mini|Luftbild der Unfallstelle mini|Der in den Zusammenstoß verwickelte Zug der Reihe 810 mini|Die in den Zusammenstoß verwickelte Einheit der Reihe 360
Der Eisenbahnunfall von Bedford am 19. Juni 2026 war ein Auffahrunfall zweier Personenzüge südlich von Elstow bei Bedford im Vereinigten Königreich auf der Midland Main Line. Ein Triebfahrzeugführer kam ums Leben, 119 Personen wurden verletzt, 43 davon schwer.
Ausgangslage Am Freitag, dem 19. Juni 2026, verließ ein der East Midlands Railway (EMR) gehörender Triebzug der Klasse 810 um 15:50 Uhr Nottingham in Richtung London St Pancras. Ein zweiter EMR-Zug der Klasse 360 mit dem gleichen Ziel fuhr um 16:40 Uhr in Corby ab. Beide Züge befuhren die Midland Main Line. Diese verläuft in dem Bereich, in dem sich der Unfall dann ereignete, geradlinig und ist hier mit dem Zugsicherungssystem AWS ausgestattet. Dieses erzeugt beim Überfahren eines „Halt“ zeigenden Signals einen Warnton. Reagiert der Triebfahrzeugführer darauf nicht, löst das eine Zwangsbremsung aus. jh: Schweres Zugunglück.
Unfallhergang Aufgrund eines technischen Defekts kam der Zug aus Nottingham südlich von Elstow bei Bedford zum Stehen. Er war nach hinten durch ein „Halt“ gebietendes Signal gesichert. Der folgende Zug aus Corby überfuhr das Signal mit einer Geschwindigkeit von 122 km/h (76 mph). Etwa neun Sekunden vor dem Aufprall wurde durch das AWS die Zwangsbremsung ausgelöst. Zum Zeitpunkt des Aufpralls betrug die Geschwindigkeit des auffahrenden Zuges noch 79 km/h (49 mph).Rail Accident Investigation Branch: Collision (Weblinks). Der Aufprall erfolgte um 17:12 Uhr BST. Dabei entgleisten einige Fahrzeuge, ohne dabei wesentlich von der Gleisachse auszubrechen.Rail Accident Investigation Branch: Collision (Weblinks).
Folgen Opfer Der Triebfahrzeugführer des Zuges aus Corby wurde noch an der Unfallstelle für tot erklärt. 119 Personen wurden darüber hinaus verletzt, 43 davon schwer. jh: Schweres Zugunglück. Sechs Rettungshubschrauber, zwanzig Rettungswagen und der National Police Air Service waren im Einsatz.
Direkte Folgen Die British Transport Police, die Bedfordshire Police, die Rail Accident Investigation Branch (RAIB) und das Office of Rail and Road (ORR) untersuchten den Unfall. Bereits am 24. Juni 2026 veröffentlichte die RAIB einen ersten, vorläufigen Bericht.Rail Accident Investigation Branch: Collision (Weblinks).
Der Zugverkehr zwischen London St Pancras und Nottingham, Derby sowie Leicester war gestört. Fahrgästen wurde geraten, auf diesen Strecken für den Rest des Tages nicht zu reisen. Thameslink stellte den Betrieb zwischen Bedford und Luton ein. Für die zwei Tage nach dem Unfall waren bereits Bauarbeiten geplant, sodass an diesem Wochenende keine Züge zwischen London St Pancras und Bedford verkehrten.
Räumung der Unfallstelle Die Bergung der entgleisten Fahrzeuge begann am 21. Juni. Eine provisorische Zufahrtsstraße wurde errichtet und die Oberleitung vorübergehend entfernt, um Zugang für einen Straßenkran zu ermöglichen. Zusätzlich mussten 600 m Gleis erneuert werden. Ellie Burrows, Regionaldirektorin von Network Rail, bezeichnete die Operation als „komplex und anspruchsvoll“.
Literatur jh: Schweres Zugunglück in England. In: Eisenbahn-Revue International 8/2026, S. 370.
Weblinks Rail Accident Investigation Branch: Collision between two passenger trains near Elstow vom 24. Juni 2026.
Einzelnachweise
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