Collin Dugmore (* 26. April 1968 in Johannesburg, Südafrika) ist ein ehemaliger südafrikanischer Motocrossfahrer, der den Großteil seiner Karriere mit deutscher Lizenz bestritt. Er ist mehrfacher südafrikanischer und deutscher Meister und war über zwei Jahrzehnte in der Motocross-Weltmeisterschaft aktiv.
Karriere
Anfänge und nationale Titel in Südafrika Dugmore begann seine Motorsportkarriere im Jahr 1979 in der 80-cm³-Klasse. Bereits zwei Jahre später feierte er mit dem Gewinn der südafrikanischen 80-cm³-Meisterschaft 1981 seinen ersten großen Titel. In den folgenden Jahren dominierte er die nationalen Jugendklassen in seinem Heimatland und wurde von 1982 bis 1983 zweifacher Junior Champion in der 100-cm³-Klasse sowie von 1984 bis 1985 in der 125-cm³-Klasse. Insgesamt errang er im Laufe seiner Karriere fünf südafrikanische Meistertitel.
Wechsel nach Europa und Jahre in der 250-cm³-Weltmeisterschaft Im Jahr 1986 zog Dugmore nach Europa, um permanent in der Motocross-Weltmeisterschaft anzutreten. Da er mit einer deutschen Staatsbürgerin verheiratet war, startete er fortan mit einer deutschen Rennlizenz. In seiner Debütsaison in der 250-cm³-Weltmeisterschaft auf einer Maico belegte er den 52. Gesamtrang, wobei ein 10. Laufplatz beim Grand Prix der USA in Unadilla sein bestes Einzelergebnis war.
Zur Saison 1987 wechselte er auf Kawasaki und steigerte sich deutlich auf den 22. Platz der Gesamtwertung, unter anderem durch Top-10-Ergebnisse in Jugoslawien und den USA. In den Jahren 1988 und 1989 trat Dugmore auf Suzuki an. Er etablierte sich fest im Mittelfeld der Weltmeisterschaft und beendete die Saisons auf den Gesamträngen 21 (1988) und 17 (1989), wobei er 1989 beim Grand Prix von Belgien in Angreau mit einem vierten Laufplatz nur knapp das Podium verpasste.
Im Jahr 1990 wechselte er zu Honda und erreichte mit konstanten Platzierungen in den Punkterängen (darunter ein 6. Platz in der Tschechoslowakei) den 15. Gesamtrang der 250-cm³-WM. Nach einer Rennpause im Jahr 1991 kehrte er 1992 auf Honda in die Weltmeisterschaft zurück (Platz 48). Die Saisons 1993 und 1994 bestritt er wieder auf Suzuki und beendete beide Jahre auf dem 21. Platz der Weltrangliste. Sein bestes Einzelergebnis in dieser Phase war ein 4. Laufplatz beim britischen Grand Prix 1993.
Erfolge in der 125-cm³-Klasse und Karriere-Höhepunkte Zur Saison 1995 entschied sich Dugmore zu einem Klassenwechsel und trat in der kleineren 125-cm³-Weltmeisterschaft auf Suzuki an. Der Wechsel erwies sich als erfolgreich: Bereits beim Saisonauftakt in Italien fuhr er mit einem zweiten Platz in einem der Finalläufe auf das Podium. Er schloss die Saison auf dem 13. WM-Rang ab.
Das Jahr 1996 auf Honda markierte den sportlichen Höhepunkt seiner Karriere in dieser Klasse. Mit zahlreichen Top-10-Platzierungen bei den Grands Prix in der Schweiz, Spanien, Indonesien, Großbritannien, Belgien, Slowenien und der Tschechischen Republik sowie einem 5. Platz beim deutschen Heimrennen sicherte er sich den 6. Platz in der Gesamtwertung der 125-cm³-Weltmeisterschaft.
Rückkehr in die Königsklasse und späte Jahre 1997 kehrte Dugmore auf Honda in die 250-cm³-Klasse zurück und bestätigte seine Form mit dem 12. Gesamtrang in der Weltmeisterschaft. Nach einer verletzungsgeplagten Saison 1998 (Platz 33) und einem Jahr auf Suzuki 1999 (Platz 20) wechselte er zur Saison 2000 auf KTM.
Nach Gesamtrang 16 im ersten KTM-Jahr erlebte Dugmore 2001 eine seiner konstantesten Saisons in der Königsklasse. Mit Top-10-Resultaten unter anderem in Schweden, der Schweiz und Italien belegte er am Saisonende den 10. Gesamtrang der Weltmeisterschaft. Beim Grand Prix von Australien in Broadford belegte er unter südafrikanischer Flagge den 15. Platz. Er blieb bis 2003 bei KTM aktiv.
In den letzten Jahren seiner internationalen Karriere startete er 2004 auf Honda (Platz 34) und ab 2005 auf Kawasaki in der neu formierten MX1-Klasse. Seinen letzten großen internationalen Auftritt hatte er in der Saison 2006, in der er beim Grand Prix von Deutschland einen 6. Laufplatz einfuhr und bei seinem Heim-Grand-Prix in Südafrika die Ränge 11 und 9 belegte. Er beendete die WM 2006 auf Platz 35.
Neben seinen internationalen Auftritten war Dugmore über Jahre hinweg einer der prägenden Fahrer auf nationaler Ebene in Deutschland. Er gewann insgesamt fünf deutsche Meistertitel sowie einmal die Internationale Deutsche Motocross-Meisterschaft. Hinzu kamen jeweils ein Meistertitel in Tschechien und Namibia. Nach der Saison 2006 beendete er nach 20 Jahren im Grand-Prix-Sport seine aktive Profikarriere im Rahmen der ADAC MX Masters-Serie.
Trainertätigkeit Nach dem Ende seiner aktiven Laufbahn blieb Dugmore dem Sport als Trainer erhalten. Er leitet als Inhaber und Cheftrainer die am traditionsreichen Standort etablierte Motocross-Schule Motocross Land (Dugmore Offroad Schools) im rheinland-pfälzischen Niederroßbach im Westerwald, die strukturierte Lehrgänge und Trainingskonzepte für Kinder, Jugendliche und Erwachsene anbietet.
Erfolge (Auswahl) 5× Südafrikanischer Motocross-Meister (darunter 80-cm³-Klasse 1981) 5× Deutscher Motocross-Meister 1× Internationaler Deutscher Motocross-Meister 1× Tschechischer Motocross-Meister 1× Namibischer Motocross-Meister 1996: 6. Platz Gesamtwertung der 125-cm³-Motocross-Weltmeisterschaft (Honda) 2001: 10. Platz Gesamtwertung der 250-cm³-Motocross-Weltmeisterschaft (KTM)
Weblinks Offizielle Website von Collin Dugmore Offizielle Website von Motocross Land
Einzelnachweise
Kategorie:Südafrikaner Kategorie:Geboren 1968 Kategorie:Mann Kategorie:Motocrossfahrer