mini|Njideka Akunyili Crosby (2014) Njideka Akunyili Crosby (* 1983 in Enugu, Nigeria) ist eine Künstlerin, deren großformatige Papierarbeiten Malerei, Zeichnung, Collage und Fototransfers kombinieren. Ihre häuslichen Szenen behandeln Migration, Erinnerung, Familie und das Leben zwischen Nigeria und den Vereinigten Staaten.

Leben Akunyili Crosby wuchs in Enugu auf, verbrachte Ferien im Dorf ihrer Großmutter und besuchte ein Internat in Lagos. Ihr Vater war Arzt, ihre Mutter Dora Akunyili Pharmakologin und später Leiterin der nigerianischen Arzneimittelbehörde NAFDAC. Im Jahr 1999 zog sie mit 16 Jahren in die Vereinigten Staaten und wollte zunächst Medizin studieren, bevor ein Malkurs am Community College of Philadelphia ihre berufliche Ausrichtung veränderte. Sie schloss am Swarthmore College Biologie und Kunst mit Auszeichnung ab, erwarb 2006 ein Zertifikat an der Pennsylvania Academy of the Fine Arts und 2011 den Master of Fine Arts an der Yale University. Am Swarthmore College lernte sie den Künstler Justin Crosby kennen; das Paar lebt mit zwei Kindern in Los Angeles.

Wirken Nach Yale nahm Akunyili Crosby 2011 am Residenzprogramm des Studio Museum in Harlem teil, das ihre weitere Entwicklung beeinflusste. Ihre meist autobiografischen Kompositionen zeigen sie selbst, ihren Ehemann und Angehörige in Innenräumen oder bei privaten Zusammenkünften und beziehen sich auf Mary Louise Pratts Konzept der „Kontaktzone“, in der Kulturen aufeinandertreffen und neue Formen hervorbringen. Sie überträgt Familienfotografien, Bilder aus nigerianischen Zeitschriften, Albumcover, Filmstars, Politiker und koloniale Bildmotive auf Papier und verschränkt so persönliche Erinnerung, Populärkultur und Politik. Teegeschirr und westafrikanische Porträtstoffe verweisen auf die durch Kolonialismus und Warenverkehr geprägte Vielschichtigkeit vermeintlich eindeutiger Traditionen. Akunyili Crosby richtet sich gegen stereotype Vorstellungen einer einzigen „authentischen afrikanischen Erfahrung“, indem sie unspektakuläre Alltagssituationen ins Zentrum rückt. Zu ihren künstlerischen Bezugspunkten gehören Édouard Vuillard, Alex Katz und Chris Ofili sowie die Fotografen J. D. 'Okhai Ojeikere und Malick Sidibé. Im Jahr 2015 erhielt sie ihre erste museale Einzelausstellung im Armand Hammer Museum of Art und war in der Triennale des New Museum vertreten. Zu ihren Auszeichnungen zählen der Joyce Alexander Wein Artist Prize und der Next Generation Prize (2015), der Prix Canson (2016) sowie eine MacArthur Fellowship (2017); 2019 nahm Time sie in die erste Auswahl 100 Next auf. In Still You Bloom in This Land of No Gardens zeigt sie sich mit ihrem Kind in einem erfundenen Garten aus Arten, die in Nigeria und Kalifornien gedeihen; im Hintergrund erscheint ein Foto ihrer verstorbenen Mutter.

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Einzelnachweise

Kategorie:Bildender Künstler (Vereinigte Staaten) Kategorie:Geboren 1983 Kategorie:Frau