Harijs Jakobs Lazdiņš (auch: Harijs Jēkabs Lagzdiņš, * in Liepāja; † 23. August 1988 in Kingston) war ein lettischer Fußballtorhüter. Lazdiņš galt als einer der populärsten Torhüter Lettlands in den 1920er und 1930er Jahren. Er gewann siebenmal die Lettische Meisterschaft mit Olimpija Liepāja.

Karriere und Leben Harijs Lazdiņš wurde im Jahr 1910 Liepāja als Sohn von Jēkabs Lazdiņš (Lagzdiņš) und dessen Ehefrau Alvīne (geb. Vilcēns) geboren. In den 1930er Jahren arbeitete Lazdiņš als Kassierer in der Torffabrik von Ploči. Ende des Jahres 1947 zog Lazdiņš in das belgische Lüttich, wo er in der Schwerindustrie als Bergmann tätig war. Von dort wanderte Lazdiņš 1950 nach Kanada aus und arbeitete in einer Metallgießerei als Former in St. Catharines. Lazdiņš starb im Jahr 1988 im Alter von 78 im kanadischen Kingston.

Fußball Harijs Lazdiņš debütierte 1927 im Tor der ersten Mannschaft von Olimpija Liepāja und wurde im gleichen Jahr erstmals lettischer Meister. Zunächst war Lazdiņš Ersatztorhüter von Kārlis Minsterjānis, doch bereits in der Virslīga-Saison 1928 wurde er Stammtorhüter der Mannschaft und behielt diesen Platz ununterbrochen bis zum Jahr 1940. In dieser Zeit gewann Lazdiņš sechsmal die Meisterschaft (1928, 1929, 1933, 1936, 1938, 1939) sowie dreimal in Folge den Riga Cup (1928–1930).

Lazdiņš debütierte für die Lettische Fußballnationalmannschaft am 28. Juli 1929 gegen Schweden. Mit der Nationalmannschaft gewann Lazdiņš zweimal den Baltic Cup (1936 und 1937). Neben den 18 Länderspielen, in denen Lazdiņš das Tor Lettlands hütete, war er bei zahlreichen weiteren Begegnungen Ersatztorwart der Nationalmannschaft.

Während des Zweiten Weltkriegs spielte er weiterhin in Liepāja Fußball. Im Jahr der sowjetischen Besatzung vertrat er Dinamo Liepāja, später während der deutschen Besatzungszeit erneut Olimpija Liepāja. Im Herbst 1945 war er bei den Sportwettkämpfen der baltischen Völker Fahnenträger der lettischen Mannschaft und hütete im Fußballturnier das Tor, das Lettland gewann. Dieselbe Kombination aus Fahnenträgerrolle und Turniersieg wiederholte Lazdiņš 1947. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs gelangte Lazdiņš nach Deutschland, wo er weiterhin Fußball spielte. 1946 zunächst beim TSV Schwaben Augsburg, 1947 beim FC Gundelfingen. In Gundelfingen wurde Lazdiņš von Voldemārs Bērziņš trainiert. Mit den beiden Letten gewann Gundelfingen die Nordschwäbische Meisterschaft und mit einem 6:1-Sieg am 27. April 1947 über den TSV Göggingen erstmals den Schwäbischen Pokal. Im gleichen Jahr zog Lazdiņš nach Belgien, wo er für RFC Lüttich spielte.

In anderen Sportarten Lazdiņš betrieb zunächst Eisschnelllauf und Leichtathletik (Kugelstoßen und Diskuswurf). Nach seinem Eintritt in die Reihen von Olimpija Liepāja begann Lazdiņš jedoch Bandy zu spielen. Lazdiņš spielte außerdem Eishockey.

Erfolge Lettischer Meister (7): 1927, 1928, 1929, 1933, 1936, 1938, 1939 Baltic Cup: 1936, 1937

Weblinks Lebenslauf bei kazhe.lv (lettisch) Lebenslauf bei timenote.info (lettisch)

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