mini|alternativtext=Verbreitung|Lage von Pohnpei im Stillen Ozean mini|alternativtext=Flugbild|Ein Pohnpei-Flughund im Flug Der Pohnpei-Flughund (Pteropus molossinus) ist ein auf Inseln von Mikronesien endemischer Flughund. Der erste Teil des deutschen Namens bezieht sich auf die Insel Pohnpei, wo das Typusexemplar gefunden wurde. Laut einem Werk von 2019 zählt das Tier zu einer Artengruppe, die nach dem Mortlock-Flughund (Pteropus pelagicus) benannt ist.
Merkmale Dieser schwanzlose Flughund ist in der Gattung Pteropus klein und erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 140 bis 148 mm, eine Unterarmlänge von 94 bis 98,5 mm und ein Gewicht bei 129 g. Es sind 31 bis 32 mm lange Hinterfüße und Ohren von 15 bis 17 mm Länge vorhanden. Kennzeichnend für den Kopf sind die kleinen Spitzen Ohren, die nur wenig aus dem Fell ragen und Augen mit gelbbrauner Regenbogenhaut sowie ein dazwischen liegender intensiv ockerfarbener Bereich. Oberseits ist vorwiegend rotbraunes Fell vorhanden und eingemischte graue Haare lassen es leicht gesprenkelt erscheinen. Ein von der Haarlänge abweichender Mantel um die Schultern ist nicht vorhanden, doch Drüsen an den Schultern lassen bei Männchen Haarbüschel orange erscheinen. Darüber sind der Nacken und der Kopf dunkler als der Rücken. Der Abstand zwischen den Flügeln auf dem Rücken ist klein, was an Nacktrückenflughunde erinnert. Die für viele Flughunde typische Putzkralle am zweiten Finger ist sehr deutlich. Typisch für den Schädel sind ein kurzer und breiter Schnauzenteil (Rostrum) und ein großer Jochbogen. Auf dem Gaumen befinden sich 11 Querwülste, von denen manche geteilt sind. Auffällig sind die winzigen inneren Schneidezähne im Unterkiefer und auch die oberen Molaren sind klein. Dagegen sind die oberen Eckzähne an der Wurzel breit.
Verbreitung und Lebensweise Neben Pohnpei lebt die Art auf zwei Atollen etwas weiter westlich. Die Abstände zwischen den Inseln sind nicht größer als 55 km. Ein Fund von den Mortlock Islands wurde vermutlich falsch identifiziert. Auf Pohnpei erreicht der Flughund 772 Meter Höhe. Als Habitat dienen tropische Wälder und Mangrove, in denen Kokospalmen häufig sind. Die Nüsse zählen zur Nahrung, genau wie Früchte von Schraubenbäumen, von Palmen der Gattung Clinostigma und vom Kapokbaum. Diese werden meist in den Baumkronen gefunden.
Der Pohnpei-Flughund geht allgemein nachts auf Nahrungssuche, auch wenn er gelegentlich am Tag aktiv ist. Im Versteck ruht er allein, als Paar oder selten in kleinen Gruppen. Das Tier kann einige Kilometer über das Meer fliegen, um auf kleinere Felsinseln zu gelangen. Eine Paarung ist aus dem August bekannt. Der Wurf eines Weibchens besteht aus einem Neugeborenen. Dokumentationen berichten von Jungtieren, die gesäugt werden, in den Monaten Februar, September und November.
Gefährdung Der Bestand ist durch Waldrodungen bedroht. Noch bis zum Ende des 20. Jahrhunderts wurde der Flughund als Fleischquelle gejagt und auf Märkten außerhalb der Region verkauft, wo das Fleisch hohe Beträge einbrachte. Durch die globale Erwärmung steigt der Meeresspiegel und die Regenmenge nimmt ab. Im Zentrum von Pohnpei wurde ein 5000 Hektar großes Vogelschutzgebiet eingerichtet, was auch diesem Tier hilft. Die IUCN listet den Pohnpei-Flughund aufgrund der genannten Bedrohungen und da das Verbreitungsgebiet klein ist als stark gefährdet (endangered).
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Flughunde Kategorie:Endemisches Tier Mikronesiens