mini|Kirche Wegefarth (Oberschöna) mini|Innenansicht nach Osten mini|Innenansicht zur Orgel Die evangelische Kirche Wegefarth ist eine spätklassizistische Saalkirche mit älterer Ausstattung im Ortsteil Wegefarth von Oberschöna im Landkreis Mittelsachsen in Sachsen. Sie gehört zur Kirchengemeinde Wegefarth im Kirchenbezirk Freiberg der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens.
Geschichte und Architektur Die gestreckte Saalkirche im Rundbogenstil wurde nach Plan von Eduard Heuchler im Jahr 1841 unter Verwendung älterer Ausstattungsstücke erbaut. Das Bauwerk ist als verputzter Bruchsteinbau mit eingezogenem Chor mit Fünfachtelschluss erbaut. Der westliche Giebelreiter wurde im Jahr 1892 hinzugefügt. Eine Restaurierung erfolgte im Jahr 1959.
Der hohe flachgedeckte Saal wird durch eine hohe, weiß gefasste Emporenarkatur mit Medaillons und stilisierten Kapitellen an Nord- und Südseite bestimmt.
Ausstattung Beim Altaraufbau vom Ende des 19. Jahrhunderts wurden Teile einer älteren Ausstattung verwendet. Die Predella mit Relief der Taufe Christi stammt vom Anfang des 17. Jahrhunderts, darüber sind Schnitzfiguren der Maria und des Evangelisten Johannes aus der Zeit um 1510 angeordnet; das Kruzifix stammt aus der Zeit um 1840. Die Pietà im Chor entstand ebenfalls um 1510, ebenso die zwei geschnitzten Reliefs mit der Darstellung der Heimsuchung und einer Pietà. Die Figuren Johannes des Täufers, Moses, Petrus, Paulus und Markus an der neugotischen Kanzel stammen vom Anfang des 17. Jahrhunderts.
Die Orgel ist ein Werk von Daniel August Zachert aus dem Jahr 1843 mit 17 Registern auf zwei Manualen und Pedal. Die frühere Zuschreibung an Gottfried Silbermann ist widerlegt.
Reste eines künstlerisch wertvollen hölzernen Epitaphs für Hans Heinrich von Krostwitz und seiner Gemahlin Sibylla geborene von Ponickau sind mit der Jahreszahl 1609 bezeichnet und werden Bernhard Diterichs zugeschrieben (ebenso wie die Altäre der Kirchen St. Jakobi (Freiberg) und in Oberschöna-Kleinschirma). Auf einem mit Wappen und Beschlagwerk verziertem Gebälkstück knien die Adoranten zu Seiten eines Kruzifix, unter dem die Personifikationen von Glaube und Liebe stehen. Weiterhin sind vier ganzfigurige Grabdenkmäler beachtenswert: für Hans Heinrich von Krostwitz († 1611) und Anna von Krostwitz (geborene von Ponickau), beide wohl von Uriel Lorenz dem Jüngeren, sowie für Burchard von Berlich auf Kleinwaltersdorf und Wegefarth († 1670) und seine Ehefrau Barbara, geborene Hilliger († 1653), bei letzterem auffallend die fein detaillierte Wiedergabe der Tracht des Verstorbenen.
Literatur
Weblinks
Website der Kirchengemeinde
Einzelnachweise
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