Gottfried Hildebrand (* 17. August 1846 in Untermaßfeld; † 8. Dezember 1922 in Leipzig) war ein deutscher Orgelbauer in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Leben Geboren wurde er am 17. August 1846 als 4. Kind (2. Sohn) in Untermaßfeld / Meiningen in Thüringen. Sein Vater, Johannes Hildebrand, war Wagnermeister.Kirchenbuch von Untermaßfeld, 1846, Nr. 18

Am 11. Februar 1873 heiratete Gottfried Hildebrand in Untermaßfeld Elise Eleonore Tetzel. Ihr Vater war der Landwirt Heinrich Ludwig Christian Eduard Tetzel. Mit ihr bekam er drei Söhne. 1875 siedelte die Familie nach Leipzig über und bezog eine Wohnung in der Sebastian-Bach-Straße 19 in der 1. Etage. Am 27. August 1880 erhielt die Familie die sächsische Staatsbürgerschaft.

Gottfried Hildebrand starb am 8. Dezember 1922 in Leipzig.Manfred Müller: Der Leipziger Hoforgelbauer Gottfried Hildebrand. Vortrag in der Leipziger Stadtbibliothek am 13. Mai 2026

Beruflicher Werdegang Ab 1865 absolvierte er seine Lehre bei Carl Eduard Schubert und ab 1869 bei Friedrich Ladegast, der sich in dieser Zeit zum führenden deutschen Orgelbauer entwickelte. Dadurch war er am Bau der Orgeln in Staucha, Polditz und für den Schweriner Dom beteiligt. Im Rahmen der Restaurierung der Polditzer Orgel im Jahr 1996 wurde im Inneren des Gehäuses sein Namenseintrag vom 26. Oktober 1868 gefunden.

Anschließend setzte er seine Lehrjahre bei Emil Keller, der ebenfalls bei Ladegast gelernt hatte, in Ottewig fort. Parallel dazu gründete Gottfried Hildebrand bereits 1869 seine eigene Orgelbauerwerkstadt in Untermaßfeld.

Seinen größten beruflichen Erfolg erlangte er am 22. Dezember 1893, als ihn Herzog Georg von Sachsen-Meiningen zum Herzoglichen Hoflieferant ernannte. Am 28. März des folgenden Jahres wird ihm vom sächsischen Innenministerium genehmigt, diesen Titel auch in Sachsen zu führen.

Werke Eigene Orgeln lassen sich von Gottfried Hildebrand ab 1879 nachweisen: Uwe Pape, Wolfram Hackel, Albrecht Lobenstein (Hrsg.): Lexikon norddeutscher Orgelbauer. Band 1: Thüringen und Umgebung. Pape Verlag, Berlin 2019, ISBN 978-3-921140-58-1, S. 243 f. Jahr Opus Ort Kirche/Bauwerk Bild Manuale Register Bemerkungen1879WestenfeldKirche Zur Krippe ChristiII/P16Revision/Umbau: Orgelbauanstalt Seifert, Köln Kevelar, 1918Restaurierung: Hoffmann & Schindler; Ostheim v. d. Rhön, 20131882RanspachKircheII/P101886–1887UntermaßfeldSchloss Untermaßfeldzentriert|160x160pxseit 1934 in Rittersdorf (Thüringen) Kirche St. Georg1887–1888EutritzschChristuskircheII/P131909 durch Neubau ersetzt1890LiebertwolkwitzKirchezentriert|160x160pxII/P24Abnahme durch Thomasorganist Carl Piutti1892–1893Limbach (Vogtland)St. Michaelis (Limbach/Vogtland)II/P181893Buchen-Eberstadt KircheII/P91894LützschenaSchloßkirchezentriert|160x160pxII/P111896Breitenhagen (Barby)St.-Christophorus-Kirche (Breitenhagen)II/P71897MockauStephanuskircheII/P132023 und 2024 verwüstet, 2025 Reparatur durch Mitteldeutscher Orgelbau A. Voigt1897LeipzigKatholisch Apostolische Kirche KörnerstraßeII/P15Orgel 1945 zerstört1898ChemnitzKatholisch Apostolische KircheII/P101900Freiroda (Schkeuditz)KircheII/P101901NiederschmalkaldenSt. Elisabeth (Niederschmalkalden)II/P171902Hänichen (Leipzig)Hainkirche St. VinzenzII/P141906 durch einen Neubau der Gebrüder Jehmlich unter Umbau des vorhandenen Gehäuses ersetzt

Einzelnachweise

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