Heinz-Josef Fritz (* 12. Juni 1873 in Köln; † 3. September 1927 in Stuttgart oder Köln) war ein deutscher Bildhauer.
Leben mini|hochkant|Stuttgardia, Rathaus Stuttgart Heinz Fritz war ein Sohn des Ingenieurs und Fabrikanten Wilhelm Fritz († 1883), der Ofenkacheln nach eigenen Entwürfen produzierte. Er absolvierte eine Steinmetzlehre in Trier und war zunächst in einer kirchlichen Kunstanstalt tätig. Von 1891 bis 1893 besuchte er die Kunstgewerbeschule Düsseldorf und wurde 1896 Schüler von Karl Janssen an der Kunstakademie Düsseldorf. Auch Clemens Buscher gehörte zu seinen Lehrern.
1897 trat Fritz in die Dombauhütte zu Metz ein, ehe er sich 1899 in Stuttgart niederließ, wo er sich durch dekorative Skulpturen, etwa durch die Stuttgardia am Rathaus, profilierte. Ab 1904 trat er auch durch Porträtbüsten in Erscheinung, etwa von dem württembergischen Königspaar Wilhelm II. und Charlotte. 1907 wurde Fritz zum Hofbildhauer ernannt. Während des Ersten Weltkriegs war er als Ortskommandant in Montigny in den Vogesen stationiert. Dort plante er die Anlage eines Gefallenenfriedhofs und schuf einige Büsten von Generälen. Ab 1917 diente er als Soldat an der Front. 1918 heiratete er die Bildhauerin und Lehrerin Maria Wilhelmina Herwegen (* 1888). Nach einem kurzzeitigen erneuten Aufenthalt in Stuttgart ging er nach Köln, wo er 1927 im Alter von 54 Jahren an den Folgen eines Sturzes vom Pferd starb. Manche Quellen geben stattdessen Stuttgart als seinen Sterbeort an.
Drei von vier Ritterfiguren, die Fritz einst für die Eckgiebel des Stuttgarter Rathauses geschaffen hatte, befinden sich heute im Städtischen Lapidarium Stuttgart.Dieter Büchner: Steinernes Gedächtnis. Das Lapidarium der Stadt Stuttgart. In: Denkmalpflege in Baden-Württemberg 2, 2020, S. 84 Für die Stadt Köln schuf er eine Gedenktafel Robert Blum am Fischmarkt, eine Bronzeplakette Charlotte Wolter und die monumentalen allegorischen Aktfiguren Schiffahrt und Schnitter für ein Messehaus in Köln-Deutz. Seine unvollendete Bronzebüste von Max Martersteig wurde in der Oper Köln aufgestellt. Für Kriegerdenkmäler in Enkirch und Wolf an der Mosel gestaltete er figürliche Trauergruppen. Einige seiner Werke, insbesondere Porträts, weisen einen skizzenhaften Impressionismus auf. Bei anderen Werken, vor allem seinen Bauskulpturen, setzte Fritz bewusst auf Vereinfachung, um eine Unterordnung der Form unter ein Stilprinzip zu erreichen, wie es Adolf von Hildebrand forderte.
Literatur
Einzelnachweise
Kategorie:Bildhauer (Stuttgart) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1873 Kategorie:Gestorben 1927 Kategorie:Mann