Rudolf Keussen (* 24. August 1877 in Krefeld; † 28. Dezember 1944 in Bonn) war ein deutscher altkatholischer Theologe und Hochschullehrer.Keussen, Rudolf. In: Universität zu Köln / Galerie der Professorinnen und Professoren (mit biographischen Daten u. Foto, abgerufen am 26. Juni 2026); Keussen, Rudolf. In: Otto Wenig (Hrsg.): Verzeichnis der Professoren und Dozenten der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität zu Bonn 1818–1968. Bouvier, Bonn 1968, S. 146.
Leben und Wirken Rudolf Keussen, ein Sohn des Landeshistorikers Hermann Keussen, studierte von 1895 bis 1899 Altkatholische Theologie und Philosophie an der Universität Bonn. Von 1899 bis 1904 arbeitete er als Hilfsgeistlicher in Konstanz. Außerdem studierte er von 1902 bis 1904 Philosophie an der Universität München. Von 1904 bis 1906 unterrichtete er Philosophische Propädeutik an der Universität Bonn und promovierte dort 1906 zum Dr. phil. Bis 1908 dozierte er an der Bonner Universität über Philosophie und war dann von 1908 bis 1925 Professor für Philosophie am Altkatholischen Seminar der Universität Bonn. Im Jahre 1921 habilitierte Keussen sich für Philosophie an der Universität zu Köln und lehrte dort bis 1925 als Privatdozent. Von 1923 bis 1925 und von 1926 bis 1936 verwaltete er eine altkatholische Pfarrstelle in Konstanz bzw. Karlsruhe. Von 1936 bis 1943 war Keussen weiterhin als Dozent, Lehrstuhlvertreter bzw. Professor am Altkatholischen Seminar in Bonn tätig. In seinen Veröffentlichungen beschäftigte sich Rudolf Keussen vor allem mit der Philosophie, der Religionsphilosophie und dem Altkatholiszismus. Die meisten seiner Abhandlungen erschienen in der altkatholischen "Internationalen kirchlichen Zeitschrift", deren Mitherausgeber er war.
Sein Bruder war der Archivar Hermann Keussen.
Veröffentlichungen (Auswahl)
John Henry Newmann. Eine Studie zur englischen Kirchengeschichte im 19. Jahrhundert. Georgi, Bonn 1902.
Bewußtsein und Erkenntnis bei Descartes (= Abhandlungen zur Philosophie und ihrer Geschichte, Bd. 22). Niemeyer, Halle/S. 1906 (Nachdruck: Olms, Hildesheim 1980, ISBN 3-487-06779-X) (= Dissertation Universität Bonn). Thomas von Aquin. Sein Verhältnis zum Christentum und zur Philosophie. In: Internationale kirchliche Zeitschrift, Bd. 1 (1911), H. 1, S. 37–61. Ausschau. Betrachtungen über das Verhältnis zur christlichen Ethik zu Staat und Kultur. In: Ebd., Bd. 5 (1915), H. 3, S. 241–270. Einige Bemerkungen zur Frage nach der Christlichkeit der Mystik. In: Ebd., Bd. 6 (1916), H. 1, S. 92–103. Zur Frage nach der Christlichkeit der Mystik. Ein Beitrag zum Verständnis der Mystik überhaupt. In: Ebd., Bd. 6 (1916), H. 2, S. 142–154. Betrachtungen über das Verhältnis der christlichen Ethik zu Staat und Kultur. In: Ebd. Bd. 7 (1917), H. 1, S. 30–59 und H. 3, S. 225–239, Bd. 8 (1918), H. 1, S. 28–63 u. H. 4, S 334–349, Bd. 9 (1919), H. 2, S. 127–149. Zur Notwendigkeit philosophischer Bildung für den Theologen. In: Ebd., Bd. 10 (1920), H. 3, S. 178–194. Der Katholizismus und seine Ideale. In: Ebd., Bd. 14 (1924), H. 1, S. 1–21, H. 2, S. 78–96, H. 3/4, S. 165–180. Der altkatholische Kirchengedanke, seine Hemmungen und seine Aussichten. In: Ebd., Bd. 16 (1926), S. 65–84. Zur religiösen und kirchlichen Lage der Gegenwart. In: Ebd., Bd. 20 (1930), H. 3, S. 129–145. Die Willensfreiheit als religiöses und philosophisches Grundproblem. In: Ebd., Bd. 23 (1933), H. 2, S. 65–98. Das moderne Staatsdenken und die Kirche. In: Ebd., Bd. 24 (1934), H. 3, S. 169–199. Die Willensfreiheit als religiöses und philosophisches Grundproblem. Furche-Verlag, Berlin 1935. Das moderne Staatsdenken und die Kirche. In: Internationale kirchliche Zeitschrift, Bd. 25 (1935), H. 2, S. 82–92. Religion als Erlebnis, Mythos, Logos und Dogma. Scheur, Bonn 1943.
Einzelnachweise
Kategorie:Altkatholischer Theologe (20. Jahrhundert) Kategorie:Hochschullehrer (Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn) Kategorie:Hochschullehrer (Universität zu Köln) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1877 Kategorie:Gestorben 1944 Kategorie:Mann