mini|Alter Teil des Nationalmuseums für Naturgeschichte Goulandris (2015) Das Nationalmuseum für Naturgeschichte Goulandris () ist ein griechisches Museum mit einer umfangreichen botanischen und zoologischen Sammlung. Es befindet sich in Kifisia und war das erste naturhistorische Museum in Griechenland.

Geschichte 1964 gründete das Ehepaar Niki und Angelos Goulandris das Botanische Museum Goulandris () mit einem Labor zur Erforschung der Natur und ihrer Bewahrung. Angelos Goulandris stammte aus der bekannten, wohlhabenden Reederfamilie Goulandris. Ihn interessierte Griechenland als Lebensraum, dessen Umwelt in seinen Augen schutzbedürftig war und den er bewahren wollte. Lange bevor dieses Thema viele Menschen interessierte, beschlossen seine Frau und er, zur Entwicklung des ökologischen Bewusstseins der Welt beizutragen. Ihre gemeinsame Vision führte schließlich zur Gründung des Museums, das 1964 in einem dafür umgebauten Haus in Kifisia offiziell seine Pforten öffnete.

1977 erweiterte das Museum sein Spektrum um die Bereiche Zoologie, Paläontologie und Geologie und wurde deshalb in „Goulandris-Museum für Naturgeschichte“ umbenannt. Im Jahr 2001 wurde das Museum erneut vergrößert. Es erhielt das Umweltforschungs- und Bildungszentrum „Gaia“, das in einem Anbau untergebracht wurde.

2024 wurde das Museum durch ein Gesetz von einem Gemeinnützigen Verein in ein staatliches Museum umgewandelt und trägt seither den Namen „Nationalmuseum für Naturgeschichte Goulandris“. Begründet wurde dieser Schritt damit, dass es sich einen Namen in der Welt der Wissenschaften und in der Umwelterziehung gemacht habe. Es setze sich darüber hinaus für einen besseren Umgang mit dem Wissen über ökologische Prozesse und umfassendere Maßnahmen zum Schutz der griechischen Natur ein, die eine sehr große Artenvielfalt aufweist und viele endemische Pflanzen beherbergt.

In seiner neuen Form als Nationalmuseum stehen dem Museum Technologien zur Verfügung, die eine bessere Überwachung der Biodiversität, der Umweltqualität und des Klimawandels ermöglichen. Darüber hinaus wird eine bessere Vernetzung mit nationalen Museen im Ausland sowie die Einbindung griechischer Museumspraktiken in internationale Netzwerke ermöglicht.

Von 1964 bis 1996 leitete Angelos Goulandris (1921–1996) das Museum. Nach seinem Tod übernahm seine Frau Niki Goulandri (1925–2019) von 1996 bis 2019 die Direktion. Nachfolgerin wurde nach deren Ableben 2019 die bis heute amtierende Direktorin Fali Vogiatzaki (Stand 2026).

Ausstellung mini|Giraffe im Nationalmuseum für Naturgeschichte Goulandris Das Museum befindet sich in einer 1875 errichteten neoklassischen Villa, die 2001 um ein Nebengebäude erweitert wurde. Es verfügt über umfangreiche Sammlungen von Insekten, Säugetieren, Vögeln, Reptilien, Muscheln, Gesteinen, Mineralien und Fossilien, die zum großen Teil in Griechenland gefunden wurden.

Die botanische Sammlung besteht aus über 200.000 Pflanzenarten, darunter 145 neu entdeckte Arten, die dank der Forschungsarbeit des Museums dokumentiert wurden. Sie ist eine der umfangreichsten Sammlungen griechischer Flora. Die entomologische Museumssammlung umfasst an die 40.000 Exemplare getrockneter Insekten. In der Säugetiersammlung gibt es etwa 200 Exemplare, hauptsächlich von Tieren aus Griechenland und Afrika. Unter anderem ist auch ein 180 Millionen Jahre alter Steneosaurus Teil der Sammlung.

In den Ausstellungsräumen werden die Vielfalt und die Wechselbeziehungen der Lebensgemeinschaften sowie der botanische, zoologische und geologische Reichtum Griechenlands ausführlich dargestellt. Zu den Themen, die auch virtuell und mithilfe einer 360°-Wandprojektion und 3D-Grafiken aufgezeigt werden, gehören der Klimawandel und die Menschheit, Erdbeben im Museum und die Unterwasserwelt.

Jährlich wird das Museum von ungefähr 50.000 Schülern besucht.

Forschungsabteilungen und Zweigstellen In den Museumslabors werden wissenschaftliche Forschungen in den Bereichen Geologie, Ökologie, Botanik, Zoologie, Entomologie, Meeresbiologie, Ornithologie, Herpetologie, Paläontologie und Biotechnologie durchgeführt.

1991 gründete das Museum das Griechische Zentrum für Biotope und Feuchtgebiete (EKBY) () in Thessaloniki. Durch dieses Projekt werden seitdem zusätzlich das bioanalytische Labor, die Abteilung für Geologie, Paläontologie und Hydrobiologie, die Abteilung für Botanik, die Abteilung für Bodenökologie und Biotechnologie sowie die Abteilung für terrestrische Zoologie weiterentwickelt.

2008 eröffnete das Paläontologische Museum Rethymno auf Kreta als Außenstelle des Goulandris-Museums für Naturgeschichte im Gebäude der Veli-Pascha-Moschee.

Auszeichnungen 2003 Auszeichnung des European Museum of the Year als Museum mit einem neuen und innovativen Aspekt 2012 Museum des Jahres, Ernennung durch die griechische Sektion des ICOM der UNESCO

Weblinks

Internetauftritt des Museums Facing the Truth, Museumsvideo zum Klimawandel

Einzelnachweise

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