute. Darüber hinaus war er Initiator des Förderkreises Industriekultur Ennepetal und trieb den Aufbau des Industriemuseums Ennepetal maßgeblich voran. 2025 wurde er zum Ehrenvorsitzenden des Förderkreises ernannt und blieb Vorsitzender der Stiftung Industriekultur Ennepetal. Zudem war er langjähriger Vorsitzender des Heilenbecke-Wasserverbandes und engagierte sich vehement für den Erhalt der Talsperre als Trinkwasserreservoir, da ihm die Aufgabe auch kleinerer Speicher unter den gegebenen Bedingungen drohender überregionaler Wasserknappheit nicht nachvollziehbar erschien.

Döpp war von 1960 bis zum Tod seiner Frau im Jahr 2018, verheiratet. Aus der Ehe gingen vier Kinder hervor.

Schriften Zum Einfluß der Rohstoffe, der Schmelzführung und der Schmelzbehandlung auf das Erstarrungsverhalten von Eisen-Kohlenstoff-Legierungen, besonders Temperguß. Dissertation, RWTH Aachen, 1964. (mit Wilhelm Patterson): Untersuchungen zur Erstarrung von Temperguss. Westdeutscher Verlag, Köln 1968.

Auszeichnungen 1963: Eugen-Piwowarsky-Preis 1983: Bernhard-Osann-Medaille 2013: Bundesverdienstkreuz 2019: Georg Agricola-Denkmünze

Weblinks In tiefem Gedenken an Prof. Dr.-Ing. Reinhard Döpp, Nachruf des Gießerei-Instituts der RWTH Aachen

Einzelnachweise

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