Die Hagemühle ist eine ehemalige Wassermühle in der Gemarkung der Kernstadt von Hofgeismar im nordhessischen Landkreis Kassel. Sie befindet sich rund 2,5 km nordnordöstlich der Kernstadt auf Höhe über NHN am Ostufer des Diemel-Zuflusses Esse und am südwestlichen Fuß des Basaltkegels Schöneberg mit der Burgruine Schöneberg. Der Rad- und Wanderweg Hofgeismar—Hümme führt direkt an ihrer Ruine vorbei. Die Bahnstrecke Kassel–Warburg verläuft in unmittelbarer Nähe am gegenüberliegenden Ufer der Esse, ebenso die Landesstraße L 3212 von Hofgeismar nach Hümme mini|links|Kartenblatt Trendelburg, Landesaufnahme von 1857 (Hagemühle links unten)
Die Mühle war ursprünglich vermutlich den Herren von Schöneberg auf der Schöneburg gehörig. Urkundlich wurde sie allerdings erstmals im September 1583 erwähnt, als „Mahl undt Oley mühle under dem Schonberger Hagen“,Carl Bernhard Nicolaus Falckenheiner: Geschichte hessischer Städte und Stifter. Band 2: Hofgeismar, Urkundenbuch (Elektronische Reproduktion) Fischer, Kassel, 1842, S. LXXXI, Nr. LXIV. in den Accessions- und Nebenverträgen zum Merlauer Vertrag, als sie mit nahezu dem gesamten bisher Kurmainzer Besitz in Nordhessen an die Landgrafschaft Hessen-Kassel fiel.
Der Mühle wurde bereits um 1880 stillgelegt, aber der dazugehörige landwirtschaftliche Betrieb wurde weitergeführt. 1885 wurden dort sechs Bewohner gezählt. Eine Ansichtskarte aus dem Jahr 1940 zeigt einen mächtigen, zweigeschossigen Fachwerkbau mit zwei Dachgeschossen unter dem Mansarddach.Siehe z. B. Ansichtskarte Hagemühle am Schöneberg, 1941
1982 zerstörte ein Großbrand die Mühle,Festschrift: 150 Jahre Freiwillige Feuerwehr Hofgeismar, Hofgeismar, 2013, S. 44 und sie war seitdem nicht mehr bewohnt. Nur die Nebengebäude wurden noch sporadisch genutzt, mehrheitlich zur Lagerung von landwirtschaftlichem Gerät, Heu- und Strohballen, Holz und Schrott. Die vernachlässigte Hofanlage, zunehmend mit Baumaterialien, Landmaschinenteilen und Bauschutt vermüllt, verwilderte und wuchs mit Gebüsch und Bäumen zu.
Am 5. Mai 2010 brach in einer teilweise unfertigen Lagerhalle ein neuer Großbrand aus, der nur mühsam unter Kontrolle gebracht werden konnte.Scheune bei Hofgeismar brannte nieder - mehrere 10.000 Euro Schaden (HNA, 6. Mai 2010) Ursache war Brandstiftung: zwei Stellen im Gebäude wurden identifiziert, wo das Feuer gelegt worden war.Scheunenbrand bei Hofgeismar: Kripo geht von Brandstiftung aus (HNA, 6. Mai 2010)
Fußnoten
Literatur Th. Hans-Dieter Scholz: Wasser- und Windmühlen im Landkreis Kassel sowie im niedersächsischen Landkreis Göttingen, Altkreis Münden, zwischen Werra, Fulda und Nieste: eine Bestandsaufnahme, Hrsg. Regierungspräsidium Kassel, Kassel, 1996, S. 105
Weblinks Hagemühle, Kassel, im Historischen Ortslexikon Hessen (LAGIS)
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